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ANKÜNDIGUNG
KONZERTE
Heimat ist ein Gefühl
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Saison 2026/2027: Unter dem Titel „Heimat(en)“ präsentiert das Münchener Kammerorchester (MKO) mit seinen drei „Associated Conductors“ Bas Wiegers, Jörg Widmann (Foto) und Enrico Onofri unter anderem Werke von Bartok, Dvorak und Richard Strauss. Zu Gast sind beispielsweise die Violinistin Isabelle Faust, der Pianist Alexander Lonquich und der Cellist Nicolas Altstaedt.
In einer Welt, in der Musik so global verfügbar ist wie nie zuvor, in der allein das Münchener Kammerorchester Musikerinnen und Musiker aus 17 Ländern versammelt und in der Solisten und Dirigenten ständig reisen, kann die Musik auch selbst zur Heimat werden. Dieses Verständnis zwischen individueller und gemeinschaftsstiftender Bedeutung soll der Saisontitel „Heimat(en)“ des MKO ausdrücken.
Ein roter Faden, der gerade für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts bedeutsam ist, ist der Verlust der Bindung an die alte Heimat bzw. die Sehnsucht nach einer neuen Heimat im Exil und die – äußere wie innere – Emigration. Beispielhaft hierfür steht der tief in der Volksmusik seiner Heimat verwurzelte, ins Exil gezwungene Ungar Bela Bartok, dessen „Divertimento“ sich seit langem wieder in einem Abonnementprogramm des MKO findet. In ähnlicher Weise wichtig für die Besetzung des MKO sind das „Concerto funebre“ und die 4. Symphonie von Karl Amadeus Hartmann, beides vehemente Anklagen eines heimatlos Gewordenen gegen eine geraubte, ins Völkische pervertierte Heimat.
Geradezu „trunken“ vor Freiheitsliebe und Heimatverbundenheit, allerdings aus italienischer Perspektive, ist die auf Schillers Drama beruhende Ouverture Rossinis zu „Wilhelm Tell“ (1. Abokonzert, Prinzregententheater). Der wechselvollen Beziehung zwischen Italien und Deutschland ist auch das große CD-Projekt „Beethoven And The Italians“ gewidmet (mit Enrico Onofri).
Ein anderes langjähriges Projekt des Orchesters, die Aufführung aller Beethoven-Klavierkonzerte mit Alexander Lonquich, wird auch 2027 fortgesetzt, unter anderem erneut in der Isarphilharmonie im Gasteig HP8. Die Verbundenheit mit der Heimat München und der Einfluss des Vaters, der als Hofopernhornist tätig war, prägen unmittelbar eines der ersten Schlüsselwerke von Richard Strauss, das 1882/83 entstandene Hornkonzert Nr. 1 (1. Abokonzert).
Ein ganz anderer Heimatbegriff begegnet uns bei Robert Schumann. Im Werk des Komponisten, der die größte Zeit seines Lebens in Sachsen verbrachte, hat Heimat weniger eine geografische Bedeutung, sondern geht auf im Ideal der deutschen romantischen Bürgerlichkeit. Antonin Dvoraks 7. Symphonie ist hingegen – vor allem im „Scherzo“ – wie viele seiner Werke tief von seiner böhmischen Heimat durchtrankt.
Das MKO freut sich auf Wiederbegegnungen mit Isabelle Faust, Leila Josefowicz, Nicolas Altstaedt, Anastasia Kobekina, Kristian Bezuidenhout und am Pult mit Delyana Lazarova und Kristian Sallinen. Der Hornist Ben Goldscheider, der Bariton Christian Immler sowie die Dirigenten Brad Lubman, Vimbayi Kaziboni und Marc Hajjar sind erstmals beim MKO zu erleben. A.M.
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ANKÜNDIGUNG
FILMTIPP
Erinnerungen bewahren |
Warum das Münchner Café Zelig als Begegnungsraum für Schoah-Überlebende von unschätzbarem Wert ist, zeigt der wunderbare Dokumentarfilm „Das Zelig" von Tanja Cummings.
Wenn die Schoah-Überlebenden gemeinsam ihre Stimmen erheben, Lieder singen, die sie an ihre Jugend, ihre Heimat und ihr Leid erinnern, sind das die besonders berührenden Szenen in Tanja Cummings´ Dokumentarfilm „Das Zelig“, der im Jüdischen Gemeindezentrum in München vorgeführt wurde.
Der Film ist eine Hommage an das Café Zelig der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Initiator und klinischer Leiter dieses Begegnungsortes für Schoah-Überlebende ist der Psychoanalytiker Dr. Joram Ronel. Leiterin ist die Sozialpädagogin Miriam Acoca-Pres.
Das Wort „Zelig“ geht auf das jiddische Wort für „gesegnet“ zurück, spielt aber auch auf Gefühle von Heimat, Zugehörigkeit und Leichtigkeit an. Jede Woche kommen die Senioren im Café Zelig zusammen. Einige von ihnen erzählen von dem Schrecklichen, das ihnen einst widerfahren ist. Andere schweigen und hören zu; doch manchmal können sie es kaum ertragen vom Trauma ihrer Tischnachbarn zu erfahren. Zu den seelischen Belastungen der Überlebenden kommen häufig auch finanzielle Schwierigkeiten. Die psychischen und wirtschaftlichen Einschränkungen führen oft dazu, dass sich die Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und vereinsamen. Dem will das Café Zelig entgegenwirken.
Tanja Cummings traf ihre Protagonisten für den Dreh auch in deren Wohnungen und begleitete sie an Orte in Polen, die für ihr Leben bestimmend sind. Zudem kommen Nachkommen der Schoah-Überlebenden zu Wort. Bewegend ist der Film unter anderem auch, weil er zeigt, wie lebensbejahrend und voller Energie die Zeligs trotz ihrer dramatischen Geschichte sind: Sie lachen, feiern und tanzen zusammen. A.M.
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TIPP
BUCH „Mut zum Protest. Erfahrungen von DDR-Zeitzeugen“ von Aleksandra Majzlic (zu Klampen Verlag, www.zuklampen.de).
Zeitzeugen erzählen von ihrer einstigen Rebellion gegen das DDR-Unrechtsregime und ihrem unermüdlichen Einsatz für die Aufarbeitung der Diktatur.
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Bereits lange vor dem Mauerfall opponierten DDR-Bürger gegen die Willkür und Gewalt in ihrem Staat. Aleksandra Majzlic hat einige dieser Zeitzeugen interviewt bzw. porträtiert. Ihre Schilderungen zeugen von der Möglichkeit und vom Mut des Einzelnen, sich gegen Anpassung und Willfährigkeit zu entscheiden und Widerstand zu leisten. Die Protagonisten berichten, wie sie für ihre Überzeugungen einstanden und was sie erreicht haben. Und sie enthüllen erschütternde Details eines grausamen Überwachungs- und Unterdrückungssystems.
Die Porträtierten stehen beispielhaft für jene, die 1989 den politischen Wandel im Osten Deutschlands durchgesetzt haben. In den persönlichen Erfahrungen und Reflexionen dieser Menschen wird die DDR-Geschichte und deren Aufarbeitung konkret. Mit seinem ehemaligen Stasivernehmer, DDR-Juristen und Spitzeln setzte sich Gilbert Furian auseinander. Monika Lembke erzählt in Schulen von ihrem Kampf für ihre Ausreise. Über sein Leben als Homosexueller in der DDR und seine gescheiterte Flucht berichtete Mario Röllig in den USA und in Russland. Und die Berlinerin Katrin Behr unterstützt Menschen, die in der DDR zwangsadoptiert wurden – wie sie selbst.
„Ich finde es wichtig, dass Aleksandra Majzlic bekannte, aber vor allem auch weniger bekannte mutige Menschen in diesem Buch präsentiert. Diese Menschen boten den Oberen in der DDR die Stirn und beteiligen sich heute an der Aufarbeitung, indem sie schildern, wie die DDR wirklich war und wozu ihre Diener fähig waren", so Katrin Sass im Vorwort.
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INTERVIEW mit Katrin Sass
„Ich habe keine Angst,
in Fettnäpfchen zu treten“
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Warum sie in der DDR von adidas-Klamotten lieber die Finger ließ, wie sie nun in die „Schublade von Klaus Kinski“ geriet und worauf sie am Set keine Lust mehr hat, das verrät die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin („Good Bye Lenin!, „Weissensee“) im Gespräch.
Interview: Aleksandra Majzlic
Im zweiten Teil lesen Sie, wozu Katrin Sass 1989 der Mut fehlte und was sie heute „gruselig“ findet.. >>>
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INTERVIEW mit Michael Sadler von Saga
„In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm “
Interview: Aleksandra Majzlic
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Im Gespräch erzählt er, wie er einst einen Fan in einem Plattenladen verfolgte, wie es ihm mit musikalischen Mitteln gelang, einen Mann aus dem Koma zu holen, und welche Folgen die fehlende „Menschlichkeit“ im Musikbusiness nach sich zieht.
Im zweiten Teil lesen Sie, welcher der schrecklichste Moment in seinem Leben war, was er über Kids in Talentshows denkt und was Ruhm für ihn bedeutet. >>> |
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INTERVIEW mit Hannes Jaenicke
„Auf meiner Facebook-Seite wird gelegentlich gehetzt,
aber das ist völlig okay“ |
„Wir sind das einzige Land der Welt, in dem Gutmensch ein Schimpfwort ist“, sagt der als Gutmensch titulierte Schauspieler und Umweltaktivist im Gespräch. Zudem verrät er, von wem er Hass-Post bekam, welche „unfassbar feigen Menschen“ sich nicht vor seine Kamera wagten und wer anfällig ist für die „Nörgel- und Kritiksucht“.
Interview: Aleksandra Majzlic
Hannes Jaenicke fordert im Interview ein Wildtierverbot im Zirkus, spricht über die letzte Hoffnung auf Nachkommen für die letzten drei Vertreter des Nördlichen Breitmaul-Nashorns und kündigt seine nächste Doku an, in der es um den „Schweinkram“ hierzulande geht. >>> |
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INTERVIEW mit Bille August
„Das Leben ist fast ein Wunder“ |
Ob er Angst vor dem Sterben hat und an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt und welchen Schmerz ihm einst sein Vater zufügte, darüber spricht der angesehene Regisseur („Silent Heart – Mein Leben gehört mir“) im Interview.
Interview: Aleksandra Majzlic
Im zweiten Teil erfahren Sie, inwiefern Bille August ein „reicher Mann“ ist, welche Belohnung er sich nach der Arbeit am Set wünscht und welche Filme er sich privat niemals anschaut. >>> |
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