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Koepplinger

ANKÜNDIGUNG
THEATER



„Theater ist der schönste und freieste Ort der Welt“



Wie ein magischer Magnet zieht das Gärtnerplatztheater die Besucher an: 97,98 Prozent, so die Gesamtauslastung für die laufende Saison. In der Spielzeit 2018/2019 wartet das Team um Staatsintendant Josef E. Köpplinger unter anderem mit der Revueoperette „Drei Männer im Schnee“ sowie mit dem „Momo“-Musiktheater auf.  

Die Zahl 97,98 Prozent muss Josef E. Köpplinger gleich zwei Mal sagen und der Stolz auf die Gesamtauslastung der laufenden Saison (Stand: 24. April 2018) ist ihm deutlich anzusehen. Zudem wurden auch noch alle Abos verkauft und das Publikum „stürmte“ beispielsweise die „Opern auf Bayrisch“. „Ich weiß nicht, wie lange die Neugier auf unser Haus anhält. Aber wenn wir demnächst bei der Auslastung eine 8 vor dem Komma haben, sind wir glücklich“, so Köpplinger bei der Pressekonferenz.
Der Staatsintendant will den Menschen, die bisher sein Haus noch nicht betreten haben „die Schwellenangst nehmen“, wie er sagte: „Ich arbeite daran, dass das Theater selbstverständlich wird. Theater ist der schönste und freieste Ort der Welt.“ Vor den Journalisten plädierte Köpplinger für die „Freiheit des Glaubens“ und verdeutlichte: „Glauben ist Privatsache und wir stehen für eine offene Gesellschaft. Kultur und Kunst sind frei, dieses Haus ist nicht der Ort ein Kreuz aufzuhängen.“
Das Gärtnerplatztheater eröffnet die kommende Spielzeit am 11. Oktober 2018 mit der Oper „Dantons Tod“ zum 100. Geburtstag des österreichischen Komponisten Gottfried von Einem, in der Inszenierung von Günter Krämer und unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall.
Michael Endes Märchenklassiker „Momo“ bringen Komponist Wilfried Hiller und Textdichter Wolfgang Adenberg als Musiktheater in 18 Bildern auf die Bühne (Uraufführung: 16. Dezember 2018). Es ist ein Auftragswerk des Gärtnerplatztheaters – ebenso wie „Drei Männer im Schnee“ (Uraufführung. 31. Januar 2019). Der Chansonnier und Musikkabarettist Thomas Pigor verwandelt Erich Kästners satirischen Erfolgsroman in eine bunte und skurril-spritzige Revueoperette – mit den besten Kästner-Sprüchen, Ufa-Schlagern und Jodlern. Regie führt Köpplinger, der betonte: „Wir wollen die Operette salonfähig erhalten. Das ist eine große Kunst und eine große Herausforderung.“ Aleksandra Majzlic

Außerdem: Für die choreografische Uraufführung von „Romeo und Julia“ mit der Musik von Sergej Prokofjew konnte die Choreografin Erna Ómarsdóttir gewonnen werden (22. November 2018). Mit „L'Heure Espagnole“ will das Gärtnerplatztheater den Einakter wiederbeleben (Premiere: 28. April 2019). Das Haus präsentiert unter anderem die Oper „La Bohème“ (Premiere: 28. März 2019), das Expeditionsballett „Atlantis“ (Uraufführung: 7. Juni 2019), die Produktion der Gärtnerplatz Jugend „Frida Kahlo“ (Premiere: 3. Juli 2019) sowie die „Wiener Comedian Harmonists“ mit ihrem Mix aus Berliner Witz und Wiener Charme (21. Dezember 2018).
www.gaertnerplatztheater.de

 

 

 

My Fair Lady

BERICHT
THEATER


Vokalübungen sind das A und O



„Es greant so grean“: In Josef E. Köpplingers schmissiger Neuinszenierung von „My Fair Lady“ am Münchner Gärtnerplatztheater sprechen die Darsteller in den Mundart-Passagen erstmals Bayerisch anstelle von Berlinerisch. Das Publikum würdigte den Elan des Ensembles mit kräftigem Applaus.


Einen gemeinen „Mord an der Muttersprache“ erträgt Mr. Higgins einfach nicht. Und wenn seine Schülerin Eliza das „Ü“ in ein schlampiges „EA“ verwandelt, wird dem Phonetik-Professor  wahrlich übel. Dennoch verdonnert er das derb daherredende Blumenmädel zum Unterricht, bringt sie sogar dazu mit Kieselsteinen im Mund zu sprechen. Schließlich hat der Londoner mit seinem Kollegen Oberst Pickering gewettet, dass er binnen von sechs Monaten die „kannibalische Schlampe“ in eine gebildet parlierende „Königin“ verwandeln kann. Und siehe da: Schließlich sagt sie den Satz „Es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen“ höchst akkurat auf. Prompt kleidet der feine Pinkel Higgins Eliza neu ein und präsentiert sie auf dem Rennplatz von Ascot seiner standesbewussten Mutter nebst High Society Clan.
1956 fand die Uraufführung des Musicals in New York statt, 1984 folgte die Erstaufführung am Staatstheater am Gärtnerplatz unter der Regie von August Everding mit Cornelia Froboess und Gisela Ehrensperger. Nun stehen die Damen wieder auf der Bühne – in der fulminanten Neuinszenierung von Staatsintendant Josef E. Köpplinger mit den Gute-Laune-Liedern „Mit an Fingahuat voi Glück“, „Warat des ned wundascheen“ und „Ich hätt' getanzt heut' Nacht“.
Für den Auftritt auf dem Rennplatz von Ascot staffierte Marie-Luise Walek die Herren mit edlem Frack und Zylinder und ihre Begleiterinnen mit rauschenden Rüschen-Roben und überdimensionalen Hüten aus. Wunderbar ist die Szene, als Eliza (Nadine Zeintl) mit Mrs. Higgins (Gisela Ehrensperger) Smalltalk betreibt, ihre bestens einstudierten Bemerkungen von sich gibt, immer wieder mal in ihren alten Straßenjargon zurückfallt und die Clique so in höchstes Erstaunen versetzt. Überzeugend spielt Michael Dangl den hochnäsigen Frauenmissversteher Higgins. Und Friedrich von Thun brilliert in der Rolle des Gutmütigen, der Higgins Strenge mit der lernwilligen Schülerin kritisiert und vor lauter Freude über Elizas Erfolge zu tanzen beginnt. Aleksandra Majzlic

My Fair Lady, Musical nach Bernard Shaws „Pygmalion“ und dem Film von Gabriel Pascal; Regie: Josef E. Köpplinger, musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz, Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner, Musik von Frederick Loewe, Deutsch von Robert Gilbert, Münchner Textfassung von  Josef E. Köpplinger, ins Bayerische übertragen von Stefan Bischoff, weitere Vorstellungen am 1., 3. und 10. Juni 2018, www.gaertnerplatztheater.de

 

 

Zauberfloete BERICHT
OPER 


Die Entdeckung der Liebe



Am Münchner Gärtnerplatztheater huldigt die Mozart-Oper der Leidenschaft, die Helden schafft. „Die Zauberflöte“ nach einer Inszenierung von Rosamund Gilmore setzt auf Werktreue und ein stimmgewaltiges Ensemble. 

Völlig verzückt ist der Schönling Tamino, als er das Bildnis von Pamina erblickt, ist dies doch „bezaubernd schön“, wie er schwärmt. Und als die Königin der Nacht ihn beauftragt, ihre Tochter Pamina dem mächtigen Sarastro zu entreißen, ist seine Tatenlust dank der urplötzlich aufflammenden Leidenschaft geweckt. Und das, obwohl es ihm kurz zuvor beim Kampf mit einer Schlange an Heldenmut fehlte. Um die lauernden Gefahren dieser Rettungsaktion wissend, gibt die Königin dem Jüngling eine jegliche Widersacher besänftigende Zauberflöte mit sowie den Pfiffikus Papageno mit einem magischen Glockenspiel und drei wegweisende Knaben. Angekommen in Sarastros Reich, entdeckt Tamino seine Angebetete. Doch das Liebesglück ist ihm noch nicht hold. Er muss noch eine von Sarastro auferlegte Charakterprobe bestehen. Einer Prüfung entzieht sich auch Papageno, wird ihm doch als Siegeslohn eine Papagena versprochen.
Mozarts 1791 in Wien uraufgeführte Oper ist eine Sammlung berühmter Melodien – dazu gehören beispielsweise die Bildnis-Arie, „Der Vogelfänger bin ich ja“, „Ein Mädchen oder Weibchen“ und das Pa-Pa-Pa-Duett. Die Inszenierung von Mozarts populärstem und zugleich rätselhaftestem Musiktheaterwerk kommt nicht zu pompös daher, sondern begeistert mit einem zurückhaltenden Bühnenbild. Besonders einfallsreich sind die Kostüme der vom Flötenklang angelockten Tiere (Gorilla, Panther, Warzenschwein und Hyäne), die Tamino und Papageno beschützen. Neben Dean Power (als Tamino) und Sophie Mitterhuber (in der Rolle der Pamina) betörten vor allem Christoph Seidl mit der Bass-Arie des Sarastro „In diesen heil'gen Hallen“ sowie die Sopranistin Sofia Mchedlishvili als Königin der Nacht mit der Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“. Aleksandra Majzlic

Die Zauberflöte, Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Text nach Emanuel Schikaner, musikalische Leitung: Michael Brandstätter, Regie nach Rosamund Gilmore, Spielleitung: Ferdinand Hofmann, weitere Vorstellung am 10. Mai 2018,  www.gaertnerplatztheater.de

 

 

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MKO Schuldt BERICHT
KONZERT






Zeichen für eine tolerante Gesellschaft


Beim 12. Münchner Aids-Konzert im Prinzregententheater spielten das Münchener Kammerorchester und renommierte Gast-Solisten zu Gunsten der Münchner Aids-Hilfe. Erstmals leitete MKO-Chefdirigent Clemens Schuldt das Wohltätigkeitskonzert.


Mit Robin Johannsen, Antoine Tamestit, Valeriy Sokolov und Gerhard Oppitz konnten erneut hochkarätige Gastsolisten für das Projekt gewonnen werden. Auf dem Programm standen Werke von Max Bruch, Johannes Nepomuk Hummel, Wolfgang Amadeus Mozart sowie Ludwig van Beethoven. Der Erlös der Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dieter Reiter kam dem Hilfsfonds der Münchner Aids-Hilfe zugute. Erneut bestach das „Aids-Konzert“ mit der Symbiose aus etablierten Solisten von Weltrang und hochgelobten, internationalen Künstlern der jungen Generation, die gemeinsam mit dem Münchener Kammerorchester auf der Bühne standen.
Die Leitung des Münchener Aids-Konzerts hatte erstmals Clemens Schuldt inne. Er übernahm die Leitung des Wohltätigkeitskonzertes von Alexander Liebreich, dem vorherigen künstlerischen Leiter des Münchener Kammerorchesters und Begründer der Veranstaltung. Das Münchener Kammerorchester setzte mit diesem Konzert ein Zeichen für die gesellschaftliche Verantwortung der Musiker und den Einsatz für eine liberale, offene, von Toleranz getragene Gesellschaft.
Zum Auftakt spielte Antoine Tamestit (Jahrgang 1979) begleitet vom Münchener Kammerorchester das „Potpourri (Fantasie) op. 94“ von Johann Nepomuk Hummel. Danach betrat der ukrainische Violinist Valeriy Sokolov die Bühne, der zu den bedeutendsten jungen Künstlern seiner Generation zählt. Im Alter von 13 Jahren verließ der junge Varleriy seine Heimat, um in England an der Yehudi Menuhin School bei Natalia Boyarskaya zu studieren. Beim Münchener Aids-Konzert spielte er das „Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26“ von Max Bruch, bis heute das bekannteste Werk des Komponisten. Dann durften sich die Besucher auf  Robin Johannsen freuen. Sie sang die Motette für Sopran und Orchester „Exsultate, jubilate, KV 165“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Die amerikanische Sopranistin Robin Johannsen kam als Stipendiatin der Deutschen Oper Berlin nach Europa und wurde bald festes Ensemblemitglied des Hauses. Nach drei Jahren wechselte sie an die Oper Leipzig und ist seit 2008 freischaffend tätig, mit einer besonderen Affinität zu Barock und Klassischer Musik.

 

ANKÜNDIGUNG
KONZERT
8. Abonnementkonzert
14. Juni 2018, 20 Uhr Prinzregententheater
Aaron Pilsan, Klavier
John Storgårds, Dirigent
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 98 B-Dur
György Ligeti: Kammerkonzert für 13 Instrumente
Franz Schubert / Franz Liszt: „Wanderer-Fantasie“
Joseph Hadyn: Sinfonie Nr.104 D-Dur „London / Salomon“
Höchste instrumentale Anforderungen zum Abschluss der Haydn-Ligeti-Reihe unter Leitung von John Storgårds: „Dieses viersätzige Werk ist insofern ein Konzert, als alle 13 Spieler als virtuose Solisten eingesetzt und gleichrangig behandelt werden“, sagt György Ligeti über sein Kammerkonzert, das 1969/70 entstand und eine bedeutende Zwischenstation in der stilistischen Entwicklung des Komponisten markiert. Dass der horrend schwierige Klaviersatz von Schuberts 1822 entstandener „Wanderer-Fantasie“ ein ganzes Orchester mit zwei Händen packen zu wollen scheint, ist schon Robert Schumann aufgefallen. Das Stück ruft förmlich nach dem Farbangebot des Orchesters, insofern ist die große Besetzung in Franz Liszts Bearbeitung nur konsequent. Der späte Haydn kommt da mit vergleichsweise sparsameren Mitteln aus – Triumph des Geistes über die Materie.

 

 

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Juedisches Gemeindezentrum

ANKÜNDIGUNG
VORTRAG
9. Mai 2018, 20 Uhr
Jakob Hessing: Auf der Grenze. Eine autobiographische Wanderung
Münchner Rede zur Poesie XIX
Veranstalter: Stiftung Lyrik Kabinett in Kooperation mit dem Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München & Oberbayern (Foto)
Veranstaltungsort:
Lyrik Kabinett, Amalienstr. 83a / Rgb.




In seiner Münchner Rede zur Poesie stellt sich Jakob Hessing die Gretchenfrage: „Wie hältst du’s mit der Poesie?“ Bei dem Versuch, eine Antwort zu finden, blickt er zurück und erzählt von Gedichten und Texten der deutsch-jüdischen Tradition, die ihn durchs Leben begleitet haben und die ihn immer noch existentiell (be)treffen – auf der Grenze zwischen Berlin und Jerusalem, zwischen dem Deutschen und dem Hebräischen. Die autobiografische Suche führt Hessing aber auch an eine Grenze, die für ihn innerhalb der hebräischen Sprache verläuft: zwischen ihrer profanen und ihrer heiligen Dimension.

 

 

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Sievers
GEWINNSPIEL
BUCH „Grauzonen. Geschichten aus der Welt hinter den Nachrichten“ von Christian Sievers (Rowohlt Taschenbuch Verlag) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Juni 2018 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de. Es werden insgesamt drei Exemplare verlost.

Ebenso sympathisch wie Christian Sievers als ZDF-Nachrichtenmann rüberkommt, ist auch sein Buch – eine anrührende, anekdoten-, detail- und kenntnisreiche Liebeserklärung an den Nahen Osten, wo nichts geht und alles möglich ist.
Fünf Jahre lang war er ZDF-Auslandskorrespondent im Nahen Osten. In dem mit Fotos angereicherten Buch sind seine Reportererlebnisse versammelt, die sich in seinem Gedächtnis festgesetzt haben: Fernab der Politik schwärmt der Journalist beispielsweise von der Ausgehstadt Tel Aviv, wirft einen Blick in israelische Kochtöpfe und berichtet über „Israels Meisterkoch“ Tom Franz, ein Kölner, der in Israel lebt.
In dem Staat, der heuer sein 70-jähriges Bestehen feiert, traf Christian Sievers Menschen, „deren Geschichten und deren Herzlichkeit unvergesslich sind“, wie er schreibt. In einem Altersheim für Holocaust-Überlebende interviewte er Yair, der ihm auf Deutsch erzählte, dass die Leute hier in früheren Zeiten nicht mehr Deutsch sprechen wollten. Aber das sei inzwischen anders: „Jetzt ist Deutschland einer der besten Freunde Israels.“

 

 

Hoger
GEWINNSPIEL
BUCH „Ohne Liebe trauern die Sterne. Bilder aus meinem Leben“ von Hannelore Hoger (Rowohlt Verlag) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Juni 2018 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de. Es werden insgesamt zwei Exemplare verlost.

Gut lesbare, amüsante und zugleich berührende Autobiografie der beliebten Schauspielerin und Regisseurin – angereichert mit Interviews: „Ich hätte keinen anderen Beruf gewollt. Ich finde das einen tollen Beruf“, sagt die Schauspielerin. Mit der Rolle „Bella Block“ sei sie „alt geworden“, wie die gebürtige Hamburgerin meint: „Aber ich muss nicht auch noch mit ihr ins Grab fallen. Punkt.“ Mittlerweile ist sie ohnehin der Ansicht, dass es „inzwischen eine Inflation von Kriminalfilmen gibt. Als ob es nichts anderes gibt auf der Welt als Mord und Totschlag.“
Ihr Kapitel „Was bleibt“ schließt mit dem Satz: „In meiner Karriere habe ich Hollywood nicht erreicht, aber wenn die phantastische Isabelle Huppert endlich einen Oscar bekäme, empfände ich das als ausgleichende Gerechtigkeit.“
Der Buchtitel „Bilder aus meinem Leben“ ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn neben vielen Fotos, die Hannelore Hoger privat und in unterschiedlichen Rollen zeigen, präsentiert die begeisterte Malerin in dem Buch erstmals einige ihrer in den vergangenen Jahren entstandenen Bilder.

 

 

Tixier
GEWINNSPIEL
CD  „Universal Citizen“ vom David Tixier Trio (Neuklang) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Juni 2018 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.


Nach einem imposanten Frankreich-Import voller Frühlingsfrische klingt das Debütalbum „Universal Citizen“ vom 2016 gegründeten und international erfolgreichen David Tixier Trio. Um den französischen Komponisten und Pianisten David Tixier scharen sich der Schweizer Bassist Rafael Jerjen und die kroatische Schlagzeugerin Lada Obradović. Zur Stammbesetzung gesellen sich die Gastmusiker Mike Moreno (Gitarre) und Sachal Vasandani (Gesang).
Der Titel „Far From The World“ steht für Tixier für eine „Art Loslösung von der Realität“. Seine Idee ist dabei rhythmische Raffinesse mit Einfachheit in Harmonie und Melodie zu konfrontieren. Traumhaftes „Balladen“-Feeling verspricht der Titelsong „Universal Citizen“.

 

 

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Blauer Reiter BERICHT
KUNST





Kunst als Weltsprache 


Der „Blaue Reiter“  sprintete durch Berlin, Frankfurt, Madrid, Venedig und wagte den Sprung nach New York. Nun ist die weltweit größte Sammlung an Bildern aus dem Künstlerkreis wieder im Münchner Lenbachhaus.

Die Bilder mussten reisen – denn Marcs Ziel war es schließlich, dass man den Ideen der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ auf der Landstraße begegnen sollte. Nun sind die Werke wieder an ihrem angestammten Platz. Das Lenbachhaus richtete die Abteilung des „Blauen Reiter“ wieder ein – nach den Ausleihen für die Kooperationsausstellungen „August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft“ (2015) und „Klee und Kandinsky. Nachbarn, Freunde, Konkurrenten“ (2015/2016) sowie für Ausstellungen im Museo Thyssen-Bornemisza Madrid, im Museum of Modern Art in New York, im Frankfurter Städel, in der Alten Nationalgalerie Berlin, im Palazzo Ducale, Venedig etc.
Leihgaben gingen auch nach Asien und nach Russland. Und deshalb zieht das Lenbachhaus auch viele Asiaten und Russen an. „Der Blaue Reiter ist ein kultureller Botschafter der Stadt München“, sagte Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers beim Presserundgang: „Paris hat seinen Eiffelturm, wir haben unseren Blauen Reiter“,
Das Lenbachhaus besitzt die weltweit größte Sammlung zur Kunst des „Blauen Reiter“, eine der bedeutendsten Künstlergruppen der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diesen Umstand verdankt das Museum in erster Linie der großzügigen Stiftung von Gabriele Münter. Anlässlich ihres 80. Geburtstags 1957 machte die Malerin dem Lenbachhaus über 1000 Werke des „Blauen Reiter“ zum Geschenk. Mit dieser großartigen Schenkung wurde die Städtische Galerie im Lenbachhaus zu einem Museum von Weltrang.
Das einzigartige Ensemble der Gabriele Münter Stiftung wurde 1965 durch eine weitere wichtige Schenkung ergänzt: Angeregt durch ihr Vorbild stifteten die Erben von Bernhard Koehler Hauptwerke von Franz Marc und August Macke.
Der Kreis des „Blauen Reiter“ in München und Murnau gehört neben der Künstlergemeinschaft der „Brücke“ in Dresden und Berlin zur wichtigsten Erneuerungsbewegung der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Gegensatz zum figürlichen Expressionismus der „Brücke“-Künstler entwickelte der Kreis des „Blauen Reiter“ ab 1908 eine spezifische Art von strahlend farbiger, expressiver und zum Teil abstrahierender Formensprache.
„Mit seiner Abstraktion hat der Blaue Reiter die Idee der Weltsprache der Kunst entwickelt“, so Lenbachhaus-Direktor Matthias Mühling. Spezifikum des „Blauen Reiter“ war der Pluralismus der künstlerischen Äußerungen. In ihrem 1912 herausgegebenen Almanach „Der Blaue Reiter“ stellten Kandinsky und Marc Volkskunst, Kinderkunst, ägyptische Schattenbilder, afrikanische Schnitzereien oder bayerische Hinterglasbilder gleichberechtigt neben die Kunstwerke alter europäischer Meister oder der aktuellen Avantgarde. In diesem Sinne hatten Kandinsky und Marc in ihrem nicht veröffentlichten Vorwort für den Almanach geschrieben: „Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit.“ Ein eigener Raum ist dem Almanach und seinen Bildwerken im Lenbachhaus gewidmet. Auf einem Touchscreen kann der Besucher durch das berühmte Buch blättern.
Der m
it „Blauer Reiter“ betitelte Almanach gab der ganzen Bewegung den Namen. Die historische Redaktionssitzung fand am 24. und 25. Oktober 1911 im Haus von Wassily Kandinsky und Gabriele Münter in Murnau statt. Mit dabei: Franz und Maria Marc sowie August und Elisabeth Macke. Im Salon von Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky (Foto: Bildnis des Tänzers Alexander Sacharoff, 1909) in der Giselastraße in München debattierten die Maler regelmäßig.
Kreative Jahre verbrachte Wassily Kandinsky von 1909 bis 1914 mit seiner Lebensgefährtin Gabriele Münter in einem Landhaus in Murnau, das heute als Münter-Haus bekannt ist. Sie hatten das Städtchen bei einem Malerausflug entdeckt
. Franz Marc bezeichnete die ganze Region wegen ihrer über die Jahreszeiten hinweg wechselnden bläulichen Farb- und Lichtstimmungen als das Blaue Land und bekannte: „Blau ist die einzige Farbe, bei der ich mich wohlfühle.“ A.M.


„Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit“. „Der Blaue Reiter“ kehrt zurück. Seit Februar 2016 im Münchner Lenbachhaus, Dienstag 10 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr und an allen Feiertagen geöffnet

 

 
 
Supertramp  

BERICHT
KONZERT



Britische Weißwurst-Fraktion

Von Aleksandra Majzlic


Bei Rock Meets Classic 2018 in der Münchner Olympiahalle befeuern Status-Quo-Frontmann Francis Rossi, Saga-Sänger Michael Sadler, John Helliwell und Jesse Siebenberg von Supertramp sowie diverse Mitstreiter die Energie der Fans. Francis Rossi zeigt, dass er auf Fitness abfährt und John Helliwell bekennt seine Vorliebe für Kräftig-Deftiges am Morgen. 

Hier lesen Sie den Konzert-Bericht. >>>

 

 

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Staatsfeind INTERVIEW mit Henning Baum zu
„Der Staatsfeind“
(SAT.1-Event-Zweiteiler, 8. und 15. Mai 2018, 20.15 Uhr)


„Gefühle spielt man nicht, die stellen sich ein“


Nervenkitzel mit emotionaler Höchstdosis, bildgewaltig und mit einer ordentlichen Portion Action  in Szene gesetzt: Bei einem Einsatz in München ist Polizist Robert Anger (Henning Baum) zur Stelle, als die Polizistin Victoria und Ehefrau seines besten Freundes erschossen wird. Robert hat den Täter gesehen und wird als Zeuge vernommen. Doch plötzlich werden Beweismittel vertauscht: Robert wird zum Hauptverdächtigen und meistgesuchten Verbrecher Deutschlands. Der Gejagte muss untertauchen. Victorias Ehemann Miki (Max von Thun) zweifelt an Roberts Unschuld. Doch Rebecca (Franziska Weisz) hält bedingungslos zu ihrem Mann Robert. Als sie ein Video bekommt, das ihn entlastet, bringt sie sich selbst in Gefahr. Denn der Militärische Abschirmdienst will verhindern, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt. 


Interview: Aleksandra Majzlic

ML: Welche Szenen haben Ihnen beim Dreh mehr Spaß gemacht: die emotionalen oder die actiongeladenen?
Henning Baum: Actionszenen machen mir viel mehr Spaß und sind eine Herausforderung für mich. Ich habe keine Lust, Rollen zu spielen, die nur Text transportieren.

ML: Sind die emotionalen Szenen schwieriger zu spielen?
Henning Baum: Ja, viel schwieriger. Denn Gefühle spielt man nicht, die stellen sich ein. Darauf hoffe ich, sicher sein kann ich mir da nicht. 

ML: Im Film sind Robert und Miki seit dreißig Jahren miteinander befreundet. Haben Sie auch einen besten Freund?
Henning Baum: Ja, noch aus der Schulzeit, wir sehen uns regelmäßig.

ML: Der Thriller setzt neben Action sehr stark auf Emotionen. Finden Sie, dass es anderen TV-Thrillern an Emotionen fehlt?
Henning Baum: Ich weiß nicht, ich bin gar nicht so ein großer Kenner der Fernsehlandschaft, das muss ich gestehen. Ich weiß nur, was mir bei diesem Film wichtig ist: Er ist nicht nur ein Thriller, sondern auch ein Liebesfilm. Das macht ihn für mich so reizvoll.

ML: Was macht für Sie generell ein gutes Drehbuch aus?
Henning Baum: Die Geschichte muss stimmig und spannend sein und ein Tempo entwickeln. Und die Figuren müssen Charakter haben. Wenn ich das Drehbuch lese, muss bei mir gleich ein innerer Film abgehen, da muss ich mich schon im Film sehen. So ging es mir bei „Der Staatsfeind“. Und für diesen Film war München genau der richtige Drehort. München ist mir wohlvertraut. Ich habe hier auch schon gewohnt.

ML: Würden Sie gerne wieder in München leben?
Henning Baum: Im Augenblick nicht, ist ja auch alles sehr teuer in München. Die spinnen ja mit den Preisen.

 

 

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Michael Sadler

INTERVIEW mit Michael Sadler von Saga




„In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm “

 

 

Ein sagenhaft emotionales Hammerjahr war 2017 für alle Saga-Getreuen: Frontman Michael Sadler verkündete, dass er und seine „Brüder“ beschlossen haben, sich nach Ende der ausverkauften Tour 2017 zu trennen. Nun heilt Michael Sadler wunde Fan-Seelen mit Balsam: Bei der Rock Meets Classic Tour 2018 wartete der Saga-Sänger unter anderem mit den Hits „Wind Him Up“ und „On The Loose“.
Im Gespräch erzählt er, wie er einst einen Fan in einem Plattenladen verfolgte, wie es ihm mit musikalischen Mitteln gelang, einen Mann aus dem Koma zu holen, und welche Folgen die fehlende „Menschlichkeit“ im Musikbusiness nach sich zieht.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

ML: Die kanadische Band Saga hat in vierzig Jahren acht Millionen Alben unters Fan-Volk gebracht und war mit mehr als 1000 Shows in zwanzig Ländern. Was war schwieriger: über diese lange Zeit eine gleichbleibende Qualität zu liefern oder miteinander auszukommen?
Michael Sadler: Ich denke, wenn wir vierzig Jahre lang nicht miteinander klargekommen wären, hätte es die Band auch nicht so lange gegeben. Manchmal sieht man die Bandmitglieder ja öfter als die Familie. So werden sie zu einer zweiten Familie. Und wie das in einer Familie eben so ist, streitet man ab und zu. Aber das hat keine weitreichende Bedeutung, das passiert eben einfach in bestimmten Momenten, wenn die Emotionen hochkochen. Natürlich ist es uns wichtig, eine bestimmte Qualität beizubehalten. Und wenn man einen Text, ein Gemälde oder ein Musikstück der Öffentlichkeit präsentiert, muss man, was das Ergebnis betrifft, ganz und gar überzeugt sein. Denn daran ändern kann man ja nichts mehr, wenn es mal fertig ist. Wenn man also ein Album veröffentlicht, muss man sicherstellen, dass es das Beste war, was man zustande bringen konnte.

ML: Ist Ihr zehnjähriger Sohn Ihr größter Fan?
Michael Sadler: Er denkt, dass ich echt gut bin, in dem, was ich so mache. (lacht) Er ist sehr musikalisch, hat ein tolles Rhythmusgefühl. Was das Musikalische betrifft, habe ich ihm also schon etwas mitgegeben. (lacht)


ML: Was würden Sie sagen, wenn Ihr Sohn eines Tages den Entschluss fassen würde, Musiker zu werden?
Michael Sadler: Klasse! Für mich ist es am wichtigsten, meinen Sohn bei allem zu unterstützen, was er machen möchte, solange es nicht illegal ist oder anderen Menschen schadet. Es kommt darauf an, dass er eine Leidenschaft für etwas entwickelt, aber auch das entsprechende Talent hat – egal welchen Beruf er letztlich wählt. Es gibt beispielsweise so viele Menschen, die Leidenschaft für Musik entwickeln, aber sie haben nicht das Talent dazu, Musik zu machen. Man muss aber beides haben.


ML: Welcher war ein ganz besonderer Moment in Ihrer Karriere?  
Michael Sadler: Als unsere erste Platte erschien, ging ich in einen großen Plattenladen in Toronto. Ich wollte die LP dort sehen. Ich suchte das Register mit dem Buchstaben „S“. Plötzlich fiel mir ein Mann auf, der an mir vorbeilief, beim „S“ stehenblieb und nach unserem Album griff. Ich stand direkt neben ihm und dachte: „Wow, wow!“ Ich folgte ihm dann bis zur Kasse, beobachtete ihn, wie er das Geld aus seinem Portemonnaie zog, bezahlte, die Platte in seine Tüte steckte und den Laden verließ. Und ich dachte: „Das ist ja unglaublich!“ Ich werde das nie vergessen. 


ML: Welcher war Ihr schrecklichster Moment?  
Michael Sadler: In vierzig Jahren erlebt man Höhen und Tiefen, das ist wie eine Achterbahnfahrt. Ich halte nichts davon, etwas zu bedauern. Entscheidend ist, dass man aus seinem Fehler lernt und ihn nicht ein zweites Mal macht. Jemand, der denselben Fehler immer und immer wieder macht, ist entweder wahnsinnig oder dumm. In meiner Karriere gab es nicht den einen schrecklichen Moment.  In meinem Privatleben schon: Es war sehr schlimm für mich, als meine Mutter starb.  

ML: Ist es schwer für Sie, auf der Bühne zu stehen, wenn es Ihnen schlecht geht?  
Michael Sadler: Wenn ich meine Bühnenklamotten anziehe und auf die Bühne gehe, lasse ich alles hinter mir. Denn ich weiß, dass es nicht entscheidend ist, wie ich mich fühle. Es geht um das Publikum. Die Leute kommen, um „Hallo!“ zu sagen. Sie wollen nicht nur die Band sehen, wie sie ihr Album spielt. Sie wollen das Gefühl haben, uns sozusagen getroffen zu haben. Und auch wir wollen, dass das so ist. Die Fans verdienen meine beste Performance, egal wie ich an dem Abend drauf bin. Und sie haben auch ihre Probleme, kommen hierher, um das zu vergessen für zwei Stunden. Also vergesse auch ich meine Sorgen für zwei Stunden und genieße den Abend.

ML: Bei der Rock Meets Classic Tour 2018 präsentieren Sie Saga-Hits. Sind Sie nach so vielen Jahren Bühnenerfahrung noch aufgeregt, wenn Sie vor Ihre Fans treten?
Michael Sadler: Natürlich, wenn das auch schnell vergeht und ich mich dann auf der Bühne frage: „Warum hatte ich dieses Gefühl?“ Nervosität würde ich es aber nicht nennen, ich bin eher gespannt darauf, was passieren wird. Denn bei jedem Auftritt ist immer auch etwas Unvorhersehbares dabei. Denn abgesehen von den Songs, die wir spielen, die ja immer mehr oder weniger die gleichen sind, weiß ich nicht, was ich zu den Fans sagen werde. Das hängt davon ab, welches Gefühl sie mir vermitteln. Wenn jemand mir beispielsweise etwas zuruft, reagiere ich darauf. Ich weiß also nie, was geschehen wird. Wenn ich diese gespannte Erwartung und die Leidenschaft nicht mehr spüren würde, wäre es nur noch ein Job. Auf der Bühne nur seinen Job zu machen würde in etwa so aussehen: Ich begrüße die Fans mit einem gelangweilten „Guten Abend“, sage immer das Gleiche, verhalte mich immer gleich, haue dann mit einem „Gute Nacht“ ab und warte darauf, dass das Geld auf meinem Konto landet. Das alles wäre weder fair mir noch dem Publikum gegenüber. Ich werde immer Musik machen, aber wenn ich eines Tages nicht mehr mit Leib und Seele bei den Konzerten dabei bin, werde ich mir und dem Publikum den Gefallen tun und nicht mehr auftreten. Aber das wird noch nicht sehr bald der Fall sein.

ML: Waren Ihre Frau und Ihr Sohn auch mal bei der Tour dabei?
Michael Sadler: Sie haben mich 2015 bei der European Tour begleitet. Mein Sohn hat mich auf der Bühne gesehen, das hat ihm sehr gefallen. Aber ich habe mir schon Sorgen gemacht, ob es gut ist, die beiden mitzunehmen. Denn bei jeder Tournee gibt es Rituale und eine Routine. Wenn man da jemanden hineinbringt, der einem nahe steht, ist das nicht so einfach. Vorab habe ich mich gefragt: Inwieweit wird das meinen Tagesablauf und die Auftritte während der Tour beeinflussen? Aber es stellte sich heraus, dass es sehr hilfreich war. Weil ich meine Familie bei mir hatte, war es nach der Show immer, als ob ich nach Hause kam. Selbst wenn wir im Hotel waren, fühlte es sich wie zu Hause an, weil ich meine Familie bei mir hatte. Und dann schlief ich auch leichter ein, weil ich mir keine Gedanken darüber machen musste, wie es meiner Frau und meinem Sohn geht.

ML: Wie beurteilen Sie heute die Musikbranche im Vergleich zu früher?
Michael Sadler: In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm. Die Musik ist sekundär. Und die Menschlichkeit ist auf der Strecke geblieben. Vorher waren das Geld und der Ruhm Nebenprodukte. Entscheidend waren die Leidenschaft, das Gefühl für die Musik und der Wunsch, Musik zu schaffen. Heute ist alles so schnelllebig. Heute kannst du sechs Monate lang populär sein und dann ist die Karriere vorbei. Irgendjemand ist immer bereit, deinen Platz einzunehmen. Es geht darum, wie jemand aussieht, es ist egal, ob er singen kann oder nicht. Und die Kids, die bei Talentshows mitmachen, wollen sowieso nur berühmt werden.

ML: Für Sie war Ruhm nicht wichtig?
Michael Sadler: Das Einzige, was Ruhm für mich bedeutete, war, dass mehr Menschen meine Songs hören konnten. Aber es ging mir nicht primär darum, auf der Straße erkannt zu werden. Obwohl es natürlich toll ist, Menschen zu begegnen, denen es viel bedeutet, „Hallo!“ zu sagen. Und auch über Fanpost freue ich mich immer sehr. Einen besonders bewegenden Brief bekam ich von der Frau eines Fans. Sie schrieb: „Ich muss mich bei Ihnen bedanken. Mein Mann lag im Koma, der Arzt sagte, es gibt keine Hoffnung mehr. Wir spielten Ihre Musik jeden Tag und er erwachte aus dem Koma.“ Als ich das las, hatte ich Gänsehaut. Das ist natürlich ein Wahnsinnskompliment. Auf der anderen Seite denkt man an die enorme Verantwortung, die man hat, wenn es beispielsweise um die Texte in den Songs geht.

 

 

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Hannes Jaenicke

INTERVIEW mit Hannes Jaenicke



„Auf meiner Facebook-Seite wird gelegentlich gehetzt, aber das ist völlig okay“


„Wir sind das einzige Land der Welt, in dem Gutmensch ein Schimpfwort ist“, sagt der als Gutmensch titulierte Schauspieler und Umweltaktivist im Gespräch. Zudem verrät er, von wem er Hass-Post bekam, welche „unfassbar feigen Menschen“ sich nicht vor seine Kamera wagten und wer anfällig ist für die „Nörgel- und Kritiksucht“. 

 

 

 Interview: Aleksandra Majzlic 



Hannes Jaenicke fordert im Interview ein Wildtierverbot im Zirkus, spricht über die letzte Hoffnung auf Nachkommen für die letzten drei Vertreter des Nördlichen Breitmaul-Nashorns und kündigt seine nächste Doku an, in der es um den „Schweinkram“ hierzulande geht. >>>

 

 

 

 

 

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Bille August

INTERVIEW mit Bille August

 

 



„Das Leben ist fast ein Wunder“


Ob er Angst vor dem Sterben hat und an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt und welchen Schmerz ihm einst sein Vater zufügte, das erzählt der angesehene Regisseur („Silent Heart – Mein Leben gehört mir“) im Gespräch.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, inwiefern Bille August ein „reicher Mann“ ist, welche Belohnung er sich nach der Arbeit am Set wünscht und welche Filme er sich privat niemals anschaut. >>>

 

 

 

 

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Katrin Sass

INTERVIEW mit Katrin Sass





„Ich habe keine Angst,
in Fettnäpfchen zu treten“


Warum sie in der DDR von adidas-Klamotten lieber die Finger ließ, wie sie nun in die „Schublade von Klaus Kinski“ geriet und worauf sie am Set keine Lust mehr hat, das verrät die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin („Good Bye Lenin!, „Weissensee“) im Gespräch.

 Interview: Aleksandra Majzlic 

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, wozu Katrin Sass 1989 der Mut fehlte, was sie heute „gruselig“ findet und was nach ihrem Ausraster in der TV-Sendung von Markus Lanz passierte. >>>



ANKÜNDIGUNG
KONZERTE

Katrin Sass
Königskinder

27. und 28. Mai 2018, jeweils 20 Uhr 
Köstritzer Spiegelzelt
Beethovenplatz in Weimar


 

 

Katrin Sass

BERICHT
KONZERT



„Ich war ein Kind der DDR“


Beim Konzert in der Berliner Bar jeder Vernunft präsentiert Katrin Sass Lieder aus der TV-Serie „Weissensee“ sowie von Karat, Holger Biege und Reinhard Mey. Zudem lobt die Schauspielerin Peter Maffays gesamtdeutsches Engagement, nimmt die einstigen „guten Freunde in der Volksarmee“ auf die Schippe und plaudert mit den Fans.

Eine Minute lang singt sie sanft von zwei Liebenden – dann hält Katrin Sass plötzlich inne, mitten im „Weissensee“-Lied „In dem Cafe“. Denn sie kann erst weitersingen, wenn sie vorher eine Erläuterung einschiebt, davon ist sie überzeugt. Also: Zu DDR-Zeiten war das Cafe im Fernsehturm am Alexanderplatz ein Treffpunkt für (verliebte) Ostler und Westler.
Lachend erinnert sich Katrin Sass an Walter Ulbrichts Blamage im Zusammenhang mit dem Fernsehturm. Als der stolze Bau anno 1969 fertig war, traute der SED-Chef seinen Augen nicht. Bei Sonnenschein bildet sich auf der Turmkugel nämlich ein leuchtendes Kreuz. Damals mutete diese Reflexion an wie eine wahrhaft glänzende Verhohnepipelung der staatlichen Kirchenfeindlichkeit. Hinzu kam der gegen den „Spitzbart“ und Genossen gerichtete Spott der Lästermäuler: „Rache des Papstes“. Die gebürtige Schwerinerin erzählt davon genüsslich. Und einige Zuschauer geben auch noch ihren Senf dazu.
Katrin Sass ist eine grandiose Sängerin – das beweist sie eindrucksvoll. Und sie setzt auch auf den Dialog mit dem Publikum. Gerade diese Kombination macht die hohe Qualität ihres Auftritts aus. Jedes Lachen in der Menge registriert sie, auf jeden Zuruf reagiert sie. Die Fans in der ersten Reihe sitzen direkt an der Bühne. Blicken auf zu der edel in Schwarz-Weiß gekleideten Künstlerin. Die Temperamentvolle fragt ihre Bewunderer, in welchem Berliner Kiez sie wohnen, interessiert sich für das Sternzeichen, überprüft, ob noch Russischkenntnisse aus DDR-Schulzeiten vorhanden sind. Einige Vokabeln aus dem Russischunterricht hat sie selbst noch im Kopf gespeichert und sagt sie nun fleißig auf. 
Dann kündigt sie ein „gesamtdeutsches Lied“ an. „Welches meine ich wohl?“ fragt sie in die Runde. Die Zuschauer grübeln. Dann rufen einige: „Über sieben Brücken“. Die Berlinerin nickt zufrieden und lobt Peter Maffay. Schließlich habe er das Lied der DDR-Gruppe Karat in den Westen „rübergeschleppt“.
In der Berliner Bar mit hohem Wohlfühlfaktor bestritt Katrin Sass im Juni und Juli 2015 neun Liederabende mit dem Titel „Königskinder“  –  zehn Jahre nach ihrem dortigen Debüt mit dem Schlagerabend „Fahrt ins Blaue“. In den vergangenen Jahren trat die Charismatische immer wieder auf Konzertbühnen auf. 2013 veröffentlichte sie ihr erstes Album „Königskinder“ –  unter anderem mit Liedern der mehrfach preisgekrönten TV-Serie „Weissensee“. Eindrücklich, empathisch sowie emotional anrührend agiert Katrin Sass darin als Sängerin Dunja Hausmann zu DDR-Zeiten.
Wie einst am Set singt sie nun auch in der Bar von Unterdrückung und Freiheitsdrang im einstigen Unrechtsstaat. Ganz besonders schön klingt ihre eindringliche und unverwechselbare Stimme bei den Liedern „In dem Cafe“, „Was rettet die Welt“ oder bei der Volksballade „Königskinder“ –  mit veränderten Zeilen, so heißt es beispielsweise „die Mauer war viel zu hoch“ statt „das Wasser war viel zu tief“. Als Katrin Sass berichtet, dass auch noch eine vierte „Weissensee“-Staffel gedreht wird, brandet Applaus auf.
Eine Hommage an den aus der DDR stammenden Komponisten Holger Biege ist ihr „Reichtum der Welt“. Der Text sei „heute aktueller denn je“ lässt die Nachdenkliche die Zuschauer wissen: „Das Land und auch die Ozeane können sich nicht wehren. Ihre Schätze sollen Späteren auch so wie uns gehören“.
Wonneschauer jagen über den Rücken so manchen Zuschauers als sie „Ich wollte wie Orpheus singen“ und „Über den Wolken“ von Reinhard Mey präsentiert. Enthusiastische Musiker begleiten sie: der Pianist Henning Schmiedt sowie die Cellistin Ulrike Röseberg. Sie ist auch Schauspielerin und stand mit Katrin Sass für die TV-Knastserie „Block B“ vor der Kamera. 
Im Zugabeteil tanzt Katrin Sass flott über die Bühne, verkündet „Ich war ein Kind der DDR“ und  schmettert „Wir haben den Farbfilm vergessen“ ins Mikro. Dann nimmt sie die stramme Haltung eines folgsamen Pioniers an und singt mit Inbrunst: „Soldaten sind vorbeimarschiert. Im gleichen Schritt und Tritt. Wir Pioniere kennen sie. Und laufen fröhlich mit. Gute Freunde, gute Freunde, gute Freunde in der Volksarmee.“ Mit niedlichem Gesichtsausdruck ein braves Mädel imitierend, will sie schließlich das Publikum mit dem „Sandmann, lieber Sandmann“-Schlaflied in die brüllend heiße Berliner Juli-Nacht entlassen. Doch müde macht sie damit die jubelnden Zuschauer keineswegs. Im Foyer versammeln sie sich nach dem Konzert. Sie plaudern mit Katrin Sass, lassen die „Königskinder“-CD signieren, schreiben ellenlange Texte in das Gästebuch der Bar und loben den Auftritt beispielsweise als „supermegaspitzenklasse“. Aleksandra Majzlic