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Juedisches Gemeindezentrum

BERICHT
DISKUSSION



Neue Heimat im Land of  Liberty

 


Über Juden in Amerika und die Beziehungen im deutsch-amerikanisch-jüdischen Kontext ging es in einer Gesprächsrunde im Jüdischen Gemeindezentrum am Jakobsplatz.

Verführerisch wirkte die Neue Welt auf mehr als zwei Millionen Juden. Oft machten sie sich mit ihrer gesamten Familie auf zu ihrer Reise über den großen Teich. Pogrome in Osteuropa im 19. Jahrhundert und die drohende Vernichtung während der NS-Zeit veranlassten sie zu diesem schicksalshaften Schritt.
Auch in den USA blieben viele der deutschen Juden Deutschland von Herzen verbunden. Erst die nächste Generation wollte so schnell wie möglich amerikanisch werden. Die Gesprächsrunde moderierte Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München.
„,Wir sind Amerikaner' hieß es damals für die Einwanderer. Denn es gab für sie kein Zurück“, sagte die in St. Louis geborene Deidre Berger, Direktorin des American Jewith Committee Berlin. Und die in New York City geborene Schriftstellerin Deborah Feldman erzählte von ihrem Großvater, der nach Amerika auswanderte. Es sei gut für ihn gewesen, den Rat des Rabbiners anzunehmen und nicht aus lauter Anpassungswillen auf den Bart und die Schläfenlocken zu verzichten.
Der derzeit am Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur der LMU tätige Historiker Michael L. Miller wuchs in Poughkeepsie nördlich von New York City auf: „Ich war ein Land-Jude und stolz darauf jüdisch zu sein. Und ich habe mich als Jude identifiziert, meine Freunde hingegen nicht als Juden, sondern als Amerikaner.“ Heute – nach Charlottesville und Pittsburgh – stellt sich für Deidre Berger die Frage: „Kann man die Selbstverständlichkeit Jude zu sein weiter ausleben?“

 

 

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Schuldt ANKÜNDIGUNG
KONZERT
Münchener Kammerorchester
Vorwiegend heiter 18/19 –
5. Abonnementkonzert
21. Februar 2019, 20 Uhr Prinzregententheater
Lise de la Salle, Klavier
Matthew Sadler, Trompete
Clemens Schuldt, Dirigent
Mauro Lanza: „ Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“

Dmitri Schostakowtisch: Konzert für Klavier Nr. 1 c-Moll für Klavier, Trompete und Streichorchester
Hanns Eisler: Kleine Sinfonie op.29
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr.8 F-Dur op.93


Wie Humor in der Musik funktioniert? Eine Definition findet sich in den 1779 erschienenen „Essays on laughter and ludicrous composition“ des Haydn-Zeitgenossen James Beattie. Heiterkeit, so heißt es dort, werde ausgelöst „vom Anblick zweier oder mehrerer uneinheitlicher, unpassender oder inkongruenter Teile oder Umstände, die als in einem Komplex vereinigt betrachtet werden“. Klingt abstrakt – ist aber überaus konkret erlebbar: Die verkehrte Welt aus Pieter Bruegels berühmtem Wiener Gemälde findet ihre direkte Entsprechung in den frappierend kontrastierten Streichertexturen des Doppelstreichquartetts von Mauro Lanza (*1975). Beethovens Achte unterläuft das symphonische Pathos durch abrupte Brüche, mechanistische Wiederholungen und gespielt falsche Einsätze. Das erste Klavierkonzert von Schostakowitsch wiederrum ist eine brillante Collage ernster, populärer und trivialer Idiome, die dem Solisten eine mal frech kommentierende, dann wieder empathisch mitsingende Trompete an die Seite stellt. Hanns Eislers knappe „Kleine Sinfonie“ ist da wesensverwandt. Der Komponist bezeichnete sie als „Protest gegen das aufgeblasene, schwülstige neoklassizistische Musizieren“.

 

 

 

Koepplinger ANKÜNDIGUNG
VERANSTALTUNGEN
Gärtnerplatztheater
Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ feiert am 28. März 2019 Premiere im Gärtnerplatztheater. Die musikalische Leitung hat Chefdirigent Anthony Bramall, Regie führt Bernd Mottl. Liebe, Eifersucht und ganz große Gefühle sind die Zutaten, mit denen Puccini sein Publikum seit jeher zu Tränen rührt.

Am 1. März 2019 startet die neue Reihe „Sinfonische Lyrik“ mit Hector Berlioz’ rauschhafter „Symphonie Fantastique“ und lyrischen Texten von Hector Berlioz, Théophile Gautier, Victor Hugo u.a. Unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall präsentiert das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz gemeinsam mit der Schauspielerin Julia Stemberger ein sinnlich-spannendes Gesamtkunstwerk.
Im Auftrag des Gärtnerplatztheaters verwandelt der legendäre Chansonnier und Musikkabarettist Thomas Pigor den satirischen Erfolgs-Roman „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner in eine skurril-spritzige Revueoperette – mitten im Schnee. Die Uraufführung im Gärtnerplatztheater fand am 31. Januar 2019 statt. Regie führt Staatsintendant Josef E. Köpplinger, die musikalische Leitung hat Andreas Kowalewitz.

 

 

 

 

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Anne-Sophie Mutter ANKÜNDIGUNG
KONZERT






„Heroische Musik aus einer fernen Galaxie“

 

 

Seit mehr als vierzig Jahren verzaubert Anne-Sophie Mutter ihre Fans in diversen heiligen Hallen mit Königinnenklängen. Am 14. September 2019 wird die Meisterviolinistin erstmals in einem Open-Air-Konzert zu erleben sein. Auf dem Königsplatz – unter sicherlich leuchtendem Sternenhimmel  –  wird sie unter dem Titel „Across the Stars“ Werke des Filmmusikkomponisten John Williams präsentieren.


1978 entdeckte Anne-Sophie Mutter den Komponisten John Williams für sich – als sie im Kino „Star Wars“ sah. Diese „heroische Musik aus einer fernen Galaxie“ nahm sie gefangen, wie sie bei der Pressekonferenz in München schwärmte. Mittlerweile verbindet sie eine langjährige Freundschaft mit dem mehrfachen Oscar-Preisträger. „Er ist bescheiden und introvertiert“, erzählte sie. Auch ihre Kinder zählen zu den Fans des Schöpfers vielfach Oscar- und Grammy-gekrönter Melodien.
Ein „Jugendtraum“ erfüllt sich nun für die bedeutendste Geigerin unserer Zeit, da der Großteil der Williams-Werke, die sie in München aufführen wird, spezielle Arrangements für sie sind. Basis des Konzertes wird die CD „Across the Stars“ (Deutsche Grammophon) sein, die 2019 erscheinen wird. Zum Programm werden Stück aus „Star Wars“, „Schindlers Liste“, „Die Geisha“, „Harry Potter“, „Dracula“ und „München“ gehören. Diese Musik wolle sie „einem neuen Publikum ans Herz legen“, kündigte Anne-Sophie Mutter an. Das renommierte Royal Philharmonic Orchestra aus London unter der Leitung von David Newman wird die mehrfach preisgekrönte Virtuosin begleiten.
Für viele Kinobesucher sei die Filmmusik heute nicht mehr so bedeutend, so der Eindruck von Anne-Sophie Mutter. Gleichzeitig freue sie sich, dass die Begeisterung für Live-Filmmusik zunehme.
Für den DEAG-Vorstandsvorsitzenden Prof. Peter Schwenkow wird mit dem Auftritt der „Königin der Geige“ ein „Traum wahr“, wie er bei der Pressekonferenz betonte. Auf die Frage, ob John Williams höchstselbst zum Königsplatz kommen wird, sagte Schwenkow: „Er reist nicht gerne. Aber Wunder gibt es immer. Und wer erliegt nicht dem Charme von Frau Mutter?“
Aleksandra Majzlic

Anne-Sophie Mutter, „Across the Stars“, Open Air, 14. September 2019, München-Königsplatz, Konzertbeginn: 19.30 Uhr. Der Vorverkauf für das Konzert läuft bereits. 



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Mansfield
GEWINNSPIEL
BUCH „Fliegen, tanzen, wirbeln, beben“ von Katherine Mansfield (Manesse Verlag) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 10. März 2019 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.


„Ich kann gar nichts schreiben“, klagt Katherine Mansfield 1908: „Ich habe viele Ideen – aber kein Thema im Griff … Ich bringe keine magischen Wirkungen zustande.“ Sechs Jahre später geht sie noch weiter, beschließt alles „zu zerreißen und neu anzufangen“. Denn: „Das Elend nimmt kein Ende.“ Selbstzweifel bestimmen unter anderem die erhellenden Tagebuchtexte der gebürtigen Neuseeländerin („Rosabels Tagtraum“). Die „berühmtesten Verfasser englischer Kurzgeschichten“ zweifelten hingegen nicht am Können des Stars der jungen Literaturszene – das ist von Virginia Woolf in dem schön gestalteten Band zu lesen. Und auch heute „strahlen, schweben, glänzen“ Manfields Kurzgeschichten, schwärmt Dörte Hansen im Nachwort. 

 

 

 

Allee unserer Traeume
GEWINNSPIEL
BUCH „Allee unserer Träume“ von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel (Ullstein Taschenbuch) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 10. März 2019 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.


Einen Roman über den Bau der Karl-Marx-Allee haben Ulrike Gerold und Wolfram Hänel geschrieben – keine Dokumentation, wie sie in ihrer Vorbemerkung klarstellen. Das heißt: Alles ist wahr, aber dennoch nie genau so geschehen. „Ich will gar nicht wissen, was wirklich passiert ist. Manchmal sind erfundene Geschichten einfach schöner“ heißt es in einem Kapitel des Romans. Wie wahr! Denn pure Leselust kommt auf, wenn man Ilse und ihren Träumen von der größten DDR-Prachtstraße folgt: Im Berlin der Nachkriegszeit will die junge Architektin Wohnungen für Arbeiter errichten. Als einzige Frau nimmt sie am Wettbewerb für den Bau der Arbeiterpaläste in der Ostberliner Karl-Marx-Allee teil. Ihre Pläne überzeugen. Doch ihr neidvoller Gatte gibt die Entwürfe als die seinen aus. Ilse will sich das nicht bieten lassen und geht auf die Barrikaden.

 

 



 
 
Bonnie Tyler  

INTERVIEW mit Bonnie Tyler



„Meine Stimme ist viel kräftiger, als sie es jemals war“

Interview: Aleksandra Majzlic


Ihr 50. Bühnenjubiläum 2019 feiert Bonnie Tyler („Total Eclipse Of The Heart“) mit einer Tour (Start: 28. April 2019, Münchner Circus Krone) sowie mit ihrer CD „Between The Earth And The Stars“ (erscheint am 22. März 2019, earMUSIC). Im Gespräch erzählt sie, wer sie inspirierte, mit wem sie gerne ein Duett singen würde und welches das glücklichste Ereignis ihres Lebens war.

ML: Sie sind mit Opernarien im Ohr aufgewachsen. Wie war das für Sie? 
Bonnie Tyler: Fantastisch, meine Mutter liebte Opern sehr, und sie hatte eine so wunderbare Stimme. Sie wäre viel zu schüchtern gewesen, um auf einer Bühne zu stehen, aber sie sang immer Arien, während sie die Hausarbeit machte. Und Leute standen immer vor unserem Haus und hörten ihr dabei zu. 

ML: Haben sich alle Ihre Träume bereits erfüllt? 
Bonnie Tyler: Ich denke schon. Als ich ein Mädchen war, habe ich mir alles Mögliche gewünscht, wenn ich eine Münze in einen Brunnen geworfen habe.

ML: Sind Sie abergläubisch?
Bonnie Tyler: Ja, ein wenig schon. Mir wurde als Kind immer gesagt, wenn eine schwarze Katze vor Deinen Augen vorüberläuft, bringt das Glück.

ML: Gab es einen Augenblick in Ihrem Leben, der alles veränderte? 
Bonnie Tyler: Ich hatte sehr viel Glück in den Siebzigern, als ich dem Talentscout Roger Bell aus London auffiel. Zu dieser Zeit hatte ich bereits sieben Jahre lang in einem Club in Swansea gesungen. Er kam dorthin, um sich einen Sänger anzuhören. Auf dem Weg ins Obergeschoss zum Auftritt des Sängers kam er an meiner Bühne vorbei und hörte mich singen. Er flog zurück nach London und erzählte einem Songwriter von mir und dann wurde ich nach London eingeladen, um ein paar Demobänder aufzunehmen. Das war das glücklichste Ereignis meines Lebens.

ML: Sie haben „The Best“ zwei Jahre früher aufgenommen als Tina Turner … 
Bonnie Tyler: Ja, das stimmt. Aber ich muss sagen, die Version von Tina Turner ist viel besser als meine. Sie ist eine großartige Sängerin, die mich inspirierte und die ich auch schon mehrmals traf.

ML: Ab März 2019 läuft ein Musical über Tina Turner in Hamburg. Was würden Sie von einem Musical über Bonny Tyler halten?
Bonnie Tyler: Ich glaube nicht, dass es das geben wird. Aber wow, das wäre natürlich schon was! Das wäre sicherlich ein Spaß. (lacht) Übrigens wurde mir angeboten, dass ich eine Autobiografie schreiben soll, aber daran habe ich überhaupt kein Interesse.

ML: Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Karriere?
Bonnie Tyler: Sie war von Höhen und Tiefen geprägt. Aber das hat mich nie davon abgehalten zu arbeiten. Als ich nicht in den Charts vertreten war, hat mich das nicht gestört.
Ich startete nicht im Musikbusiness, um berühmt zu werden, sondern einfach um eine Rocksängerin zu sein. Und ich werde mich nicht zur Ruhe setzen, ich werde Shows machen, bis ich nicht mehr singen kann. Vor jeder Show telefoniere ich mit meinem Stimmtrainer. Meine Stimme ist viel kräftiger als sie es jemals war. Ich liebe, was ich tue – das ist mein Erfolgsgeheimnis. Ich müsste nicht arbeiten, aber ich mache es, weil ich es so liebe. Und ich habe das Glück, einige der größten Evergreens zu haben. Ich werde nie müde „Total Eclipse Of The Heart“, „It's A Heartache“ und „Holding Out For A Hero“ zu singen. In den Siebzigern und Achtzigern habe ich jeden Tag 36.000 Tonträger verkauft, manchmal waren es sogar mehr als 50.000, an einem Tag verkaufte ich allein 52.000 Tonträger von „Total Eclipse Of The Heart“, das war wirklich unglaublich.

ML: Was macht Ihrer Meinung nach einen Song erfolgreich? 
Bonnie Tyler:
Wenn ich singe, versuche ich das Gefühl, das in den Worten steckt zu transportieren. Ich denke, „Between The Earth And The Stars“ ist das beste Album, das ich je gemacht habe. Es sind nur neue Songs darauf – und die hauen einen einfach um. 

ML: Auf Ihrem 17. Studioalbum „Between The Earth And The Stars“ präsentieren Sie drei Duette: mit Francis Rossi von Status Quo („Someone's Rockin' Your Heart“), Rod Stewart („Battle Of The Sexes“) und Cliff Richard („Taking Control“). Gibt es weitere Duett-Wunschpartner?
Bonnie Tyler: Bryan Adams und Tom Jones.

ML: Mögen Sie es, wenn Sie von Fans angesprochen werden?
Bonnie Tyler: Sagen wir mal so: Es stört mich nicht. Aber wenn ich beispielsweise im Restaurant sitze, den Mund voll habe und dann Leute fragen „Können wir ein Selfie machen?“, dann erwidere ich schon: „Könnt Ihr vielleicht warten, bis ich mit dem Essen fertig bin?“ (lacht)

ML: Würden Sie sich als eitel bezeichnen?
Bonnie Tyler: Oh ja, das bin ich wahrscheinlich. Meine Mutter war sehr hübsch ohne Make-up. Aber ich gehe nie ungeschminkt auf die Straße. Das war auch schon so, bevor ich bekannt wurde. Ich versuche einfach so gut wie möglich auszusehen. Und das Schminken gehört einfach zu meinem Start in den Tag: Ich dusche, ziehe mich an, trage Make-up auf – und dann bin ich „ready for the World“.

 

 

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Mark Mast

BERICHT
KONZERT




Komponieren geht über Studieren

 

 


Das Festkonzert Mozart + präsentierten das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie sowie Jungsolisten unter der Leitung des Chefdirigenten Mark Mast im Cuvilliéstheater der Münchner Residenz. In diesem Jahr feiert die Bayerische Philharmonie ihr 25-jähriges Bestehen.

Gerne hätte Mozart eine Anstellung in München gehabt, aber seine Anfrage wurde abgewiesen. Es hieß, es sei keine Stelle frei. Das erzählte Mark Mast den Konzertbesuchern im Cuvilliéstheater. Eine „Mega-Sensation“ ist es für den Chefdirigenten der Bayerischen Philharmonie, dass das Genie im Alter von acht Jahren seine erste Symphonie geschrieben hat. Sie entstand in England, wo sich Vater und Sohn damals aufhielten. Da Leopold Mozart sehr krank war und dringend Ruhe benötigte, durfte der Filius nicht Klavier spielen. So komponierte Wolfgang Amadeus stattdessen seine erste Symphonie. 
25 Jahre Bayerische Philharmonie: Das Jubiläumsjahr begann an Mozarts Geburtstag, dem 27. Januar 2019, mit dem Festkonzert Mozart +. Jungsolisten waren die preisgekrönten und vom Münchner Publikum gefeierten Virtuosen Javelyn Kryeziu am Klavier und Ganvai Friedrich auf dem Flügelhorn. Die Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart umfasste die Symphonie Nr. 1 in Es-Dur, das Rondo für Horn und Orchester in Es-Dur sowie das Klavierkonzert Nr. 12 in A-Dur.
„Jeder Ton soll wie eine Glocke klingen“, so das Credo von Leopold Mozart – seines Zeichens Komponist, Violinpädagoge und Vater von Wolfgang Amadeus. Anlässlich des 300. Geburtstages des gebürtigen Augsburgers stand dessen Symphonie in D-Dur auf dem Konzertprogramm.
In Erinnerung an den Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Januar 1756 wurde 2004 die Reihe „Mozart + ins Leben gerufen. Mit ihr wird jährlich das musikalische Werk Mozarts einem Komponisten des 20. Jahrhunderts oder der Gegenwart gegenübergestellt und gewürdigt. In diesem Jahr war Pavel Haas (1899-1944) anlässlich seines 75. Todestages Mozarts Gegenüber. Am 27. Januar 2019, dem Holocaust-Gedenktag, ehrten die 22 Musiker aus 18 Nationen den jüdischen Komponisten aus der mährischen Hauptstadt Brünn. Haas wurde 1941 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Während seiner Haft komponierte er mindestens acht Werke, von denen aber nur drei den Zweiten Weltkrieg überdauerten, darunter die Studie für Streichorchester. 1944 wurde Haas im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Der Orchester-Gründer Karel Ančerl überlebte Auschwitz und fand nach Kriegsende in Theresienstadt die Orchesterstimmen, mit Ausnahme des Kontrabasses, wieder. Haas' Schüler Lubomír Peduzzi erstellte daraus 1991 eine neue Partitur und ergänzte die fehlende Kontrabassstimme. Haas' letztes Instrumentalwerk präsentierte das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie beim Konzert. A.M.

ANKÜNDIGUNG
KONZERT
C-Moll-Messe
Wolfgang Amadeus Mozart
17. März 2019, 20 Uhr
Herkulessaal der Münchner Residenz
Carmela Konrad, Sopran
Luise Höcker, Mezzosopran
Gustavo Martín Sánchez, Tenor
Florian Götz, Bariton
Chor und Symphonieorchester der Bayerischen Philharmonie
Mark Mast, Dirigent

 

 

Neujahrskonzert

BERICHT
KONZERT



Liebes- und Lehrerweisheiten


Der Lagunenstadt für Verliebte huldigten Chefdirigent Anthony Bramall, das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz sowie Solistinnen und Solisten bei ihrem umjubelten Crossover-Neujahrskonzert „Buon anno a Venezia“ im Gärtnerplatztheater. 


73 Jahre hat er auf dem wohlgeformten Rücken: Casanova (Erwin Windegger), seines Zeichens ungestümer Betörer holder Geschöpfe. Um keine poetische Liebesweisheit ist der Venezianer  verlegen. Verwegen sind seine Verse, die Damenherzen erglühen lassen. Und mit Leidenschaft schmettert er Toto Cutognos „C'est Venise“.
Beschwingt startete das Gärtnerplatztheater ins Jahr 2019 – mit seiner höchst anmutigen Verbeugung vor der Gondelstadt. Chefdirigent Anthony Bramall, das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz sowie Solistinnen und Solisten präsentierten Meisterwerke mit Venedig-Bezug –  beispielsweise die Strauss-Ouvertüre zu „Eine Nacht in Venedig“, Offenbachs Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ und John Barrys Titelsong zum James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“.
Von Viscontis Verfilmung der Thomas-Mann-Novelle „Der Tod in Venedig“ schwärmte Anthony Bramall schon im Alter von 15 Jahren, wie er dem Publikum verriet. Mehr noch liebt der Brite die melancholische Musik, die Visconti für seinen Film auswählte: Das Adagietto aus der 5. Sinfonie von Mahler ließ das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz erklingen.
Zu Verdis „Rigoletto“ lieferte Bramall folgende Anekdote: Der Komponist wurde einst Zeuge, wie ein Drehorgelspieler „La donna è mobile“ so schnell wie einen Flohwalzer spielte und empfahl dem Straßenmusikanten das Tempo zu drosseln. Als Verdi einige Zeit später den Drehorgelspieler erneut sah, entdeckte er ein Schild, das dieser vor sich aufgestellt hatte. Darauf stand: „Student von Verdi“.
Donnernden Applaus erhielten beispielsweise Ilia Staple (Rigoletto-Arie „Caro nome“) sowie die von Bramall als „amerikanische Geheimwaffe“ angekündigte Jennifer O'Loughlin („Follie, follie.../ Sempre libera“ aus Verdis „La traviata“). Und auf ein glanzvolles Theaterjahr 2019 stießen die Solisten mit einem auf der Bühne gemixten Cocktail an – zu Verdis „Libiamo“ aus „La traviata“. Aleksandra Majzlic


Neujahrskonzert 2019 „Buon anno a Venzia“ – „Frohes Neues Jahr in Venedig“. Musikalische Leitung und Moderation: Anthony Bramall; Dirigenten: Anthony Bramall, Kiril Stankow; Video: Thomas Mahnecke; Mit Jennifer O'Loughlin, Susanne Seimel, Ilia Staple, Matija Meić, Gyula Rab und Erwin Windegger; Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

 

 

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Bryan Ferry

BERICHT
KONZERT



Unvergessene erste Liebe


25 Jahre Night of the Proms in der Münchner Olympiahalle: John Miles verrät, wie er seinen Kontostand jedes Jahr aufbessert, Tim Bendszo demonstriert, wie er sich seit seinem elften Lebensjahr entwickelt hat und Bryan Ferry singt von liebesbedingten Eifersuchtseskapaden.

 
Für Schneewirbelstürme im Bauch sorgt Night of the Proms besonders immer dann, wenn ein Song erklingt, zu dem man mit seiner Jugendliebe getanzt hat – also glücklicherweise mit dem Menschen, der auch jetzt neben einem sitzt. Diese Dauerverliebten melden sich natürlich nicht, als der Moderator Marcus Othmer fragt, wer denn glaube, im nächsten Jahr mit einer anderen Begleitung in die Olympiahalle zu kommen.
25-jähriges Jubiläum feiert Night of the Proms heuer – mit Wohlfühlgarantie für den Konzertbesucher und Künstlern, die ihre Hits in Begleitung des Antwerp Philharmonic Orchestras unter der Leitung der Brasilianerin Alexandra Arrieche präsentieren. Ebenso mit dabei: der klassische Gitarrist Petrit Ceku sowie Flötenmann Gabor Vosteen, der gleichzeitig auf drei in den Mund und zwei in die Nase gesteckten Blockflöten spielen kann.
Viele Fans kennen Bryan Ferry noch aus seiner Roxy-Music-Zeit. Sie schwenken ihre bunten Lämpchen und kennen jede Silbe des Songs „Jealous Guy“ – jene zu Herzen gehende Entschuldigung für durch heftige Liebe hervorgerufene Eifersuchtsanfälle.
Alle Jahre wieder singen die Getreuen mit Enthusiasmus mit, heuer zu „Mambo“ –  als Hommage an den 100. Geburtstag von Leonard Bernstein. Und viele turteln miteinander zu John Miles' „Music was my first love“. Auf der Bühne erzählt der Ausnahmekünstler, dass er gefragt wurde, ob er es denn nicht leid sei, die Proms-Hymne wieder und wieder zu singen. Was für eine Frage! Die Antwort kann nur „Nein!“ lauten. Und so verkündet John Miles: „Es macht mir Freude.“ Dann fügt er grinsend hinzu: „Und Geld kriege ich auch noch dafür.“ Fetzig fährt er fort mit Van Halens „Jump“. „Jump for my love“, schmettern die in Rot gewandeten und ekstatisch tanzenden Pointer Sisters ins Publikum. Dass sie „so excited“ sind, glaubt man den Power Ladys sofort.
Als er elf Jahre alt war, stöberte er in der Plattensammlung seiner Eltern und sang alle möglichen Songs nach. Stimmstark rettet Tim Bendzko heute „nur noch kurz die Welt“. Und der Belgier Milow badet gern in der wogenden Menge, wenn er sein „You don’t know“ anstimmt.
Und weil es wieder so schön war, kaufen sich die Konzertbesucher gleich in der Olympiahalle die Tickets für das kommende Jahr. Denn Night of the Proms lässt in der kalten Jahreszeit ihre Herzen glühen, gehört das Event doch zur Vorweihnachtszeit wie Punsch, Plätzchen und am Adventskalender baumelnde Päckchen. Aleksandra Majzlic

 

 

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Monacensia
BERICHT
LITERATUR







Seher des Zukünftigen

100 Jahre Novemberrevolution in Bayern: Die Münchner Ausstellung „Dichtung ist Revolution. Kurt Eisner, Gustav Landauer, Erich Mühsam, Ernst Toller“ der Monacensia im Hildebrandhaus beleuchtet das revolutionäre Schaffen der vier Schriftsteller und das Verhältnis von Literatur und Politik. 

„Ein Dichter ist kein Phantast, sondern ein Dichter ist der Seher des Zukünftigen“, schrieb Kurt Eisner 1913. Drei Jahre zuvor war der gebürtige Berliner und Sohn aus gutbürgerlichem Hause nach München gekommen. Ziele des Journalisten waren die „Revolutionierung der Köpfe“ und die Hinwendung der Menschen zu Sozialismus und Demokratie. 
Die vier wichtigen politischen Akteure „glaubten mit dem dichterischen Wort den gesellschaftlichen Wandel anzustoßen“, sagte die Kuratorin Laura Mokrohs beim Presserundgang. Denn: „Die Konsequenz der Dichtung ist Revolution...“, so Gustav Landauer 1916. Auch wenn sich die vier Männer nicht immer einig waren – ihre gegenrevolutionären Kontrahenten betrachteten die vier Revolutionäre allesamt als „landfremde Elemente“, wie Laura Mokrohs erläuterte: „Ihre jüdische Herkunft wurde für antisemitische Hetze instrumentalisiert.“
Die sehr anschaulich gestaltete und höchst informative Ausstellung präsentiert unter anderem die umfangreiche Flugblattsammlung der Monacensia sowie Tage- und Notizbücher, Briefe sowie ein privates Fotoalbum. Orientierung für die Besucher bieten ein in der Schau erhältliches kostenloses „Kleines Wörterbuch der Revolution“ – mit Erläuterungen von A wie Agitation bis Z wie Zensur – sowie ein Zeitstrahl mit Informationen zu historischen Ereignissen.
In der Nacht zum 8. November 1918 rief Kurt Eisner in München den Freistaat Bayern aus und wurde erster Bayerischer Ministerpräsident. Die Demokratie, das Frauenwahlrecht und der Achtstundentag gehörten zu den Errungenschaften der unblutigen Revolution. Eisner wollte die neu gebildeten Arbeiter- und Soldatenräte in seiner Regierung neben dem Parlament verankern und die Bevölkerung so an der Regierung beteiligen: „Demokratie heißt nicht die Anerkennung des Unverstandes der Massen, sondern Demokratie heißt der Glaube an die Möglichkeit der Vernunft der Massen“, verkündete er in seiner Rede im provisorischen Nationalrat am 17. Dezember 1918.
Am 21. Februar 1919 wurde Kurt Eisner erschossen. Das Motiv des Attentäters Anton Graf von Arco auf Valley: „Ich hasse die Juden.“ In der Gedächtnisrede für Kurt Eisner am 16. März 1919 sagte Heinrich Mann: „Die hundert Tage der Regierung Eisners haben mehr Ideen, mehr Freuden der Vernunft, mehr Belebung der Geister gebracht, als die fünfzig Jahre vorher. Sein Glaube war die Kraft des Gedankens, sich in Wirklichkeit zu verwandeln, ergriff selbst Ungläubige.“
Gustav Landauer wurde 1919 von Soldaten umgebracht, Erich Mühsam und Ernst Toller wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Im Gefängnis schrieb Erich Mühsam in sein Tagebuch: „Ich glaube an das Glück der Menschheit durch die Revolution.“
Nach ihrer Entlassung verließen Mühsam und Toller Bayern. Mühsam wurde 1934 von den Nazis im Konzentrationslager ermordet. Toller wurde während der NS-Zeit ausgebürgert und nahm sich im Exil in New York 1939 das Leben. Vier Jahre zuvor hatte er in „Meine Biographie“ geschrieben: „Ein revolutionärer Schriftsteller hat nicht das Recht, in einem Elfenbeinturm zu leben. Er muss an den Kämpfen unserer Epoche teilnehmen, er muss diese Kämpfe künstlerisch formen und ihnen zur Darstellung verhelfen.“ Aleksandra Majzlic


9. November 2018 bis 30. Juni 2019, www.muenchner-stadtbibliothek.de/monacensia


 

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Michael Sadler

INTERVIEW mit Michael Sadler von Saga




„In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm “



Interview: Aleksandra Majzlic


Bei der Rock Meets Classic Tour 2018 wartete der Saga-Sänger Michael Sadler unter anderem mit den Hits „Wind Him Up“ und „On The Loose“ auf.
Im Gespräch erzählt er, wie er einst einen Fan in einem Plattenladen verfolgte, wie es ihm mit musikalischen Mitteln gelang, einen Mann aus dem Koma zu holen, und welche Folgen die fehlende „Menschlichkeit“ im Musikbusiness nach sich zieht.

Im zweiten Teil lesen Sie, welcher der schrecklichste Moment in seinem Leben war, was er über Kids in Talentshows denkt und was Ruhm für ihn bedeutet. >>>

 

 

Supertramp

BERICHT
KONZERT



Britische Weißwurst-Fraktion

Von Aleksandra Majzlic


Bei Rock Meets Classic 2018 in der Münchner Olympiahalle befeuern Status-Quo-Frontmann Francis Rossi, Saga-Sänger Michael Sadler, John Helliwell und Jesse Siebenberg von Supertramp sowie diverse Mitstreiter die Energie der Fans. Francis Rossi zeigt, dass er auf Fitness abfährt und John Helliwell bekennt seine Vorliebe für Kräftig-Deftiges am Morgen. 


Hier lesen Sie den Konzert-Bericht. >>>

 

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Hannes Jaenicke

INTERVIEW mit Hannes Jaenicke



„Auf meiner Facebook-Seite wird gelegentlich gehetzt, aber das ist völlig okay“


„Wir sind das einzige Land der Welt, in dem Gutmensch ein Schimpfwort ist“, sagt der als Gutmensch titulierte Schauspieler und Umweltaktivist im Gespräch. Zudem verrät er, von wem er Hass-Post bekam, welche „unfassbar feigen Menschen“ sich nicht vor seine Kamera wagten und wer anfällig ist für die „Nörgel- und Kritiksucht“. 

 

 

 Interview: Aleksandra Majzlic 



Hannes Jaenicke fordert im Interview ein Wildtierverbot im Zirkus, spricht über die letzte Hoffnung auf Nachkommen für die letzten drei Vertreter des Nördlichen Breitmaul-Nashorns und kündigt seine nächste Doku an, in der es um den „Schweinkram“ hierzulande geht. >>>

 

 

 

 

 

 

Bille August

INTERVIEW mit Bille August

 


„Das Leben ist fast ein Wunder“


Ob er Angst vor dem Sterben hat und an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt und welchen Schmerz ihm einst sein Vater zufügte, das erzählt der angesehene Regisseur („Silent Heart – Mein Leben gehört mir“) im Gespräch.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, inwiefern Bille August ein „reicher Mann“ ist, welche Belohnung er sich nach der Arbeit am Set wünscht und welche Filme er sich privat niemals anschaut. >>>

 

 

 

 

 

 

Katrin Sass

INTERVIEW mit Katrin Sass





„Ich habe keine Angst,
in Fettnäpfchen zu treten“


Warum sie in der DDR von adidas-Klamotten lieber die Finger ließ, wie sie nun in die „Schublade von Klaus Kinski“ geriet und worauf sie am Set keine Lust mehr hat, das verrät die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin („Good Bye Lenin!, „Weissensee“) im Gespräch.

 Interview: Aleksandra Majzlic 

 

Im zweiten Teil lesen Sie, wozu Katrin Sass 1989 der Mut fehlte, was sie heute „gruselig“ findet und was nach ihrem Ausraster in der TV-Sendung von Markus Lanz passierte. Zudem erfahren Sie, warum das Konzert von Katrin Sass in der Berliner Bar jeder Vernunft 2015 „supermegaspitzenklasse“ war. >>>