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Zauberfloete

BERICHT
OPER 


Die Entdeckung der Liebe


 

Am Münchner Gärtnerplatztheater huldigt die Mozart-Oper der Leidenschaft, die Helden schafft. „Die Zauberflöte“ nach einer Inszenierung von Rosamund Gilmore setzt auf Werktreue und ein stimmgewaltiges Ensemble. 

Völlig verzückt ist der Schönling Tamino, als er das Bildnis von Pamina erblickt, ist dies doch „bezaubernd schön“, wie er schwärmt. Und als die Königin der Nacht ihn beauftragt, ihre Tochter Pamina dem mächtigen Sarastro zu entreißen, ist seine Tatenlust dank der urplötzlich aufflammenden Leidenschaft geweckt. Und das, obwohl es ihm kurz zuvor beim Kampf mit einer Schlange an Heldenmut fehlte. Um die lauernden Gefahren dieser Rettungsaktion wissend, gibt die Königin dem Jüngling eine jegliche Widersacher besänftigende Zauberflöte mit sowie den Pfiffikus Papageno mit einem magischen Glockenspiel und drei wegweisende Knaben. Angekommen in Sarastros Reich, entdeckt Tamino seine Angebetete. Doch das Liebesglück ist ihm noch nicht hold. Er muss noch eine von Sarastro auferlegte Charakterprobe bestehen. Einer Prüfung entzieht sich auch Papageno, wird ihm doch als Siegeslohn eine Papagena versprochen.
Mozarts 1791 in Wien uraufgeführte Oper ist eine Sammlung berühmter Melodien – dazu gehören beispielsweise die Bildnis-Arie, „Der Vogelfänger bin ich ja“, „Ein Mädchen oder Weibchen“ und das Pa-Pa-Pa-Duett. Die Inszenierung von Mozarts populärstem und zugleich rätselhaftestem Musiktheaterwerk kommt nicht zu pompös daher, sondern begeistert mit einem zurückhaltenden Bühnenbild. Besonders einfallsreich sind die Kostüme der vom Flötenklang angelockten Tiere (Gorilla, Panther, Warzenschwein und Hyäne), die Tamino und Papageno beschützen. Neben Dean Power (als Tamino) und Sophie Mitterhuber (in der Rolle der Pamina) betörten vor allem Christoph Seidl mit der Bass-Arie des Sarastro „In diesen heil'gen Hallen“ sowie die Sopranistin Sofia Mchedlishvili als Königin der Nacht mit der Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“. Aleksandra Majzlic

Die Zauberflöte, Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Text nach Emanuel Schikaner, musikalische Leitung: Michael Brandstätter, Regie nach Rosamund Gilmore, Spielleitung: Ferdinand Hofmann, weitere Vorstellungen am 31. März, am 8. und 22. April sowie am 10. Mai 2018,  www.gaertnerplatztheater.de

 

 

Koepplinger ANKÜNDIGUNG
GÄRTNERPLATZTHEATER
Maria Stuarda
Tragedia lirica
Premiere: 22. März 2018
Musik von Gaetano Donizetti
Libretto von Giuseppe Baldari
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Die Oper „Maria Stuarda´“ - nach Schillers klassischem Drama - hat Donizetti mit schönstem und reichstem Belcanto ausgestattet. Donizettis „tragedia lirica“ wurde 1835 in Mailand uraufgeführt und erhielt, dank der Besetzung herausragender Sängerinnen, einen festen Platz im Repertoire internationaler Opernbühnen. Bei diesem Fest der Stimmen ist Jennifer O'Loughlin in der Titelpartie zu erleben, ihre Kontrahentin Elisabetta wird von Nadja Stefanoff verkörpert. Chefdirigent Anthony Bramall hat die musikalische Leitung. Nach seiner Inszenierung von Vincenzo Bellinis „La sonnambula“ im Jahr 2015 setzt Regisseur Michael Sturminger nun auch Donizettis klingendes Psychogramm zweier aufs engste miteinander verbundener Frauengestalten am Gärtnerplatztheater neu in Szene.
Foto: Staatsintendant Josef E. Köpplinger

 

 

MKO Schuldt ANKÜNDIGUNG
KONZERT
Münchener Kammerorchester
7. Abonnementkonzert
26. April 2018, 20 Uhr
Prinzregententheater
Bryce Dessner, E-Gitarre
Johannes Öllinger, E-Gitarre
Steffen Ahrens, E-Gitarre
Ben Gernon, Dirigent
Maurice Ravel „ Tombeau de Couperin“
Tristan Murail „ Contes cruels“ für zwei E-Gitarren und Orchester
Bryce Dessner „Wires“ für großes Ensemble
Felix Mendelssohn Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 11

 

 

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Purim BERICHT
PURIMSPIEL


Der Schlüssel zum Erfolg


Mit einem Gag-Feuerwerk wartete das Purimspiel „Glatt Jiddisch“ auf – nach Sketchen des legendären Komikerpaares Shimon Dzigan und Israel Schumacher, in Szene gesetzt und vorgetragen von der Gruppe Glatt Jiddisch. Die Veranstaltung fand im Jüdischen Gemeindezentrum am Jakobsplatz statt.

Einsteins Relativitätstheorie zu erläutern kann relativ schwierig sein, wenn man ein begriffsstutziges Gegenüber hat: Zwei Kumpane reden eigentlich ständig aneinander vorbei. Der eine schwärmt von Einstein und der Relativitätstheorie und erklärt sie wie folgt: „Sieben Haare auf dem Kopf zu haben ist wenig, sieben Haare in der Milch vorzufinden ist sehr viel.“ Der andere hört statt Einstein ständig Weinstein und denkt dabei an seinen Bekannten Weinstein.
Das mit Wortwitz und Situationskomik aufwartende, vom Publikum begeistert aufgenommene  Purimspiel (Jiddisch mit deutschen Übertiteln) veranstalteten die Europäische Janusz-Korczak-Akademie und das Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München & Oberbayern.
Purimspiele sind für die jiddischsprachige Kultur von großer Bedeutung. Die heiteren Darbietungen lassen sich bis ins 16. Jahrhundert nachweisen. Purim erinnert an die wundersame Errettung des jüdischen Volkes vor seinen Feinden in der Diaspora. Zur Gruppe Glatt Jiddisch gehören Roman Haller, Dora Harman, Benny Meiteles, Robby Rajber, Eli Teicher und Hanna Zweifler.
Beifall bekamen die Darsteller unter anderem auch für diesen Sketch: Ein Gauner bereitet gerade einen Einbruch in ein Haus vor, als sich eine Nachbarin zu ihm gesellt. Schließlich lotst sie ihn weg von dem Haus, das er ausrauben will. Sie macht ihn aufmerksam auf ein anderes Anwesen, wo es noch viel mehr zu holen gibt und ganz easy noch dazu. Denn sie gibt ihm den Schlüssel dafür. Warum tut sie das? Ganz einfach, damit ihr Gatte, seines Zeichens Richter „was zu tun hat“. A.M.




 

Juedisches Gemeindezentrum

ANKÜNDIGUNG
BUCHPRÄSENTATION
19. März 2018, 20 Uhr, Münchner Literaturhaus
„Alltag im Ausnahmezustand – Mein Blick auf Israel“

Ein Abend mit Richard Chaim Schneider
Veranstalter: DVA, Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeine München & Oberbayern (Foto) und Stiftung Literaturhaus


Innerlich zerrissen und von außen bedroht: Wie sieht Israels Zukunft aus? – Einer der besten Kenner des Landes berichtet.
„Alltag im Ausnahmezustand“ ist das Porträt eines Landes, das hin- und her gerissen ist zwischen Normalität und Ausnahmezustand, zwischen Konsum und Krieg, zwischen der Sehnsucht nach Frieden und dem Bedürfnis nach Sicherheit. Richard C. Schneider bereist als Journalist seit über 30 Jahren den Nahen Osten und war von 2006 bis 2015 als Leiter und Chefkorrespondent des ARD-Studios Tel Aviv verantwortlich für Israel und die palästinensischen Gebiete. In seiner Analyse konzentriert er sich vor allem auf die komplexe und komplizierte Entwicklung der israelischen Gesellschaft in den vergangenen Jahren. Zwischen Hightech-Hub und religiösem Fundamentalismus steht die israelische Gesellschaft in einer Zerreißprobe, nicht zuletzt unter dem Eindruck allseitiger Bedrohungen von außen. Moderation: Gila Lustiger.
Nähere Informationen unter www.ikg-m.de.

 

 

Norman
TIPP
DVD „Norman“ (im Handel erhältlich / Sony Pictures Home Entertainment)
Pretty Man Richard Gere als nonchalanter Nebbich zum Niederknien in einem tragikomischen Film von Regisseur Joseph Cedar (Oscar-Nominierung für „Footnote“). Im Rahmen der 9. Jüdischen Filmtage in München wurde der Film im Jüdischen Gemeindezentrum am Jakobsplatz gezeigt.

 


Der New Yorker Norman Oppenheimer (Richard Gere) hat hochfliegende Träume, scheitert aber  immer wieder an der Realisierung. Er will jedermanns unverzichtbarer Freund, jedermanns Problemlöser sein. Eines Tages heftet sich der Pseudo-Businessman an die Fersen des israelischen Politikers Micha Eshel (Lior Ashkenazi), bequatscht ihn und kauft ihm schließlich sündteure Schuhe. Eshel ist gerührt und Norman fest davon überzeugt, die beste Investition seines Lebens getätigt zu haben.
Und in der Tat: Als Eshel Premierminister Israels wird, erinnert er sich an seinen großzügigen Bewunderer, verhilft dem Geltungssüchtigen zu langersehntem Ansehen. Sofort legt sich Norman bei ein paar Tauschgeschäften mächtig ins Zeug, darin involviert sind unter anderem auch Eshel sowie Normans Neffe (Michael Sheen) und ein Rabbi (Steve Buscemi). Und schon läuft alles aus dem Ruder.


 

 

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Lilo Pulver
GEWINNSPIEL
BUCH „Dem Leben ins Gesicht gelacht“ von Liselotte Pulver (Wilhelm Heyne Verlag) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 7. April 2018 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

Ihr lautes Lilo-Lachen ist legendär – amüsieren kann sie sich beispielsweise königlich über galoppierende Kühe, die auf komische Weise kollektiv in Eile geraten, wenn der Bauer Futter oder Wasser bringt. Und sie gesteht, dass sie Freude an jedem Blödsinn hatte. Die Pulver und Heinz Rühmann hatten beispielsweise einen Heidenspaß, wenn beim Dreh etwas schieflief. Heinz gab ihr daher den Spitznamen „Klamotten-Dame“.
„Es war und ist ein glückliches, ein gelungenes Leben“, sagt Liselotte Pulver heute. Die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin lebt in einer Altersresidenz am Rande ihrer Geburtsstadt Bern und wird im kommenden Jahr ihren 90. Geburtstag feiern. Ihre veröffentlichten amüsanten und berührenden Erinnerungen basieren auf den Gesprächen mit den Journalisten Olaf Köhne und Peter Käfferlein.
Das Lachen verging ihr immer ganz schnell, wenn ihre Schauspielkunst kritisiert wurde, wie sie einräumt: „Das wollte ich nicht hören! Weil ich doch immer das Maximum gab, wenn ich eine Rolle spielte.“ Eine Traumrolle war für sie die süße Ungarin Piri, die heillos in den deutschen Studenten Andreas (gespielt von Gunnar Möller) verknallt war („Ich denke oft an Piroschka“).
Ihre absolute Lieblingsrolle? Toni Buddenbrook in der Verfilmung des Thomas-Mann-Romans „Die Buddenbrooks“ (1959) – an der Seite von Hansjörg Felmy und Nadja Tiller: „Es war die komplexeste und vielseitigste Rolle meiner Karriere. Vom Übermut bis zur Tragödie – sie beinhaltete alles.“ Jungen Schauspielern und Schauspielerinnen rät sie: „Lernt! Und nehmt Unterricht! Die Praxis ist das Wichtigste!“

 

 

Ulla Hahn
GEWINNSPIEL
BUCH Wir werden erwartet“ von Ulla Hahn (DVA) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 7. April 2018 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

Fesselnde Geschichte einer verführbaren jungen Frau in den turbulenten Jahren nach 1968 von der vielfach auszeichneten Autorin Ulla Hahn: Hilla Palms hat ihre Heimat endlich gefunden – in der Literatur und bei Hugo. Gemeinsam entdecken sie die Liebe und erleben die wilden 68er Jahre. Doch schließlich macht das Schicksal ihre Pläne zunichte. Hilla klammert sich an Menschen, die für Frieden und Gerechtigkeit streiten. Sie folgt ihren Überzeugungen, muss aber schließßlich erkennen, dass Freiheit ohne die Freiheit des Wortes nicht möglich ist. –  Für ihren Roman „Das verborgene Wort“ (2001) erhielt Ulla Hahn den ersten Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte der Bestseller „Aufbruch", der zweite Teil des Epos, und 2014 die Fortsetzung „Spiel der Zeit". „Wir werden erwartet" bildet den Abschluss ihres autobiografischen Romanzyklus.

 

 

Kammerspiele

ANKÜNDIGUNG
THEATER

Münchner Kammerspiele
Intendant: Matthias Lilienthal (Foto)
1922 wurde Bertolt Brechts Stück „Trommeln in der Nacht“ an den Münchner Kammerspielen von Intendant Otto Falckenberg uraufgeführt. In seiner Inszenierung des Stückes stellt sich Hausregisseur Christopher Rüping nun heute vor, wie diese Uraufführung wohl ausgesehen hat. Premiere war am 14. Dezember in der Kammer 1.

Am Ende von Brechts Stück entscheidet sich ein Kriegsheimkehrer für sein privates Glück und gegen den revolutionären Spartakus-Aufstand, dessen Anhänger die Redaktionen im Berliner Zeitungsviertel besetzen wollen. Und damit scheitern. Aber schon während Bertolt Brecht sein Stück schreibt und auch im Laufe seines folgenden Lebens hadert er immer wieder mit diesem Ende, das er als junger Mann schrieb. Könnte der Kriegsheimkehrer sich auch für die Revolution entscheiden statt für das Privatleben? Christopher Rüping stellt in seiner Inszenierung die Frage: Was wäre gewesen, wenn...? Zwei Inszenierungen mit jeweils einem anderen Schluss sind alternierend zu sehen: „Trommeln in der Nacht“ von Bertolt Brecht und „Trommeln in der Nacht“ nach Bertolt Brecht

 

 

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Doris Doerrie
BERICHT
LITERATUR
8. Literaturfest München zieht Bilanz: Neuer Besucherrekord
Zur 58. Münchner Bücherschau, dem von Doris Dörrie kuratierten forum:autoren, zum Festprogramm des Literaturhauses München sowie zur Geschwister-Scholl-Preisverleihung kamen insgesamt rund 23.000 Besucher, darunter erneut die beeindruckende Zahl von rund 7.000 Gästen beim Kinder- und Schulklassenprogramm der Münchner Bücherschau. Die große Buchausstellung im Gasteig zog insgesamt rund 160.000 Interessierte an.




Zum Festival vom 15.11. bis 3.12.2017 kamen rund 80 internationale Autorinnen und Autoren in die Landeshauptstadt.

Mit „Alles Echt. Alles Fiktion“ stellte Doris Dörrie in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus München ein aktuell brisantes Thema in den Mittelpunkt und beleuchtete aus Perspektiven der Literatur, des Films, des Hörspiels, der Wissenschaft und des Journalismus, wie Imagination und Wirklichkeit, Fakt und Fiktion zueinanderstehen.
Besuchermagnet der 58. Münchner Bücherschau war die große Buchausstellung mit über 300 Verlagen im Münchner Gasteig und einem Programm für Leserinnen und Leser jeder Generation.
Im Rahmen des Literaturfests wurden zwei Preise verliehen: der Geschwister-Scholl-Preis an den Autor Hisham Matar für sein Buch „Die Rückkehr“ und der Preis für einen Bayerischen Kleinverlag an den Augsburger Maro-Verlag.
Das 9. Literaturfest München findet vom 14.11. bis 2.12.2018 statt.

 

 


 

 

Blauer Reiter BERICHT
KUNST





Kunst als Weltsprache 


Der „Blaue Reiter“  sprintete durch Berlin, Frankfurt, Madrid, Venedig und wagte den Sprung nach New York. Nun ist die weltweit größte Sammlung an Bildern aus dem Künstlerkreis wieder im Münchner Lenbachhaus.

Die Bilder mussten reisen – denn Marcs Ziel war es schließlich, dass man den Ideen der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ auf der Landstraße begegnen sollte. Nun sind die Werke wieder an ihrem angestammten Platz. Das Lenbachhaus richtete die Abteilung des „Blauen Reiter“ wieder ein – nach den Ausleihen für die Kooperationsausstellungen „August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft“ (2015) und „Klee und Kandinsky. Nachbarn, Freunde, Konkurrenten“ (2015/2016) sowie für Ausstellungen im Museo Thyssen-Bornemisza Madrid, im Museum of Modern Art in New York, im Frankfurter Städel, in der Alten Nationalgalerie Berlin, im Palazzo Ducale, Venedig etc.
Leihgaben gingen auch nach Asien und nach Russland. Und deshalb zieht das Lenbachhaus auch viele Asiaten und Russen an. „Der Blaue Reiter ist ein kultureller Botschafter der Stadt München“, sagte Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers beim Presserundgang: „Paris hat seinen Eiffelturm, wir haben unseren Blauen Reiter“,
Das Lenbachhaus besitzt die weltweit größte Sammlung zur Kunst des „Blauen Reiter“, eine der bedeutendsten Künstlergruppen der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diesen Umstand verdankt das Museum in erster Linie der großzügigen Stiftung von Gabriele Münter. Anlässlich ihres 80. Geburtstags 1957 machte die Malerin dem Lenbachhaus über 1000 Werke des „Blauen Reiter“ zum Geschenk. Mit dieser großartigen Schenkung wurde die Städtische Galerie im Lenbachhaus zu einem Museum von Weltrang.
Das einzigartige Ensemble der Gabriele Münter Stiftung wurde 1965 durch eine weitere wichtige Schenkung ergänzt: Angeregt durch ihr Vorbild stifteten die Erben von Bernhard Koehler Hauptwerke von Franz Marc und August Macke.
Der Kreis des „Blauen Reiter“ in München und Murnau gehört neben der Künstlergemeinschaft der „Brücke“ in Dresden und Berlin zur wichtigsten Erneuerungsbewegung der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zum figürlichen Expressionismus der „Brücke“-Künstler entwickelte der Kreis des „Blauen Reiter“ ab 1908 eine spezifische Art von strahlend farbiger, expressiver und zum Teil abstrahierender Formensprache.
„Mit seiner Abstraktion hat der Blaue Reiter die Idee der Weltsprache der Kunst entwickelt“, so Lenbachhaus-Direktor Matthias Mühling. Spezifikum des „Blauen Reiter“ war der Pluralismus der künstlerischen Äußerungen. In ihrem 1912 herausgegebenen Almanach „Der Blaue Reiter“ stellten Kandinsky und Marc Volkskunst, Kinderkunst, ägyptische Schattenbilder, afrikanische Schnitzereien oder bayerische Hinterglasbilder gleichberechtigt neben die Kunstwerke alter europäischer Meister oder der aktuellen Avantgarde. In diesem Sinne hatten Kandinsky und Marc in ihrem nicht veröffentlichten Vorwort für den Almanach geschrieben: „Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit.“ Ein eigener Raum ist dem Almanach und seinen Bildwerken im Lenbachhaus gewidmet. Auf einem Touchscreen kann der Besucher durch das berühmte Buch blättern.
Der m
it „Blauer Reiter“ betitelte Almanach gab der ganzen Bewegung den Namen. Die historische Redaktionssitzung fand am 24. und 25. Oktober 1911 im Haus von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter in Murnau statt. Mit dabei: Franz und Maria Marc sowie August und Elisabeth Macke. Im Salon von Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky (Foto: Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff, 1909) in der Giselastraße in München debattierten die Maler regelmäßig.
Kreative Jahre verbrachte Wassily Kandinsky von 1909 bis 1914 mit seiner Lebensgefährtin Gabriele Münter in einem Landhaus in Murnau, das heute als Münter-Haus bekannt ist. Sie hatten das Städtchen bei einem Malerausflug entdeckt
. Franz Marc bezeichnete die ganze Region wegen ihrer über die Jahreszeiten hinweg wechselnden bläulichen Farb- und Lichtstimmungen als das Blaue Land und bekannte: „Blau ist die einzige Farbe, bei der ich mich wohlfühle.“ A.M.


„Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit“. „Der Blaue Reiter“ kehrt zurück. Seit Februar 2016 im Münchner Lenbachhaus, Dienstag 10 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr und an allen Feiertagen geöffnet

 

 
 
My Fair Lady  

BERICHT
MUSICAL




Vokalübungen sind das A und O




„Es greant so grean“: In Josef E. Köpplingers schmissiger Neuinszenierung von „My Fair Lady“ am Münchner Gärtnerplatztheater sprechen die Darsteller in den Mundart-Passagen erstmals Bayerisch anstelle von Berlinerisch. Das Publikum würdigte den Elan des Ensembles mit kräftigem Applaus.


Einen gemeinen „Mord an der Muttersprache“ erträgt Mr. Higgins einfach nicht. Und wenn seine Schülerin Eliza das „Ü“ in ein schlampiges „EA“ verwandelt, wird dem Phonetik-Professor  wahrlich übel. Dennoch verdonnert er das derb daherredende Blumenmädel zum Unterricht, bringt sie sogar dazu mit Kieselsteinen im Mund zu sprechen. Schließlich hat der Londoner mit seinem Kollegen Oberst Pickering gewettet, dass er binnen von sechs Monaten die „kannibalische Schlampe“ in eine gebildet parlierende „Königin“ verwandeln kann. Und siehe da: Schließlich sagt sie den Satz „Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ höchst akkurat auf. Prompt kleidet der feine Pinkel Higgins Eliza neu ein und präsentiert sie auf dem Rennplatz von Ascot seiner standesbewussten Mutter nebst High Society Clan.
1956 fand die Uraufführung des Musicals in New York statt, 1984 folgte die Erstaufführung am Staatstheater am Gärtnerplatz unter der Regie von August Everding mit Cornelia Froboess und Gisela Ehrensperger. Nun stehen die Damen wieder auf der Bühne – in der fulminanten Neuinszenierung von Staatsintendant Josef E. Köpplinger mit den Gute-Laune-Liedern „Mit an Fingahuat voi Glück“, „Warat des ned wundascheen“ und „Ich hätt' getanzt heut' Nacht“.
Für den Auftritt auf dem Rennplatz von Ascot staffierte Marie-Luise Walek die Herren mit edlem Frack und Zylinder und ihre Begleiterinnen mit rauschenden Rüschen-Roben und überdimensionalen Hüten aus. Wunderbar ist die Szene, als Eliza (Nadine Zeintl) mit Mrs. Higgins (Gisela Ehrensperger) Smalltalk betreibt, ihre bestens einstudierten Bemerkungen von sich gibt, immer wieder mal in ihren alten Straßenjargon zurückfallt und die Clique so in höchstes Erstaunen versetzt. Überzeugend spielt Michael Dangl den hochnäsigen Frauenmissversteher Higgins. Und Friedrich von Thun brilliert in der Rolle des Gutmütigen, der Higgins Strenge mit der lernwilligen Schülerin kritisiert und vor lauter Freude über Elizas Erfolge zu tanzen beginnt. Aleksandra Majzlic

My Fair Lady, Musical nach Bernard Shaws „Pygmalion“ und dem Film von Gabriel Pascal; Regie: Josef E. Köpplinger, musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz, Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe, Deutsch von Robert Gilbert, Münchner Textfassung von  Josef E. Köpplinger, ins Bayerische übertragen von Stefan Bischoff, weitere Vorstellungen am 18. und 25. März, am 6., 7., 14. und 15. April sowie am 1., 3. und 10. Juni 2018, www.gaertnerplatztheater.de

 

 

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Michael Sadler

INTERVIEW mit Michael Sadler von Saga




„In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm “

 

 

Ein sagenhaft emotionales Hammerjahr war 2017 für alle Saga-Getreuen: Frontman Michael Sadler verkündete, dass er und seine „Brüder“ beschlossen haben, sich nach Ende der ausverkauften Tour 2017 zu trennen. Nun heilt Michael Sadler wunde Fan-Seelen mit Balsam: Bei der Rock Meets Classic Tour 2018 wartet der Saga-Sänger unter anderem mit den Hits „Wind Him Up“ und „On The Loose“ auf (15. April 2018, Münchner Olympiahalle).
Im Gespräch erzählt er, wie er einst einen Fan in einem Plattenladen verfolgte, wie es ihm mit musikalischen Mitteln gelang, einen Mann aus dem Koma zu holen, und welche Folgen die fehlende „Menschlichkeit“ im Musikbusiness nach sich zieht.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

ML: Die kanadische Band Saga hat in vierzig Jahren acht Millionen Alben unters Fan-Volk gebracht und war mit mehr als 1000 Shows in zwanzig Ländern. Was war schwieriger: über diese lange Zeit eine gleichbleibende Qualität zu liefern oder miteinander auszukommen?
Michael Sadler: Ich denke, wenn wir vierzig Jahre lang nicht miteinander klargekommen wären, hätte es die Band auch nicht so lange gegeben. Manchmal sieht man die Bandmitglieder ja öfter als die Familie. So werden sie zu einer zweiten Familie. Und wie das in einer Familie eben so ist, streitet man ab und zu. Aber das hat keine weitreichende Bedeutung, das passiert eben einfach in bestimmten Momenten, wenn die Emotionen hochkochen. Natürlich ist es uns wichtig, eine bestimmte Qualität beizubehalten. Und wenn man einen Text, ein Gemälde oder ein Musikstück der Öffentlichkeit präsentiert, muss man, was das Ergebnis betrifft, ganz und gar überzeugt sein. Denn daran ändern kann man ja nichts mehr, wenn es mal fertig ist. Wenn man also ein Album veröffentlicht, muss man sicherstellen, dass es das Beste war, was man zustande bringen konnte.

ML: Ist Ihr zehnjähriger Sohn Ihr größter Fan?
Michael Sadler: Er denkt, dass ich echt gut bin, in dem, was ich so mache. (lacht) Er ist sehr musikalisch, hat ein tolles Rhythmusgefühl. Was das Musikalische betrifft, habe ich ihm also schon etwas mitgegeben. (lacht)


ML: Was würden Sie sagen, wenn Ihr Sohn eines Tages den Entschluss fassen würde, Musiker zu werden?
Michael Sadler: Klasse! Für mich ist es am wichtigsten, meinen Sohn bei allem zu unterstützen, was er machen möchte, solange es nicht illegal ist oder anderen Menschen schadet. Es kommt darauf an, dass er eine Leidenschaft für etwas entwickelt, aber auch das entsprechende Talent hat – egal welchen Beruf er letztlich wählt. Es gibt beispielsweise so viele Menschen, die Leidenschaft für Musik entwickeln, aber sie haben nicht das Talent dazu, Musik zu machen. Man muss aber beides haben.


ML: Welcher war ein ganz besonderer Moment in Ihrer Karriere?  
Michael Sadler: Als unsere erste Platte erschien, ging ich in einen großen Plattenladen in Toronto. Ich wollte die LP dort sehen. Ich suchte das Register mit dem Buchstaben „S“. Plötzlich fiel mir ein Mann auf, der an mir vorbeilief, beim „S“ stehenblieb und nach unserem Album griff. Ich stand direkt neben ihm und dachte: „Wow, wow!“ Ich folgte ihm dann bis zur Kasse, beobachtete ihn, wie er das Geld aus seinem Portemonnaie zog, bezahlte, die Platte in seine Tüte steckte und den Laden verließ. Und ich dachte: „Das ist ja unglaublich!“ Ich werde das nie vergessen. 


ML: Welcher war Ihr schrecklichster Moment?  
Michael Sadler: In vierzig Jahren erlebt man Höhen und Tiefen, das ist wie eine Achterbahnfahrt. Ich halte nichts davon, etwas zu bedauern. Entscheidend ist, dass man aus seinem Fehler lernt und ihn nicht ein zweites Mal macht. Jemand, der denselben Fehler immer und immer wieder macht, ist entweder wahnsinnig oder dumm. In meiner Karriere gab es nicht den einen schrecklichen Moment.  In meinem Privatleben schon: Es war sehr schlimm für mich, als meine Mutter starb.  

ML: Ist es schwer für Sie, auf der Bühne zu stehen, wenn es Ihnen schlecht geht?  
Michael Sadler: Wenn ich meine Bühnenklamotten anziehe und auf die Bühne gehe, lasse ich alles hinter mir. Denn ich weiß, dass es nicht entscheidend ist, wie ich mich fühle. Es geht um das Publikum. Die Leute kommen, um „Hallo!“ zu sagen. Sie wollen nicht nur die Band sehen, wie sie ihr Album spielt. Sie wollen das Gefühl haben, uns sozusagen getroffen zu haben. Und auch wir wollen, dass das so ist. Die Fans verdienen meine beste Performance, egal wie ich an dem Abend drauf bin. Und sie haben auch ihre Probleme, kommen hierher, um das zu vergessen für zwei Stunden. Also vergesse auch ich meine Sorgen für zwei Stunden und genieße den Abend.

ML: Bei der Rock Meets Classic Tour 2018 präsentieren Sie Saga-Hits. Sind Sie nach so vielen Jahren Bühnenerfahrung noch aufgeregt, wenn Sie vor Ihre Fans treten?
Michael Sadler: Natürlich, wenn das auch schnell vergeht und ich mich dann auf der Bühne frage: „Warum hatte ich dieses Gefühl?“ Nervosität würde ich es aber nicht nennen, ich bin eher gespannt darauf, was passieren wird. Denn bei jedem Auftritt ist immer auch etwas Unvorhersehbares dabei. Denn abgesehen von den Songs, die wir spielen, die ja immer mehr oder weniger die gleichen sind, weiß ich nicht, was ich zu den Fans sagen werde. Das hängt davon ab, welches Gefühl sie mir vermitteln. Wenn jemand mir beispielsweise etwas zuruft, reagiere ich darauf. Ich weiß also nie, was geschehen wird. Wenn ich diese gespannte Erwartung und die Leidenschaft nicht mehr spüren würde, wäre es nur noch ein Job. Auf der Bühne nur seinen Job zu machen würde in etwa so aussehen: Ich begrüße die Fans mit einem gelangweilten „Guten Abend“, sage immer das Gleiche, verhalte mich immer gleich, haue dann mit einem „Gute Nacht“ ab und warte darauf, dass das Geld auf meinem Konto landet. Das alles wäre weder fair mir noch dem Publikum gegenüber. Ich werde immer Musik machen, aber wenn ich eines Tages nicht mehr mit Leib und Seele bei den Konzerten dabei bin, werde ich mir und dem Publikum den Gefallen tun und nicht mehr auftreten. Aber das wird noch nicht sehr bald der Fall sein.

ML: Waren Ihre Frau und Ihr Sohn auch mal bei der Tour dabei?
Michael Sadler: Sie haben mich 2015 bei der European Tour begleitet. Mein Sohn hat mich auf der Bühne gesehen, das hat ihm sehr gefallen. Aber ich habe mir schon Sorgen gemacht, ob es gut ist, die beiden mitzunehmen. Denn bei jeder Tournee gibt es Rituale und eine Routine. Wenn man da jemanden hineinbringt, der einem nahe steht, ist das nicht so einfach. Vorab habe ich mich gefragt: Inwieweit wird das meinen Tagesablauf und die Auftritte während der Tour beeinflussen? Aber es stellte sich heraus, dass es sehr hilfreich war. Weil ich meine Familie bei mir hatte, war es nach der Show immer, als ob ich nach Hause kam. Selbst wenn wir im Hotel waren, fühlte es sich wie zu Hause an, weil ich meine Familie bei mir hatte. Und dann schlief ich auch leichter ein, weil ich mir keine Gedanken darüber machen musste, wie es meiner Frau und meinem Sohn geht.

ML: Wie beurteilen Sie heute die Musikbranche im Vergleich zu früher?
Michael Sadler: In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm. Die Musik ist sekundär. Und die Menschlichkeit ist auf der Strecke geblieben. Vorher waren das Geld und der Ruhm Nebenprodukte. Entscheidend waren die Leidenschaft, das Gefühl für die Musik und der Wunsch, Musik zu schaffen. Heute ist alles so schnelllebig. Heute kannst du sechs Monate lang populär sein und dann ist die Karriere vorbei. Irgendjemand ist immer bereit, deinen Platz einzunehmen. Es geht darum, wie jemand aussieht, es ist egal, ob er singen kann oder nicht. Und die Kids, die bei Talentshows mitmachen, wollen sowieso nur berühmt werden.

ML: Für Sie war Ruhm nicht wichtig?
Michael Sadler: Das Einzige, was Ruhm für mich bedeutete, war, dass mehr Menschen meine Songs hören konnten. Aber es ging mir nicht primär darum, auf der Straße erkannt zu werden. Obwohl es natürlich toll ist, Menschen zu begegnen, denen es viel bedeutet, „Hallo!“ zu sagen. Und auch über Fanpost freue ich mich immer sehr. Einen besonders bewegenden Brief bekam ich von der Frau eines Fans. Sie schrieb: „Ich muss mich bei Ihnen bedanken. Mein Mann lag im Koma, der Arzt sagte, es gibt keine Hoffnung mehr. Wir spielten Ihre Musik jeden Tag und er erwachte aus dem Koma.“ Als ich das las, hatte ich Gänsehaut. Das ist natürlich ein Wahnsinnskompliment. Auf der anderen Seite denkt man an die enorme Verantwortung, die man hat, wenn es beispielsweise um die Texte in den Songs geht.

 

ANKÜNDIGUNG
KONZERT
Rock Meets Classic 2018
15. April 2018, München, Olympiahalle

Mit dabei: Michael Sadler von Saga; Francis Rossi von Status Quo; John Helliwell und Jesse Siebenberg von Supertramp; Eric Bazilian von The Hooters; Leo Leoni und Nic Maeder von Gotthard sowie The Mat Sinner Band und The RMC Symphony Orchestra


Michael Sadler von Saga (siehe Interview über dieser Ankündigung)
Francis Rossi, Gründungsmitglied, Sänger und Gitarrist von Status Quo
Die 1967 gegründete Band zählt zu den erfolgreichsten und langlebigsten Rockgruppen.

Und Francis sorgt mit seiner Stimme und seinem Gitarrensound für den typischen „Quo Sound“.
John Helliwell (Saxophon) und Jesse Siebenberg (Sänger) von Supertramp
Das fantastische Saxophonspiel von John Helliwell prägt den Sound der Band, die Musikgeschichte geschrieben hat. Und Jesse Siebenberg ist seit Jahren der Leadsänger der Band und verleiht Supertramp eine neue Note.
Eric Bazilian von The Hooters

Eric war die sympathische Überraschung der Rock meets Classic Tour 2013 und es war der große Wunsch aller RMC Fans ihn wieder zu erleben.
Leo Leoni und Nic Maeder, der Gitarrist und Sänger der Schweizer Rockband Gotthard
Mit 15 Nummer eins-Alben und diversen Multi-Platin-Awards sind Gotthard nicht nur die erfolgreichste Band der Schweiz, sondern auch eine feste Größe im globalen Spotlight.
Die Mat Sinner Band und das RMC Symphonie Orchestra packen jedes Jahr die großen Welthits des Rock in ein neues Gewand. Nach acht erfolgreichen Jahren, über 500.000 begeisterten Besuchern in fünf Ländern und internationalen Top-Künstlern geht die Erfolgsgeschichte von Rock Meets Classic 2018 weiter.
Tour im April 2018: Passau (4.), Ingolstadt (5.), Würzburg (6.), Nürnberg (7.), Kempten (8.), Zürich (9.), Berlin (11.), Frankfurt (12.), Basel (13.), Regensburg (14.), Ludwigsburg (17.), Neu-Ulm (18.) und Mannheim (19.).

 

 

 

 

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Hannes Jaenicke

INTERVIEW mit Hannes Jaenicke



„Auf meiner Facebook-Seite wird gelegentlich gehetzt, aber das ist völlig okay“


„Wir sind das einzige Land der Welt, in dem Gutmensch ein Schimpfwort ist“, sagt der als Gutmensch titulierte Schauspieler und Umweltaktivist im Gespräch. Zudem verrät er, von wem er Hass-Post bekam, welche „unfassbar feigen Menschen“ sich nicht vor seine Kamera wagten und wer anfällig ist für die „Nörgel- und Kritiksucht“. 

 

 

 Interview: Aleksandra Majzlic 



Hannes Jaenicke fordert im Interview ein Wildtierverbot im Zirkus, spricht über die letzte Hoffnung auf Nachkommen für die letzten drei Vertreter des Nördlichen Breitmaul-Nashorns und kündigt seine nächste Doku an, in der es um den „Schweinkram“ hierzulande geht. >>>

 

 

 

 

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Gaertnerplatztheater

BERICHT
THEATER


Hurra, hurra! Wir sind wieder da!


Nach fünfjähriger Sanierung feierte das Gärtnerplatztheater seine Wiederöffnung mit einer glanzvollen genreübergreifenden Gala. Das Ensemble huldigte dem „Barbier von Sevilla“, der „lustigen Witwe“ sowie der in „Anatevka“ beschworenen ewigen Liebe. 

Alles Sehnen hat ein Ende. Wieder an seinem Platz ist das Gärtnerplatztheater – und seine Getreuen auch. „Hier stand ich schon früher am liebsten“, sagt eine Dame zu ihrem Begleiter. Die beiden postieren sich Sekt trinkend am Eingangsportal, blicken auf die bunt kostümierten Künstler, die sich vor dem Gebäude auf Stelzen fortbewegen.
Ehrfurchtsvoll betreten die Zuschauer den Saal, nehmen auf den neu bezogenen Stühlen Platz, blicken hinauf zum Kronleuchter. „Oooh“- und „Aaah“-Ausrufe vermengen sich zu einem Chor. Im Parkett schwelgen einige Damen in Erinnerungen. Eine Mittvierzigerin schwärmt beispielsweise von der opulent inszenierten „Nacht in Venedig“ irgendwann in den Achtzigerjahren.
1989 betrat der damals 24-jährige Josef Köpplinger die heiligen Hallen, seine einstigen Gedanken verrät er dem Publikum: „Hier möchte ich einmal inszenieren.“ Der Staatsintendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz fügt lachend hinzu: „Jetzt haben Sie den Salat, jetzt bin ich da.“ Und anspielend aufs Politische verkündet er in seiner Ansprache: „Wir wollen durch die Kunst für Freiheit und gelebte Toleranz stehen.“ Dass in seinem Hause „alle Genres in gleicher Weise gepflegt werden“, beweist das Programm der beiden Eröffnungsabende.
Rascheln, ratschen, womöglich noch mitklatschen wie beim Musikantenstadl, das Smartphone zücken und telefonieren oder fotografieren – das wagen natürlich nur Kunstbanausen.
Wie man sich Knigge-like als Zuschauer zu benehmen hat, verdeutlicht das bestens aufgelegte Ensemble in seiner „Ansprache an das Publikum“ (Musical „The Frogs“).
Rührend ist die mit langem Applaus bedachte Szene, als Franz Wyzner (Tevje im Musical „Anatevka“) seine holde Golde (Gisela Ehrensperger) nach 45 Ehejahren fragt: „Ist es Liebe?“ Ein Duell im Schnellgesang liefern sich Mathias Hausmann und Levente Páll in ihrem Duett „Cheti, cheti immantinente“ (Oper „Don Pasquale). Lust auf die Eröffnungspremiere „Die lustige Witwe“ machen Daniel Prohaska und Camille Schnoor mit ihrem „Lippen schweigen“; als weitere Operetten-Darbietung begeistert das Quartett „Hurra, hurra! Man lebt nur einmal“ („Die Csárdásfürstin“).

Nach fünf endlos langen Jahren sind die Sanierung des Altbaus und die Fertigstellung des Neubaus abgeschlossen. Nun punktet das 152 Jahre alte, höchst schmucke Haus unter anderem mit einem neuen Vorhang, einer besseren Akustik im Orchestergraben sowie einem barrierefreien Zuschauerbereich. Aleksandra Majzlic

Es ist soweit! Eröffnungsgala, unter der musikalischen Leitung von Anthony Bramall, Michael Brandstätter und Andreas Kowalewitz. Mit dabei: das 32-köpfige Solistenensemble, der Chor, die Ballettkompanie, der Kinderchor und das Orchester sowie Gäste


 

 

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Status Quo

BERICHT
KONZERT




Die Wirkungskraft der drei Akkorde 





Von Aleksandra Majzlic


Bei ihrer letzten elektrisch verstärkten Live-Tour 2016 rasen die Rebellen von Status Quo auf ihrem mit Hits gepflasterten Parcours durch die Münchner Olympiahalle. Für Herzrasen sorgt die Band bei ihren Fans. Und Gründungsmitglied Francis Rossi kümmert sich um seine Kinder auf der Bühne. 


Im zweiten Teil lesen Sie, warum Francis Rossi sich eine neue Gitarre zulegte, worüber er am meisten lachen kann und zu welchen Jugenderinnerungen die Band die Fans animiert. >>>



 

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Supertramp

BERICHT
KONZERT

Night of the Proms 2017



Schmackhafte Medizin



Beim „Klassik trifft Pop“-Event in der Münchner Olympiahalle weiß Ex-Supertramp-Sänger Roger Hodgson (Foto), wie man mit Problemen verfährt und Peter Cetera verkündet, was Männer jede Menge Überwindung kostet.

Zu später Stunde bittet Rodger Hodgson zu seinem „Breakfast in München“. Dann ruft er dem Publikum zu: „Musik ist eine fantastische Medizin, lasst die Probleme draußen und singt mit mir.“ Schon singen die Anhänger beispielsweise „When I was young, it seemed that life was so wonderful“ („The Logical Song“). Apropos jung: Mit ihren 16 Jahren ist Emily Bear die jüngste Proms-Künstlerin aller Zeiten. Lässig am Flügel stehend greift die US-Amerikanerin in die Tasten, beherrscht den Pianopart in Rodger Hodgsons „School“ ebenso wie beispielsweise das zweite Klavierkonzert von Rachmaninow.
Das Antwerp Philharmonic Orchestra unter der Leitung der Brasilianerin Alexandra Arrieche hüllt die Songs der Popmeister gewohnt gekonnt in orchestrales Gewand, präsentiert aber auch Klassik – wie beispielsweise den Schluss von Beethovens Fünfter sowie Tschaikowskys Fantasie-Ouvertüre „Romeo und Julia“. Bei Griegs „Peer Gynt“-Suite Nr. 1 lässt sich das Temperament der Zuschauer nicht mehr zügeln und so erschallt „In der Halle des Bergkönigs“ rhythmisches Klatschen.
Peter Cetera spricht Frauen aus den Herzen, wenn er den Chicago-Hit „Hard To Say I'm Sorry“ mit folgenden Worten ankündigt: „Es fällt Männern schwer um Verzeihung zu bitten.“ Mit seinem sorgsam geföhntem Blondhaar gleicht er einem Las-Vegas-Entertainer; Damen in den besten Jahren beten ihn an und er umschwärmt sie mit seinem unwiderstehlichen „You're The Inspiration“ (Chicago). 
Die Night of the Proms trifft mit ihrem kunterbunten Klassik-Pop-Cocktail auch in diesem Jahr wieder voll ins Schwarze, würzt die Vorweihnachtszeit mit Songs vom auf Solopfaden wandelnden Ex-Spice Girl Melanie C. („I Turn To You“), wartet mit hammermäßigem Humor der Jungs von Culcha Candela („Hamma“) auf und baut auf die Qualität des Chors Fine Fleur und der NOTP Backbone Band. Höchst erfolgreich liefert die Night of the Proms alle Jahre wieder ein stimmiges Programm nach dem Motto: „Same procedure as last year, same procedure as every year“: Dazu gehören beispielsweise John Miles mit seiner Hymne „Music (Was My First Love)“ sowie der Publikumschor mit seiner lautstarken Aufforderung „Music Maestra Pleeeeaaaaseee!“
Einige Fans kaufen bereits am Konzertabend Tickets für das kommende Jahr, obwohl sie noch gar nicht wissen können, welche Interpreten 2018 auf der Bühne stehen werden. Aber die Night of the Proms ist für sie eben wie Weihnachten: Man weiß zwar nie genau, was man kriegt, aber dass es etwas Schönes sein muss, dessen ist man gewiss. Aleksandra Majzlic

 

 

 

 

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Bille August

INTERVIEW mit Bille August

 

 



„Das Leben ist fast ein Wunder“


Ob er Angst vor dem Sterben hat und an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt und welchen Schmerz ihm einst sein Vater zufügte, das erzählt der angesehene Regisseur („Silent Heart – Mein Leben gehört mir“) im Gespräch.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, inwiefern Bille August ein „reicher Mann“ ist, welche Belohnung er sich nach der Arbeit am Set wünscht und welche Filme er sich privat niemals anschaut. >>>

 

 

 

 

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Katrin Sass

INTERVIEW mit Katrin Sass





„Ich habe keine Angst,
in Fettnäpfchen zu treten“


Warum sie in der DDR von adidas-Klamotten lieber die Finger ließ, wie sie nun in die „Schublade von Klaus Kinski“ geriet und worauf sie am Set keine Lust mehr hat, das verrät die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin („Good Bye Lenin!, „Weissensee“) im Gespräch.

 Interview: Aleksandra Majzlic 

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, wozu Katrin Sass 1989 der Mut fehlte, was sie heute „gruselig“ findet und was nach ihrem Ausraster in der TV-Sendung von Markus Lanz passierte. >>>



ANKÜNDIGUNG
KONZERTE

Katrin Sass
Königskinder

27. und 28. Mai 2018, jeweils 20 Uhr 
Köstritzer Spiegelzelt
Beethovenplatz in Weimar


 

 

Katrin Sass

BERICHT
KONZERT



„Ich war ein Kind der DDR“


Beim Konzert in der Berliner Bar jeder Vernunft präsentiert Katrin Sass Lieder aus der TV-Serie „Weissensee“ sowie von Karat, Holger Biege und Reinhard Mey. Zudem lobt die Schauspielerin Peter Maffays gesamtdeutsches Engagement, nimmt die einstigen „guten Freunde in der Volksarmee“ auf die Schippe und plaudert mit den Fans.

Eine Minute lang singt sie sanft von zwei Liebenden – dann hält Katrin Sass plötzlich inne, mitten im „Weissensee“-Lied „In dem Cafe“. Denn sie kann erst weitersingen, wenn sie vorher eine Erläuterung einschiebt, davon ist sie überzeugt. Also: Zu DDR-Zeiten war das Cafe im Fernsehturm am Alexanderplatz ein Treffpunkt für (verliebte) Ostler und Westler.
Lachend erinnert sich Katrin Sass an Walter Ulbrichts Blamage im Zusammenhang mit dem Fernsehturm. Als der stolze Bau anno 1969 fertig war, traute der SED-Chef seinen Augen nicht. Bei Sonnenschein bildet sich auf der Turmkugel nämlich ein leuchtendes Kreuz. Damals mutete diese Reflexion an wie eine wahrhaft glänzende Verhohnepipelung der staatlichen Kirchenfeindlichkeit. Hinzu kam der gegen den „Spitzbart“ und Genossen gerichtete Spott der Lästermäuler: „Rache des Papstes“. Die gebürtige Schwerinerin erzählt davon genüsslich. Und einige Zuschauer geben auch noch ihren Senf dazu.
Katrin Sass ist eine grandiose Sängerin – das beweist sie eindrucksvoll. Und sie setzt auch auf den Dialog mit dem Publikum. Gerade diese Kombination macht die hohe Qualität ihres Auftritts aus. Jedes Lachen in der Menge registriert sie, auf jeden Zuruf reagiert sie. Die Fans in der ersten Reihe sitzen direkt an der Bühne. Blicken auf zu der edel in Schwarz-Weiß gekleideten Künstlerin. Die Temperamentvolle fragt ihre Bewunderer, in welchem Berliner Kiez sie wohnen, interessiert sich für das Sternzeichen, überprüft, ob noch Russischkenntnisse aus DDR-Schulzeiten vorhanden sind. Einige Vokabeln aus dem Russischunterricht hat sie selbst noch im Kopf gespeichert und sagt sie nun fleißig auf. 
Dann kündigt sie ein „gesamtdeutsches Lied“ an. „Welches meine ich wohl?“ fragt sie in die Runde. Die Zuschauer grübeln. Dann rufen einige: „Über sieben Brücken“. Die Berlinerin nickt zufrieden und lobt Peter Maffay. Schließlich habe er das Lied der DDR-Gruppe Karat in den Westen „rübergeschleppt“.
In der Berliner Bar mit hohem Wohlfühlfaktor bestritt Katrin Sass im Juni und Juli 2015 neun Liederabende mit dem Titel „Königskinder“  –  zehn Jahre nach ihrem dortigen Debüt mit dem Schlagerabend „Fahrt ins Blaue“. In den vergangenen Jahren trat die Charismatische immer wieder auf Konzertbühnen auf. 2013 veröffentlichte sie ihr erstes Album „Königskinder“ –  unter anderem mit Liedern der mehrfach preisgekrönten TV-Serie „Weissensee“. Eindrücklich, empathisch sowie emotional anrührend agiert Katrin Sass darin als Sängerin Dunja Hausmann zu DDR-Zeiten.
Wie einst am Set singt sie nun auch in der Bar von Unterdrückung und Freiheitsdrang im einstigen Unrechtsstaat. Ganz besonders schön klingt ihre eindringliche und unverwechselbare Stimme bei den Liedern „In dem Cafe“, „Was rettet die Welt“ oder bei der Volksballade „Königskinder“ –  mit veränderten Zeilen, so heißt es beispielsweise „die Mauer war viel zu hoch“ statt „das Wasser war viel zu tief“. Als Katrin Sass berichtet, dass auch noch eine vierte „Weissensee“-Staffel gedreht wird, brandet Applaus auf.
Eine Hommage an den aus der DDR stammenden Komponisten Holger Biege ist ihr „Reichtum der Welt“. Der Text sei „heute aktueller denn je“ lässt die Nachdenkliche die Zuschauer wissen: „Das Land und auch die Ozeane können sich nicht wehren. Ihre Schätze sollen Späteren auch so wie uns gehören“.
Wonneschauer jagen über den Rücken so manchen Zuschauers als sie „Ich wollte wie Orpheus singen“ und „Über den Wolken“ von Reinhard Mey präsentiert. Enthusiastische Musiker begleiten sie: der Pianist Henning Schmiedt sowie die Cellistin Ulrike Röseberg. Sie ist auch Schauspielerin und stand mit Katrin Sass für die TV-Knastserie „Block B“ vor der Kamera. 
Im Zugabeteil tanzt Katrin Sass flott über die Bühne, verkündet „Ich war ein Kind der DDR“ und  schmettert „Wir haben den Farbfilm vergessen“ ins Mikro. Dann nimmt sie die stramme Haltung eines folgsamen Pioniers an und singt mit Inbrunst: „Soldaten sind vorbeimarschiert. Im gleichen Schritt und Tritt. Wir Pioniere kennen sie. Und laufen fröhlich mit. Gute Freunde, gute Freunde, gute Freunde in der Volksarmee.“ Mit niedlichem Gesichtsausdruck ein braves Mädel imitierend, will sie schließlich das Publikum mit dem „Sandmann, lieber Sandmann“-Schlaflied in die brüllend heiße Berliner Juli-Nacht entlassen. Doch müde macht sie damit die jubelnden Zuschauer keineswegs. Im Foyer versammeln sie sich nach dem Konzert. Sie plaudern mit Katrin Sass, lassen die „Königskinder“-CD signieren, schreiben ellenlange Texte in das Gästebuch der Bar und loben den Auftritt beispielsweise als „supermegaspitzenklasse“. Aleksandra Majzlic