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Drei Maenner im Schnee

BERICHT
REVUEOPERETTE



„Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch“




Einfach schee, das Schlittern im Schnee: Lust auf einen weißen Winter macht „Drei Männer im Schnee“ im Gärtnerplatztheater –  nach dem Roman von Erich Kästner. Regie führt der Gärtnerplatztheater-Intendant Josef E. Köpplinger.

Der Kopf des Ingenieurs Hagedorn (Armin Kahl) ist voller toller Ideen. Mit Erfindungen wie einem schnurlosen Telefon und einem Rollenkoffer kann er aufwarten. Dennoch ist sein Konto ziemlich leer. Verzweifelt hofft der Arbeitslose auf eine Anstellung im Berliner Superduperunternehmen Tobler. Doch statt eines Jobs ergattert er den Gewinn bei einem Preisausschreiben der Firma: eine Winterwoche in einem Tiroler Luxushotel.
Dort meldet sich auch Direktor Tobler (Erwin Windegger) höchstselbst an – allerdings unter falschem Namen, will er doch einen Wirbel um seine Person vermeiden, seinen Diener (Alexander Franzen) nimmt er als Gentleman ausstaffiert mit.
Was er nicht ahnt: Seine Hausdame (Dagmar Hellberg) verrät dem Portier, dass ein inkognito reisender Millionär aufkreuzen wird. Prompt halten die Hotelangestellten den adretten Hagedorn für den Mann mit dickem Portemonnaie, stecken Tobler hingegen in eine Dachkammer und teilen ihm Hilfsarbeiten zu. Hagedorn, Tobler und dessen treuer Mitreisender genießen ihre neuen Rollen außerordentlich – bis Toblers Tochter (Julia Klotz) und die Hausdame auftauchen und der ganze Schwindel auffliegt.
Sehr gut ist die Drehbühne von Rainer Sinell, die gleichzeitig einen Blick ins Interieur des Grandhotels sowie auf die von schneebedeckten Gipfeln umsäumte Szenerie erlaubt.
„Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch“, so Erich Kästner. Der Anfängerkurs von Skilehrer Toni (Peter Neustifter) mit feschen Skihasen ist besonders spaßig. Sichtliche Freude hat das Publikum auch an der Szene in der Gondel, als die nymphomane Diva namens Calabré (Sigrid Hauser) über Hagedorn herzufallen droht.
Fazit: eine mit den besten Kästner-Sprüchen, witzigen Musiknummern („Drei Männer im Schnee“, „Fragen wir doch einfach mal den Wolkenstein“, „Komm unter die Laterne, süße kleine Subalterne“) und tollen Kostümen von Dagmar Morell aufwartende Gaudi. Die kunterbunt bekleidete und stimmstarke Truppe erntete schneestürmischen Applaus. Und dem politischen Autor Kästner, der dieses Stück 1934 schrieb und dessen Werke von den Nazis verbrannt wurden, zollt das Gärtnerplatztheater Referenz, „indem wir die bedrohliche Zeitkulisse zwar nicht zum Thema machen, aber doch nicht ganz ausblenden“, so Thomas Pigor (Buch, Liedtexte und Musik). A.M.

Weitere Aufführungen: 25. und 26. Januar 2020 sowie 16., 17., 22. und 23. Mai 2020
Revueoperette von Thomas Pigor; Musik von Konrad Koselleck,Christoph Israel, Benedikt Eichhorn und Thomas Pigor; musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz, Regie: Josef E. Köpplinger; Choreografie: Adam Cooper. Dreifach ausgezeichnet mit dem Deutschen Musical Theater Preis 2019 für „Beste Regie“, „Bester Darsteller in einer Hauptrolle“ (Armin Kahl) und „Bestes Bühnenbild.“

 

ANKÜNDIGUNG
THEATER
Gärtnerplatztheater

Ab
dem 30. Januar 2020 ist eine Neuinszenierung von „Rigoletto“ unter der Regie von Herbert Föttinger am Staatstheater am Gärtnerplatz zu sehen. „Rigoletto ist ein Blockbuster“, beschreibt Föttinger Giuseppe Verdis Meisterwerk, eines der schauerlichsten der Opernliteratur.
„Rigoletto“, Oper, Musik von Giuseppe Verdi, Libretto von Francesco Maria Piave, nach dem Melodrama „Le roi s’amuse“ von Victor Hugo.

Wiederaufnahme des Erfolgsmusicals „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ (ab 18. März 2020). Am 15. und 27. März präsentieren sich die fünf Tenöre mit ihrem Programm „Herzensbrecher“ mit den größten Hits, die jemals für ihre exponierte Stimmlage geschrieben worden sind.

 

 

 

Mark Mast

BERICHT
KONZERT



Italien als Inspirationsquelle

 


Das Festkonzert Mozart + präsentierten das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie sowie Jungsolisten unter der Leitung des Chefdirigenten Mark Mast im Cuvilliéstheater der Münchner Residenz.

Die Bayerische Philharmonie ehrte Wolfgang Amadeus Mozart  (1756-1791) mit den drei Divertimenti für Streicher KV 136-138, die Mozart in der Zeit um seinen 16. Geburtstag komponierte – unmittelbar nach seiner zweiten Italienreise. Außerdem waren das Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur und die Symphonie Nr. 29 in A-Dur zu hören.
In Erinnerung an den Geburtstag von Mozart am 27. Januar wurde 2004 die Reihe „Mozart +“ ins Leben gerufen. Mit ihr wird jährlich das musikalische Werk Mozarts einem Komponisten des 20. Jahrhunderts oder der Gegenwart gegenübergestellt und gewürdigt, dieses Konzept wird durch das Plus-Zeichen im Titel symbolisiert.
Anlässlich seines 100. Todestages war Max Bruch (1838-1920) mit dem Kol Nidrei für Violoncello und Streichorchester in diesem Jahr Mozarts Gegenüber. Mit dem Kol Nidre („Alle Gelübde“) wird an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, das Abendgebet eingeleitet. Bekannt wurde der Protestant Bruch mit dem Kol Nidre durch die Familie des jüdischen Kantors Abraham Jacob Lichtenstein und rühmte „die außerordentliche Schönheit dieser Melodien“.
Der 27. Januar ist der Holocaust-Gedenktag, im Mai 2020 jährt sich das Kriegsende zum 75. Mal. Chefdirigent Mark Mast formulierte in Bezug darauf den Wunsch der Bayerischen Philharmonie, dass „in den Zwanzigerjahren des 21. Jahrhunderts Menschen jüdischer Religion sowie auch aller anderer Religionen offen in unserer Gesellschaft leben können“.
Der gebürtige Schweizer Anatol Toth mit Violine (Zugabe: Paganini Caprice Nr. 24) und der Engländer Tobias Zenz (Violoncello) faszinierten als mehrfach ausgezeichnete Jungsolisten mit ihrem Können und ihrem Charisma das Münchner Publikum. Mit begeistertem Beifall bedacht wurde auch das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie mit 18 Musikern aus 12 Nationen.  A.M. 

 

MELDUNG
Die Bayerische Philharmonie sucht für ihr Symphonieorchester, für das zahlreiche Musiker aus verschiedenen europäischen Ländern anreisen, Gastfamilien in München (S- & U-Bahn-Nähe), die einen Orchester-Musiker oder eine Orchester-Musikerin im Zeitraum vom 9-14. März 2020 aufnehmen können. Als Dankeschön erhalten die Gastfamilien zwei Freikarten für die Aufführung der „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi am 13. März 2020 um 20 Uhr im Herkulessaal der Residenz München, bei dem das Symphonieorchester der Bayerischen Philharmonie gemeinsam mit namhaften Solisten und Solistinnen und dem Chor der Bayerischen Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast konzertieren wird. Kontakt: geschaeftsstelle@bayerische-philharmonie.de.



 

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NS-Doku
BERICHT
AUSSTELLUNG






Aktualität der Vergangenheit

 


Um das Wiederaufflammen von Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus geht es unter anderem in der Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“ im NS-Dokumentationszentrum München. Internationale Künstler präsentieren unter anderem Zeichnungen, Fotografien, Videos und Installationen (bis 30. August 2020).

Die Freiheit der Kunst sei ein wichtiger Parameter für die Freiheit der Gesellschaft, betonte der Kurator Nicolaus Schafhausen bei der Pressekonferenz. Die Auseinandersetzung mit der Deutung von Vergangenheit und deren Anknüpfung an die Gegenwart steht im Zentrum der Arbeiten in der Ausstellung. „Die Vergangenheit holt uns ein“, sagte die Direktorin des NS-Dokumentationszentrums Mirjam Zadoff zu den Journalisten. Und sie fügte hinzu: „Gleichzeitig entgleitet uns die Vergangenheit“. Die zeitliche Distanz zu den NS-Verbrechen wachse, zugleich verringere sich die Zahl der Zeitzeugen, die davon berichten können.
Das NS-Dokumentationszentrum zeigt Kunstwerke aus diesem Jahr, aus den vergangenen dreißig Jahren sowie aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind sie in der Dauerausstellung sowie im ganzen Haus – damit werden sie in einen Dialog mit der Erinnerungsarbeit des NS-Dokumentationszentrums gebracht.
Rosemarie Trockel befasst sich bereits seit vielen Jahren mit der deutschen Nachkriegsgeschichte. Ihr „Frankfurter Engel“ steht seit 1994 als Mahnmal für die von den Nazis  verfolgten Homosexuellen in der Frankfurter Innenstadt. Für die Schau produzierte sie ihr Kunstwerk nun in neuer Form (Foto).
Leon Kahane setzte sich mit dem Zusammenwirken von Ort und Geschichte anhand des ehemaligen Sammellagers Drancy auseinander, in dem seine Großmutter, die Künstlerin Doris Machol, bis zur Befreiung eingesperrt war. Und Annette Kelm porträtierte von den Nationalsozialisten verbrannte Bücher und knüpft damit an den Ort in München an.
Die Themen der Ausstellung werden um internationale Perspektiven erweitert, so sind beispielsweise Kanadierinnen und Kanadier vertreten, die sich mit der von Genozid, Verfolgung, Entrechtung und Entwurzelung geprägten Geschichte der First Nations beschäftigen. A.M.





Ingo Schulze BERICHT
LITERATUR



1989 im weltweiten Kontext


Beim 10. Literaturfest München verwies der Kurator Ingo Schulze auf die Ost-West-Dauerrolle, Klaus Gysis Sohn Andreas Goldstein verriet, wer sein Wunschvater gewesen wäre und Marion Brasch erinnerte an ihren Bruder, den Dissidentendichter Thomas Brasch und dessen Begegnung mit Franz Josef Strauß.  

„Erst heute ist der Krieg wirklich zu Ende“, dieser Spruch prangte auf dem Plakat eines Ostberliners, dem Timothy Garton Ash am 12. November 1989 begegnete. Dreißig Jahre und einen Tag später sprach der britische Historiker bei der Literaturfest-Eröffnung im Gasteig über die „Krise der Nachmauerwelt“: „Es ist unglaublich, wie viel wir erreicht haben, aber heute werden wieder Mauern gebaut.“ Der in Dresden geborene Kurator Ingo Schulze (forum : autoren) stellte fest: „Es ist ganz gleich, wohin man kommt, Ost-West spielt immer eine Rolle.“ Seine Ziele: „89 in einen weltweiten Kontext einbauen“ und ein „Gespür dafür zu bekommen, wie der Einzelne sich dem Ganzen zuordnet.“
Von den Folgen des Zerfalls der Sowjetunion für einen selbst ernannten Spion, wusste der Israeli Yitzhak Laor  im Literaturhaus zu berichten. Von seinem Vater, der 1934 Nazideutschland verlassen musste, hat er den „Hass auf den Faschismus“ geerbt, wie er sagte. Von ihrem „Hass auf Ungerechtigkeit“ sprach Petina Gappah aus Simbabwe („Aus der Dunkelheit strahlendes Licht“) an diesem Abend. Schriftstellerin wollte sie schon als Kind werden, dachte aber, ein Schriftsteller müsse „männlich, weiß und tot“ sein – wie Dickens beispielsweise.
Er liebte seine Heimat DDR und hasste die Verhältnisse, schrieb dagegen an. Wegen „staatsfeindlicher Hetze“ landete der Dissidentendichter Thomas Brasch im Knast. 1976 stellte er infolge der Ausbürgerung Biermanns einen Ausreiseantrag und gelangte in die Bundesrepublik. 

Als Hommage an ihren großen, 2001 verstorbenen Bruder präsentierte die Schriftstellerin Marion Brasch gemeinsam mit dem Schauspieler Andreas Keller im Literaturhaus unter anderem Texte und Tagebucheinträge. Am meisten freute sich Marion Brasch auf den Filmausschnitt über die Verleihung des Bayerischen Filmpreises 1981 mit dem damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, wie sie den Zuschauern verriet: Thomas Brasch empfing das Preisgeld „aus den Händen des Staates, gegen den ich arbeite“. Er dankte unter anderem der Filmhochschule der DDR für seine Ausbildung – und erntete Buhrufe von den Festgästen.
Liebling einer ganzen Frauenschar war der Parteifunktionär Grimmer im Chemiekombinat Buna, den der Regisseur Jürgen Böttcher im Dokumentarfilm „Der Sekretär“ (1967) porträtierte. Dieser „großartige“ Grimmer, wie Böttcher diese Vertrauensperson nannte, kannte die Nöte und Sorgen der Arbeiterinnen, unterstützte ihre Belange. Dennoch wich er als treuer SED-Genosse nicht von der Parteilinie ab. Kritisch beäugten die Herrschenden Jürgen Böttchers Arbeiten: Sein einziger Spielfilm, „Jahrgang 45“, wurde nach dem 11. Plenum 1965 bereits im Rohschnitt verboten und erlebte erst 1990 seine Erstaufführung. „Böttchers Sekretär wäre ein Vater gewesen, den ich mir gewünscht hätte“, schwärmte Regisseur Andreas Goldstein, der an diesem Filmabend im Literaturhaus seinen Dokumentarfilm „Der Funktionär“ (2018) vorstellte: ein Porträt über seinen Vater Klaus Gysi – zu DDR-Zeiten unter anderem Leiter des Aufbau-Verlages und Kulturminister. Nach 1990 nannte Klaus Gysi seine Ideale „Illusionen“ und die DDR eine Diktatur und kam zu dem Schluss: Eine Diktatur müsse man vor Beginn verhindern. Als historische Aufnahmen von Klaus Gysi im Film zu sehen waren, flüsterte eine Frau im Publikum ihrem Nachbarn zu: „Der sieht dem anderen Gysi aber ähnlich“. Gemeint war der im Film mit keiner Silbe erwähnte Gregor Gysi, Sohn vom 1999 verstorbenen Klaus Gysi und Halbbruder von Andreas Goldstein. A.M.

 

 

Erika Mann BERICHT
AUSSTELLUNG

 

 

 

Kampf für eine hellere Welt


Wahrheit, Ehre, Anstand, Freiheit und Toleranz – daran glaubte Erika Mann (1905-1969). Das vehemente Eintreten für Demokratie der gebürtigen Münchnerin steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Erika Mann: Kabarettistin – Kriegsreporterin – Politische Rednerin“ in der Monacensia (bis 30. Juni 2020).

Privilegiert wuchs die älteste Tochter von Katia und Thomas Mann in Bogenhausen auf, schaffte mit Ach und Krach das Abitur am Luisengymnasium, arbeitete als Schauspielerin. Politisch aktiv wurde sie mit dem Aufkeimen des Nationalsozialismus.
Die erstmalige Einzelausstellung über Erika Mann verknüpft ihre Entwicklung mit der Weltgeschichte und zeigt unter anderem Fotos, Briefe sowie die mit ihrem Bruder Klaus gemeinsam geschriebenen Bücher „The Other Germany“ und „Escape to Life“.
Am 1. Januar 1933 gründeten die Geschwister Erika und Klaus gemeinsam mit der Schauspielerin Therese Giehse und dem Musiker Magnus Henning das politische Kabarett „Die Pfeffermühle“ in München; Erika schrieb die Texte größtenteils selbst. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, wer immer lügt, dem wird man glauben“, heißt es in dem Song „Der Prinz von Lügenland“ aus der „Pfeffermühle“ 1934, der – dargeboten von Erika Mann – an einer der Hörstationen präsentiert wird.
Als „antifaschistisches Kabarett der ersten Stunde“ würdigte die Kuratorin Prof. Dr. Irmela von der Lühe die „Pfeffermühle“ beim Presserundgang. Über München hinaus schwappte der Ruhm des Ensembles. Im März 1933 ins Exil gezwungen, eröffnete die „Pfeffermühle“ erneut in Zürich. Bis 1936 wirkte die Truppe in der Schweiz, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, Belgien und Luxemburg in mehr als 1000 Vorstellungen als „Patrouille der Menschlichkeit entlang der Front der Bestialität“. Die Emigration in die USA bedeutete das Aus für die „Peppermill“. 
1943 sann Erika darüber nach, „wohin wir schließlich gehören“. Ihre Antwort: In eine „hellere Welt, die wir wollen, um die wir in Wahrheit kämpfen ... Eine Welt, – eine einzige, mäßig große, die Raum hat für alle, doch nicht für alles.“
In den Vereinigten Staaten startete Erika Mann eine zweite Karriere: als politische Rednerin, Buchautorin und Kriegskorrespondentin. 1945 berichtete sie beispielsweise von den Nürnberger Prozessen und sprach darüber in einem Interview mit ihrem Bruder Golo Mann, das der Besucher an einer Hörstation verfolgen kann. Aleksandra Majzlic

Der überwiegende Teil der gezeigten Exponate entstammt dem umfangreichen literarischen Nachlass von Erika Mann, der in der Monacensia im Hildebrandhaus aufbewahrt wird. Schirmherr der Ausstellung ist Erika Manns Neffe Prof. Dr. Frido Mann (Veranstaltungen mit ihm im Januar 2020), nähere Informationen zum Programm und zu den Öffnungszeiten: www.muenchner-stadtbibliothek.de/monacensia

 

 

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Alan Parsons

BERICHT
KONZERT

Glühweinheißer Groove


Night of the Proms in der Olympiahalle: Alle Jahre wieder stehen Glücksgefühle garantierende Stars und Wohlbekanntes von Lieblingskomponisten à la Tschaikowsky auf den Wunschzetteln der Fans. Und sie werden nicht enttäuscht.

Eine Vorweihnachtszeit ohne Night of the Proms wäre für viele Münchner wie Weihnachten ohne Christbaum. Auf dem Weg zur Olympiahalle vom Winterwind durchgepustet, sehnen sie sich nach Sound, der so feurig ist wie Feuerzangenbowle. Wie elektrisiert tanzen sie zu „Let's Groove” von Earth Wind and Fire, kreisen Schultern und Hüften zu „500 Miles“ von Eric Bazilian und Rob Hyman (The Hooters).
Same great procedure as every year: Die Künstler servieren ihre Song-Bonbons in Begleitung des Antwerp Philharmonic Orchestras unter der Leitung der Brasilianerin Alexandra Arrieche. Klassisch zur Sache geht's unter anderem mit Ravels „Boléro“ und Tschaikowskys „Schwanensee”.
Rekordhalter bei den Solisten ist John Miles – mit 895 Proms-Shows am Ende der aktuellen Tournee. Rote, blaue, grüne und weiße Lichter blinken, als er und die kanadische Sopranistin Natalie Choquette das Publikum mit ihrem Duett „Don't Give Up” betören. Und John Miles trumpft natürlich wie immer auf mit seiner Proms-Hymne „Music” –  produziert von Alan Parsons (Foto), der den Fans beispielsweise seinen himmlischen Song „Eye In The Sky” beschert.
Kaum ist der letzte Ton in der Olympiahalle verklungen, belagern viele Fans die Vorverkaufsschalter und sichern sich Tickets für das Münchner Klassik-Pop-Treffen im kommenden Jahr. Natürlich können sie noch nicht wissen, wer sie dann erwartet. Aber die sorgsam ausgewählten Zutaten des Konzerts werden auch dann wieder stimmen – wie beim Dresdner Christstollen.  Dessen sind sie gewiss.  Aleksandra Majzlic

 

 

 

triosence

GEWINNSPIEL
CD „Scorpio Rising“ von triosence
(Sony Music/OKeh Records) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 1. März 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.
Es werden insgesamt drei Exemplare verlost.




Als „songjazz“ bezeichnen triosence selbst ihren unverwechselbaren Stil, der vor allem durch starke und klare Melodien besticht. Zu einem hohen Grad lyrisch und poetisch bilden die Melodien den Kern aller Kompositionen. In Kombination mit der stilistischen Bandbreite aus Jazz, Fusion, Folk, Pop und Worldmusic überzeugt dies nicht nur eingefleischte Jazzkenner, sondern auch jene, die mit Jazz bislang eher wenig anzufangen wussten. 2019 feierte die dreiköpfige Formation triosence – Bernhard Schüler, Tobias Schulte und Omar Rodriguez Calvo –  ihren 20. Geburtstag. Passend dazu landete ihr Album „Scorpio Rising“ auf Platz 3 der Offiziellen Deutschen Jazz Charts.

 

 

Gute Nacht
GEWINNSPIEL
HÖRBUCH „Na dann gute Nacht! Das langweiligste Hörbuch der Welt“ von Prof. K. McCoy und Dr. Hardwick, gelesen von Bjarne Mädel (der Hörverlag, 2 CD Lesung) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 1. März 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.


Für alle, die richtige Schnarchnasen werden wollen! Wer sich im Bett wälzt, nicht zur Ruhe kommt, partout keinen Schlaf findet und keine Lust mehr hat, wieder und wieder Schafe zu zählen, der sollte zum „langweiligsten Hörbuch der Welt“ greifen.
Wenn der Schauspieler Bjarne Mädel in bestem Loriot-Tonfall verrät, dass der Brautwiesenplatz in Görlitz der weltweit erste Kreisverkehr (im modernen Stil) war oder eine Betonmauer beschreibt, vor der rote, blaue, grüne und schwarze Autos stehen, kann kaum jemand ein heftiges Gähnen unterdrücken. Und die Augenlider werden schwerer und immer schwerer, wenn Bjarne Mädel erläutert, wie aus Steinen Kiesel werden. Schließlich spricht er auch noch über den Schlaf in historischer Perspektive – und schon fällt jeder, der ihm zuhört, garantiert in einen gaanz tiefen Schlaf und träumt vielleicht von Betonmauern und Kreisverkehren. 

 

 

 




 


 
 
Buch Majzlic Mut zum Protest  

GEWINNSPIEL
BUCH „Mut zum Protest –  Erfahrungen von DDR-Zeitzeugen“ von Aleksandra Majzlic (zu Klampen Verlag, www.zuklampen.de) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 1. März 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de. Es werden insgesamt vier Exemplare verlost.



30 Jahre nach dem 9. November 1989: Zeitzeugen erzählen von ihrer einstigen Rebellion gegen das DDR-Unrechtsregime und ihrem unermüdlichen Einsatz für die Aufarbeitung der Diktatur.


Bereits lange vor dem Mauerfall opponierten DDR-Bürger gegen die Willkür und Gewalt in ihrem Staat. Aleksandra Majzlic hat einige dieser Zeitzeugen interviewt bzw. porträtiert. Ihre Schilderungen zeugen von der Möglichkeit und vom Mut des Einzelnen, sich gegen Anpassung und Willfährigkeit zu entscheiden und Widerstand zu leisten. Die Protagonisten berichten, wie sie für ihre Überzeugungen einstanden und was sie erreicht haben. Und sie enthüllen erschütternde Details eines grausamen Überwachungs- und Unterdrückungssystems.
Die Porträtierten stehen beispielhaft für jene, die 1989 den politischen Wandel im Osten Deutschlands durchgesetzt haben. In den persönlichen Erfahrungen und Reflexionen dieser Menschen wird die DDR-Geschichte und deren Aufarbeitung konkret. Mit seinem ehemaligen Stasivernehmer, DDR-Juristen und Spitzeln setzte sich Gilbert Furian auseinander. Und Monika Lembke erzählt in Schulen von ihrem Kampf für ihre Ausreise.
„Ich finde es wichtig, dass Aleksandra Majzlic bekannte, aber vor allem auch weniger bekannte mutige Menschen in diesem Buch präsentiert. Diese Menschen boten den Oberen in der DDR die Stirn und beteiligen sich heute an der Aufarbeitung, indem sie schildern, wie die DDR wirklich war und wozu ihre Diener fähig waren", so Katrin Sass im Vorwort.
Über sein Leben als Homosexueller in der DDR und seine gescheiterte Flucht berichtete Mario Röllig in den USA und in Russland. Und die Berlinerin Katrin Behr unterstützt Menschen, die in der DDR zwangsadoptiert wurden – wie sie selbst.


 

 

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Katrin Sass

INTERVIEW mit Katrin Sass





„Ich habe keine Angst,
in Fettnäpfchen zu treten“


Warum sie in der DDR von adidas-Klamotten lieber die Finger ließ, wie sie nun in die „Schublade von Klaus Kinski“ geriet und worauf sie am Set keine Lust mehr hat, das verrät die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin („Good Bye Lenin!, „Weissensee“) im Gespräch.

 Interview: Aleksandra Majzlic 

 

Im zweiten Teil lesen Sie, wozu Katrin Sass 1989 der Mut fehlte, was sie heute „gruselig“ findet und was nach ihrem Ausraster in der TV-Sendung von Markus Lanz passierte. Zudem erfahren Sie, warum das Konzert von Katrin Sass in der Berliner Bar jeder Vernunft 2015 „supermegaspitzenklasse“ war. >>>





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Die Welle
BERICHT
FILM



„Ich genoss meine Macht“


Bei den 11. Jüdischen Filmtagen am Jakobsplatz lief der Dokumentarfilm „The Invisible Line – Die Geschichte der Welle“ im Jüdischen Gemeindezentrum. Thema: das Experiment „Die Welle“ (1967) des Lehrers Ron Jones an einer kalifornischen Schule. Er wollte seinen Schülern demonstrieren, wie schnell sich eine totalitäre Gesinnung in den Köpfen festsetzen kann.

Mechanismen der Manipulation trugen einst zum größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei. Wie schnell sich der Faschismus in einer Gesellschaft ausbreiten kann, wollte Jones seinen Schülern vermitteln. Bei seinem Sozialversuch setzte er auf Disziplin, schwor die Jugendlichen in seiner Klasse auf eine Gemeinschaft ein, ordnete die Verbannung als Strafe an. Sie taten, was der allseits beliebte Pädagoge von ihnen verlangte, weil sie beispielsweise auf eine gute Note erpicht waren.
Der Schuldirektor billigte die Aktion,  auch die Eltern der 14-15-Jährigen beschwerten sich nicht. Der damals 26-jährige Geschichtslehrer scharte immer mehr Anhänger um sich. Als ein Junge vorschlug, ihm als Leibwächter zu dienen, ließ er sich das gerne gefallen. Und es kam Jones in den Sinn, Schüler als Spitzel anzuheuern. Bald denunzierten einige ihre Klassenkameraden.
„The Third Wave“ zählt zu den berühmtesten Sozialversuchen weltweit und bot Stoff für den in vielen Schulen gelesenen Bestseller von Morton Rhues. Zudem wurde „Die Welle“ mehrfach verfilmt. In seiner Dokumentation „The Invisible Line – Die Geschichte der Welle“ schildert Emanuel Rotstein erstmals den tatsächlichen Ablauf des Experiments und beleuchtet die Hintergründe. 
„Ich hätte das Experiment nie durchführen dürfen, weil ich meine Klasse in unglaubliche Gefahr gebracht habe. Ich überschritt die unsichtbare Linie und genoss meine Macht“, gestand Jones rund fünfzig Jahre später im Interview mit Rotstein. „Jeder hält sich selbst für zu schlau, um der Manipulation zu verfallen“, so Jones' ehemaliger Schüler Steve Coniglio im Gespräch für die Dokumentation: „Doch wir sind uns alle ähnlich, es kann jedem passieren.“ Und Steves damaliger Klassenkamerad Russel Mulock gelangte zu der Auffassung: „Man könnte heute das gleiche Experiment durchführen und es würde die gleichen Ergebnisse produzieren.“
Nicht alle Schüler von einst ließen sich interviewen – beispielsweise Jones' ehemaliger Bodyguard nicht. Sie schämen sich, dass sie mitgemacht haben oder wollen sich nicht daran erinnern, wie Emanuel Rotstein dem Publikum nach der Filmvorführung im Jüdischen Gemeindezentrum berichtete. Doch einige der Jugendlichen von damals sind in Jones' Fußstapfen getreten und Lehrer geworden, wie Rotstein erzählte. Andere arbeiteten am Theater und befassten sich dort mit gesellschaftskritischen Themen.
„Ron Jones' Experiment hält uns hier den Spiegel vor und zeigt, wie leicht und vor allem wie schnell wir alle verführbar sind“, konstatiert Rotstein: „Wenn wir uns den Anschlag von Halle ansehen, müssen wir leider feststellen, dass das Thema nichts an Aktualität verloren hat.“. A.M.

„The Invisible Line – Die Geschichte der Welle“, Regisseur, Produzent und Autor: Emanuel Rotstein, Programmchef von A+E Networks Germany. Der Dokumentarfilm ist die erste Eigenproduktion des Senders Crime + Investigation (unter anderem empfangbar über Sky)


ANKÜNDIGUNG
JÜDISCHE FILMTAGE
28. Januar 2020, 19 Uhr: „Ein Abend für Beyle Schaechter-Gottesman“
Veranstaltungsort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
Dokumentarfilm: „BEYLE: The Artist and Her Legacy“ und Konzert
Beyle Schaechter-Gottesman (1920-2013) wuchs in Czernowitz auf. 1941 heiratete Beyle den Arzt Jonas (Yoyne) Gottesman. Beide überlebten den Krieg im Ghetto Czernowitz. Nach der Befreiung ging das Paar nach New York. Um an der Sholem Aleichem Yiddish School ein jiddisch-sprachiges Umfeld zu bieten, schrieb Beyle Schaechter-Gottesman unter anderem Theaterstücke und Lieder für die Schule. 2005 wurde sie in Anerkennung ihres Beitrags zur traditionellen jüdischen Volkskunst zum National Heritage Fellow ernannt.
Konzert mit der Sängerin Andrea Pancur (München) und dem Akkordeonisten Ilya Shneyveys (Riga/Lettland). Das Duo präsentiert Lieder von Beyle Schaechter-Gottesman. Nähere Informationen zu den Jüdischen Filmtagen: www.ikg-m.de






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Clemens Schuldt

ANKÜNDIGUNG
KONZERTE





Klangvolle Wärmequellen



„Wärme“ ist das herzerwärmende Saisonmotto 2019/2020 des Münchener Kammerorchesters: Chefdirigent Clemens Schuldt will die Begeisterung des Publikums für südländische und nordische Wärme in der Musik befeuern. 

In die Tiefe der Werke vordringen, „mehr Dramatik spüren“  –  das hat sich Clemens Schuldt für die kommende Saison vorgenommen, wie er bei der Pressekonferenz mitteilte. Der „Wärme in der Musik“ will er mit seinem „Top-Kammerorchester“ nachspüren und fokussiert sich dabei beispielsweise auf die Nacht  – mit dabei: Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ als Inbegriff des spätromantischen, „warmen Streichertons“, die mit flirrenden Streicherklängen aufwartende „Elongation of Nights“ der litauischen Komponistin Justė Janulytė sowie Luigi Dallapiccolas „Piccola musica notturna“, die die warme italienische Nachtstimmung feiert. Zur Italien-Thematik im Programm zählen auch Verdis einziges Streichquartett, Romitellis „Flowing down too slow“ sowie Mendelssohns „Italienische“. 
Die Wärme als Bedrohung thematisiert das MKO ebenfalls: Als deutsche Erstaufführung präsentiert das Orchester Miroslav Srnkas „Overheating“, das unter dem Eindruck der kalifornischen Waldbrände 2018 entstand.
Fremde Klänge will Schuldt in die „Ohren der Kinder zaubern“: Das jährliche Kinderkonzert bringt eine Neuauflage der Zusammenarbeit mit dem Schlagzeugduo Double Drums, die diesmal unter dem Titel „Frostig, Feurig, Furios“ vor allem afrikanischen und südamerikanischen Rhythmen nachgeht. Begleitet wird das Kinderkonzert im Vorfeld wieder von vorbereitenden Workshops im Rahmen des umfangreichen Education- und Musikvermittlungsprogramms des MKO.
Weitere zentrale Auftrags- bzw. Ur- und Erstaufführungswerke bei den Abonnementkonzerten kommen von Johannes Maria Staud, der erstmals ein Kammerorchesterwerk für das MKO geschrieben hat, Thomas Adès (Deutsche Erstaufführung des Cellokonzerts mit Steven Isserlis) und dem Ungarn Márton Illés, dessen Violinkonzert für Patricia Kopatchinskaja nach seiner Uraufführung in Köln zum Saisonabschluss in München zu erleben sein wird.
Zu den Solisten der Abonnementreihe gehören der Geiger Christian Tetzlaff, die Pianisten Alexander Melnikow und Evgeni Bozhanov und der Bariton Georg Nigl. Als Gastdirigenten begrüßt das MKO Ilan Volkov, Joshua Weilerstein und Christian Kluxen, die alle zum ersten Mal mit dem Orchester arbeiten.
Die Nachtmusik in der Pinakothek der Moderne erlebt mit Johannes Maria Staud nicht nur ihre 50. Ausgabe, sondern davor noch eine Premiere: Erstmals ist ein Doppelporträt angesetzt, das den 2017 verstorbenen Komponisten Klaus Huber an die Seite seiner Frau Younghi Pagh-Paan stellt. Aleksandra Majzlic

ANKÜNDIGUNG
KONZERTE
Münchener Kammerorchester
1. Februar 2020 – Nachtmusik der Moderne
50. Komponistenporträt Johannes Maria Staud (*1974)
22 Uhr, Pinakothek der Moderne, Rotunde
21 Uhr Einführungsgespräch mit Johannes Maria Staud und Clemens Schuldt
Ilya Gringolts, Violine
Clemens Schuldt, Dirigent
„Terra pinguis (für Arthur)“ für Kammerorchester (2019), Auftragswerk des MKO finanziert von der Ernst von Siemens Musikstiftung
„Configurations/Reflet“ für acht Instrumentalisten (2002)
„Wheat, not oats, dear. I’m afraid“ für sieben Instrumente (2015)
„Oskar (Towards a brighter Hue II)“, Musik für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug (2014) – Deutsche Erstaufführung

5. März 2020 – 5. Abonnementkonzert
20 Uhr, Prinzregententheater
19.10 Uhr, Konzerteinführung mit Dr. Meret Forster
Evgeni Bozhanov, Klavier
Clemens Schuldt, Dirigent
Luigi Dallapiccola: „Piccola musica notturna“
Maurice Ravel: Konzert für Klavier und Orchester G-Dur
Fausto Romitelli: „Flowing down too slow“
Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr.40 g-Moll KV 550






Koepplinger
ANKÜNDIGUNG
THEATER



„Wir sind ein Gemischtwarenladen im positiven Sinne“


Spielzeit 2019/2020 im Gärtnerplatztheater: Bei der Pressekonferenz warb Staatsintendant Josef E. Köpplinger für die Vielfalt in seinem Haus, betonte die Wichtigkeit der „Repertoirepflege“ und erzählte, welche seiner Lieblingsopern ihn schon als Kind faszinierte.

Das Gärtnerplatztheater verbindet alle Genres des Musiktheaters –  und darauf ist Josef E. Köpplinger stolz: „Wir sind ein Gemischtwarenladen im positiven Sinne“. Dass die bestens gefüllten Regale ganz nach dem Gusto des Publikums bestückt sind, beweist die Gesamtauslastung der laufenden Saison von 91,9 Prozent sowie eine Abosteigerung von sechs Prozent (Stand: 10. April 2019). Der Staatsintendant betonte, dass die „Repertoirepflege“ im Hause einen hohen Stellenwert habe.
In der kommenden Spielzeit präsentiert das Gärtnerplatztheater einen „kleinen Italien-Schwerpunkt“  –  mit zwei Opern-Premieren unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall: Verdis „Rigoletto“ (Inszenierung von Herbert Föttinger) und Puccinis „Tosca“ (Inszenierung von Stefano Poda). „Tosca ist eine meiner Lieblingsopern“, erzählte Josef E. Köpplinger den Journalisten, schon als Kind habe er das Werk gesehen und „die Weltsprache der Musik verstanden.“ In den kommenden Jahren werde es einen französischen und einen slawischen Schwerpunkt geben, kündigte der Hausherr an.
Als Eröffnungspremieren zeigt das Gärtnerplatztheater Carl Orffs Oper „Die Kluge“ und eine der berühmtesten geistlichen Kompositionen der Welt, das Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel. Regisseur Torsten Fischer und Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner bringen den sinnlichen und gleichsam nachdenklichen Abend in Musik und Tanz auf die Bühne, die musikalische Leitung hat Chefdirigent Anthony Bramall.
Im Auftrag des Gärtnerplatztheaters hat Johanna Doderer nach der erfolgreichen Uraufführung ihrer Oper „Liliom“ die Oper „Schuberts Reise nach Atzenbrugg“ komponiert. Gemeinsam mit dem berühmten österreichischen Dichter Peter Turrini ist ein zartes, sinnliches Werk über ein Künstlerdasein entstanden – heiter, abgründig und im Schubert’schen Sinne melancholisch. Staatsintendant Josef E. Köpplinger inszeniert die Uraufführung, die musikalische Leitung hat Michael Brandstätter.
Das Theaterstück für Sänger, Tänzer und Musiker „Mass“ von Leonard Bernstein erarbeitet Regisseur und Choreograf Adam Cooper, die musikalische Leitung hat Rubén Dubrovsky. Für die Ballett-Uraufführung „Salome Tanz“ konnte Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner den israelischen Choreografen Eyal Dadon gewinnen. Er erarbeitet diese physische und ekstatische Geschichte über den Mythos der gleißend-hemmungslosen Salome mit dem Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
Das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall setzt die Reihe „Sinfonische Lyrik“ mit der „Manfred- Sinfonie“ von Peter I. Tschaikowsky und der „Sinfonie Nr. 5“ von Dmitri Schostakowitsch fort. Es rezitieren Cornelia Froboess und Julia Stemberger. Und auf dem Programm des Neujahrskonzerts 2020 „Happy New Year in Hollywood“ steht Bekanntes und Unbekanntes aus der flimmernden Welt des amerikanischen Kinos, verbunden durch die launigen Moderationen von Anthony Bramall. Aleksandra Majzlic






Beck ANKÜNDIGUNG
THEATER


„Wir müssen das Theater literarisch von uns aus betrachten“


In der ersten Spielzeit der Intendanz von Andreas Beck wartet das Residenztheater mit  „literarischen Neuzugriffen“, lokalspezifischen Stoffen und einem großen Ensemble auf. Und aus dem „Jungen Resi“ wird in der Spielzeit 2019/2020 das „Resi für alle“.

In den Neunzigerjahren hatte Andreas Beck seine erste Dramaturgenstelle am Residenztheater. Gerne denkt er an diese „glückliche Zeit“ zurück. Seine Rückkehr habe für ihn daher „eine emotionale Komponente“, verriet der designierte Intendant bei der Pressekonferenz zur kommenden Spielzeit (Foto). Er wird den Posten von Martin Kušej übernehmen, der mit Beginn der Spielzeit 2019/2020 Intendant am Wiener Burgtheater wird. Derzeit ist Beck noch Intendant und Schauspieldirektor des Theaters Basel.
Als Dramaturg in München habe er sich damals für das Stück „Engel in Amerika“ eingesetzt, es aber nicht durchsetzen können, erzählte Beck den Journalisten. Tony Kushners Theaterepos inszeniert nun Simon Stone, mit dem Beck schon oft zusammengearbeit hat. 
Was ist der Mensch? Wir verhalten wir uns alleine und wie interagieren wir? Was ist – brutal gefragt – der Wert oder der „Preis des Menschen“? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm. Beck geht es um „literarische Neuzugriffe“, wie er betonte: „Wir müssen das Theater literarisch von uns aus betrachten.“ 28 Premieren stehen auf dem Programm – darunter 11 Uraufführungen, fast alle sind Auftragswerke. 
„Für mich ist Theater etwas Lokales“, erläuterte Beck und macht die Bühne frei für Marieluise Fleißer („Der starke Stamm“), Franz Xaver Kroetz („Der Drang“), Frank Wedekind („Lulu“) oder auch Georg Ringsgwandl („Lola M“).
Große Gesellschaftspanoramen beschreiben die Menschen in Zeitenwenden („Sommergäste“, „Anna Karenina“, „Spiel des Lebens“, „Graf Öderland“ oder „Dantons Tod“). Und mit „Dantons Tod“, „Leonce und Lena“ und „Woyzeck“ beschenkt Beck das Publikum mit dem gesamten dramatischen Werk Georg Büchners. 
Viele Stücke werden von Frauen inszeniert – wie beispielsweise von den Hausregisseurinnen Nora Schlocker („Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer nach Gerhard Hauptmann) und Julia Hölscher („Amphitryon“ von Kleist nach Molière).
Das „Junge Resi“ erfährt eine wunderbare Verwandlung: Denn das neue „Resi für alle“ richtet sich mit Spielklubs etc. nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern auch an Erwachsene. Daniela Kranz, Leiterin des neuen „Resi für alle“ (Foto), bietet mit „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren einen familientauglichen Klassiker. Für die Räuber-Rollen sollen erwachsene Münchner gecastet werden.
Im Programmheft entdecken die Münchnerinnen und Münchner bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Juliane Köhler, Brigitte Hobmeier, Sophie von Kessel, Sibylle Canonica, Oliver Nägele und Oliver Stokowski.  Aleksandra Majzlic

Ab der Spielzeit 2019/2020 beginnt der Vorverkauf jeweils am 1. eines Monats für den gesamten Folgemonat.

 

 

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Bonnie Tyler

INTERVIEW mit Bonnie Tyler

 

„Meine Stimme ist viel kräftiger, als sie es jemals war“



Interview: Aleksandra Majzlic



Ihr 50. Bühnenjubiläum 2019 feiert Bonnie Tyler („Total Eclipse Of The Heart“) mit einer Tour (Start: 28. April 2019, Münchner Circus Krone) sowie mit ihrer CD „Between The Earth And The Stars“ (erscheint am 22. März 2019, earMUSIC). Im Gespräch erzählt sie, wer sie inspirierte, mit wem sie gerne ein Duett singen würde und welches das glücklichste Ereignis ihres Lebens war.

ML: Sie sind mit Opernarien im Ohr aufgewachsen. Wie war das für Sie? 
Bonnie Tyler: Fantastisch, meine Mutter liebte Opern sehr, und sie hatte eine so wunderbare Stimme. Sie wäre viel zu schüchtern gewesen, um auf einer Bühne zu stehen, aber sie sang immer Arien, während sie die Hausarbeit machte. Und Leute standen immer vor unserem Haus und hörten ihr dabei zu. 

ML: Haben sich alle Ihre Träume bereits erfüllt? 
Bonnie Tyler: Ich denke schon. Als ich ein Mädchen war, habe ich mir alles Mögliche gewünscht, wenn ich eine Münze in einen Brunnen geworfen habe.

ML: Sind Sie abergläubisch?
Bonnie Tyler: Ja, ein wenig schon. Mir wurde als Kind immer gesagt, wenn eine schwarze Katze vor Deinen Augen vorüberläuft, bringt das Glück.

ML: Gab es einen Augenblick in Ihrem Leben, der alles veränderte? 
Bonnie Tyler: Ich hatte sehr viel Glück in den Siebzigern, als ich dem Talentscout Roger Bell aus London auffiel. Zu dieser Zeit hatte ich bereits sieben Jahre lang in einem Club in Swansea gesungen. Er kam dorthin, um sich einen Sänger anzuhören. Auf dem Weg ins Obergeschoss zum Auftritt des Sängers kam er an meiner Bühne vorbei und hörte mich singen. Er flog zurück nach London und erzählte einem Songwriter von mir und dann wurde ich nach London eingeladen, um ein paar Demobänder aufzunehmen. Das war das glücklichste Ereignis meines Lebens.

ML: Sie haben „The Best“ zwei Jahre früher aufgenommen als Tina Turner … 
Bonnie Tyler: Ja, das stimmt. Aber ich muss sagen, die Version von Tina Turner ist viel besser als meine. Sie ist eine großartige Sängerin, die mich inspirierte und die ich auch schon mehrmals traf.

ML: Ab März 2019 läuft ein Musical über Tina Turner in Hamburg. Was würden Sie von einem Musical über Bonny Tyler halten?
Bonnie Tyler: Ich glaube nicht, dass es das geben wird. Aber wow, das wäre natürlich schon was! Das wäre sicherlich ein Spaß. (lacht) Übrigens wurde mir angeboten, dass ich eine Autobiografie schreiben soll, aber daran habe ich überhaupt kein Interesse.

ML: Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Karriere?
Bonnie Tyler: Sie war von Höhen und Tiefen geprägt. Aber das hat mich nie davon abgehalten zu arbeiten. Als ich nicht in den Charts vertreten war, hat mich das nicht gestört.
Ich startete nicht im Musikbusiness, um berühmt zu werden, sondern einfach um eine Rocksängerin zu sein. Und ich werde mich nicht zur Ruhe setzen, ich werde Shows machen, bis ich nicht mehr singen kann. Vor jeder Show telefoniere ich mit meinem Stimmtrainer. Meine Stimme ist viel kräftiger als sie es jemals war. Ich liebe, was ich tue – das ist mein Erfolgsgeheimnis. Ich müsste nicht arbeiten, aber ich mache es, weil ich es so liebe. Und ich habe das Glück, einige der größten Evergreens zu haben. Ich werde nie müde „Total Eclipse Of The Heart“, „It's A Heartache“ und „Holding Out For A Hero“ zu singen. In den Siebzigern und Achtzigern habe ich jeden Tag 36.000 Tonträger verkauft, manchmal waren es sogar mehr als 50.000, an einem Tag verkaufte ich allein 52.000 Tonträger von „Total Eclipse Of The Heart“, das war wirklich unglaublich.

ML: Was macht Ihrer Meinung nach einen Song erfolgreich? 
Bonnie Tyler:
Wenn ich singe, versuche ich das Gefühl, das in den Worten steckt zu transportieren. Ich denke, „Between The Earth And The Stars“ ist das beste Album, das ich je gemacht habe. Es sind nur neue Songs darauf – und die hauen einen einfach um. 

ML: Auf Ihrem 17. Studioalbum „Between The Earth And The Stars“ präsentieren Sie drei Duette: mit Francis Rossi von Status Quo („Someone's Rockin' Your Heart“), Rod Stewart („Battle Of The Sexes“) und Cliff Richard („Taking Control“). Gibt es weitere Duett-Wunschpartner?
Bonnie Tyler: Bryan Adams und Tom Jones.

ML: Mögen Sie es, wenn Sie von Fans angesprochen werden?
Bonnie Tyler:
Sagen wir mal so: Es stört mich nicht. Aber wenn ich beispielsweise im Restaurant sitze, den Mund voll habe und dann Leute fragen „Können wir ein Selfie machen?“, dann erwidere ich schon: „Könnt Ihr vielleicht warten, bis ich mit dem Essen fertig bin?“ (lacht)

ML: Würden Sie sich als eitel bezeichnen?
Bonnie Tyler: Oh ja, das bin ich wahrscheinlich. Meine Mutter war sehr hübsch ohne Make-up. Aber ich gehe nie ungeschminkt auf die Straße. Das war auch schon so, bevor ich bekannt wurde. Ich versuche einfach so gut wie möglich auszusehen. Und das Schminken gehört einfach zu meinem Start in den Tag: Ich dusche, ziehe mich an, trage Make-up auf – und dann bin ich „ready for the World“.

 

 

Michael Sadler

INTERVIEW mit Michael Sadler von Saga




„In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm “



Interview: Aleksandra Majzlic


Bei der Rock Meets Classic Tour 2018 wartete der Saga-Sänger Michael Sadler unter anderem mit den Hits „Wind Him Up“ und „On The Loose“ auf.
Im Gespräch erzählt er, wie er einst einen Fan in einem Plattenladen verfolgte, wie es ihm mit musikalischen Mitteln gelang, einen Mann aus dem Koma zu holen, und welche Folgen die fehlende „Menschlichkeit“ im Musikbusiness nach sich zieht.

Im zweiten Teil lesen Sie, welcher der schrecklichste Moment in seinem Leben war, was er über Kids in Talentshows denkt und was Ruhm für ihn bedeutet. >>>

 

 

Supertramp

BERICHT
KONZERT



Britische Weißwurst-Fraktion

Von Aleksandra Majzlic


Bei Rock Meets Classic 2018 in der Münchner Olympiahalle befeuern Status-Quo-Frontmann Francis Rossi, Saga-Sänger Michael Sadler, John Helliwell und Jesse Siebenberg von Supertramp sowie diverse Mitstreiter die Energie der Fans. Francis Rossi zeigt, dass er auf Fitness abfährt und John Helliwell bekennt seine Vorliebe für Kräftig-Deftiges am Morgen. 

Hier lesen Sie den Konzert-Bericht. >>>

 

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Hannes Jaenicke

INTERVIEW mit Hannes Jaenicke



„Auf meiner Facebook-Seite wird gelegentlich gehetzt, aber das ist völlig okay“


„Wir sind das einzige Land der Welt, in dem Gutmensch ein Schimpfwort ist“, sagt der als Gutmensch titulierte Schauspieler und Umweltaktivist im Gespräch. Zudem verrät er, von wem er Hass-Post bekam, welche „unfassbar feigen Menschen“ sich nicht vor seine Kamera wagten und wer anfällig ist für die „Nörgel- und Kritiksucht“. 


Interview: Aleksandra Majzlic

 

 

  

Hannes Jaenicke fordert im Interview ein Wildtierverbot im Zirkus, spricht über die letzte Hoffnung auf Nachkommen für die letzten drei Vertreter des Nördlichen Breitmaul-Nashorns und kündigt seine nächste Doku an, in der es um den „Schweinkram“ hierzulande geht. >>>

 

 

Bille August

INTERVIEW mit Bille August

 


„Das Leben ist fast ein Wunder“


Ob er Angst vor dem Sterben hat und an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt und welchen Schmerz ihm einst sein Vater zufügte, das erzählt der angesehene Regisseur („Silent Heart – Mein Leben gehört mir“) im Gespräch.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, inwiefern Bille August ein „reicher Mann“ ist, welche Belohnung er sich nach der Arbeit am Set wünscht und welche Filme er sich privat niemals anschaut. >>>