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Juedisches Gemeindezentrum

BERICHT
DISKUSSION




Die Notwendigkeit einer Kämpfermentalität

 



Über „Jüdisches Leben in Ost und West nach 1945“, die Gefühle bei der Wiedervereinigung und die „neue Zeitrechnung nach Halle“ sprachen die Autoren Juna Grossmann und Michael Wuliger sowie die Historiker Annette Leo und Oren Osterer im Jüdischen Gemeindezentrum in München.

In der Bundesrepublik verlief der Wiederaufbau jüdischer Gemeinden langsam, doch stetig. Ende der Siebzigerjahre begann mit der Ausstrahlung der gleichnamigen US-Fernsehserie eine Auseinandersetzung mit dem Holocaust.
Als das bessere Deutschland wollte die DDR gelten und kürte sich selbst zum „antifaschistischen deutschen Staat“. Die Realität sah indes anders aus: Die DDR war nicht nur antijüdisch, sondern auch antizionistisch eingestellt. Die wenigen jüdischen Gemeinden führten ein Dasein im Verborgenen. Im Geschichtsbewusstsein der DDR nahm der Holocaust keinen herausragenden Platz ein. Erst in den Achtzigerjahren wurde er thematisiert – vor dem Hintergrund besonderer Interessen der SED-Führung.
Honecker sei überzeugt davon gewesen, „wenn man sich mit dem Weltjudentum gut stellt“, sei das der Schlüssel zu günstigeren Handelsbeziehungen mit den USA, die für das wirtschaftliche Überleben der schwer angeschlagenen DDR dringend erforderlich schienen. Das erläuterte der Historiker Oren Osterer im Jüdischen Gemeindezentrum bei der Diskussionsrunde – moderiert von Ellen Presser, der Leiterin des Kulturzentrums der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. 
Im Gespräch ging es auch um die Wiedervereinigung. „Wir wollten die DDR verbessern, was aber ökonomisch nicht machbar war“, sagte die Historikerin Annette Leo, die in der DDR aufgewachsen ist. Die Mehrheit sei für die Wiedervereinigung gewesen.
Die Friedliche Revolution bedeutete für die gebürtige Ostberlinerin Juna Grossmann „die absolute Freiheit“: „Wir wollten Neues erschaffen und dafür Zeit haben.“ Mit der Wiedervereinigung habe sie hingegen ein „Gefühl der Überrumpelung“ und die „Angst vor Größenwahn“ verbunden.
Als es nach dem Mauerfall bei Demonstrationen „Wir sind ein Volk“ hieß, sei es ihm „etwas mulmig“ zumute gewesen, verriet der Autor Michael Wuliger. Der Anschlag auf eine Synagoge in Halle 2019 markiere „eine neue jüdische Zeitrechnung.“, so Wuliger: „Ich bin ein Zionist wider Willen geworden.“ Auf die aktuelle Situation bezogen konstatierte Osterer: „Wir sollten eine Kämpfermentalität an den Tag legen.“ A.M.

 

 

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Crescendo BERICHT
FILM



Prinzip Hoffnung


Einen fulminanten Abschluss der 11. Jüdischen Filmtage am Jakobsplatz bescherte das Jüdische Gemeindezentrum in München dem Publikum mit dem Film „Crescendo. #makemusicnotwar.“ Von den Dreharbeiten berichteten die Produzentin Alice Brauner und der Hauptdarsteller Peter Simonischek.

Durch ein im Probenraum gespanntes Seil sind sie voneinander getrennt: die israelischen und palästinensischen Musiker. Der Dirigent Eduard Sporck (Peter Simonischek) animiert sie dazu, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen, sich zu beschimpfen. Und so streiten sie, brüllen sich an, werfen sich Beleidigungen an den Kopf, gehen aufeinander los. Eine ungewöhnliche Vorbereitung auf die Proben für ein Konzert in Südtirol, das israelische und palästinensische Jugendliche gemeinsam bestreiten sollen. Es soll aktuelle Friedensverhandlungen begleiten und ein Zeichen gegen den Hass setzen.
Szenen wie diese verlangten den Darstellern am Set viel ab. „Es ging dramatisch zu. Aber am Ende der Dreharbeiten haben sie geweint, weil sie sich voneinander trennen mussten“, erzählte Peter Simonischek im Jüdischen Gemeindezentrum. Sein Fazit: „Das Prinzip Hoffnung findet statt.“
Auch im Film „Crescendo. #makemusicnotwar“ (Regie: Dror Zahavi) nähern sich die Gruppen einander an; eine Israelin und ein Palästinenser verlieben sich ineinander. „Die beiden, die das Liebespaar gespielt haben, haben sich auch in Wirklichkeit ineinander verliebt“, verriet die Produzentin Alice Brauner dem Publikum. Auf der Leinwand wie in der Realität gab es aber kein Happy End.
„Wir haben versucht, alles ausgeglichen darzustellen und für die israelische und die palästinensische Seite Verständnis zu zeigen“, erläuterte Alice Brauner. Was sehr gut gelungen ist:  Der Film erntete Preise und wurde unter anderem zum „Besten Deutschen Film mit jüdischer Thematik“ beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg 2019 gekürt. Im vergangenen Jahr starb Alice Brauners Vater Artur „Atze“ Brauner. Den Film „Crescendo“ hat der Filmproduzent aber noch sehen können. Die beiden verband eine liebevolle Konkurrenzbeziehung. Über sein Urteil freute sich Alice Brauner; es lautete: „Leider gut.“ A.M.

 




Goethe BERICHT
LITERATUR



„Goethe wollte sich in Italien selbst finden“



Lesung in der Reihe „Goethe im Gasteig“: Vom sonnenverwöhnten Zitronenland schwärmte Denis Scheck. Der Literaturkritiker präsentierte sein Nachwort – aus dem Band „Italienische Reise“ von Goethe, mit Fotos von Helmut Schlaiß (Manesse Verlag).

Johann Wolfgang von Goethe liebte das Wandern, das Schlittschuhlaufen und das Bogenschießen, aber wahres Talent besaß er im Weglaufen, so Denis Scheck: „Er nahm Reißaus, beispielsweise von seinen Fragmenten und seinem Vater.“ Im September 1786 brach er zur wichtigsten Reise seines Lebens auf, von der er im Mai 1788 zurückkehrte.
Goethe auf dem Markusplatz, Goethe vor dem Forum Romanum, Goethe im Amphitheater von Taormina – mit solchen Sternstunden der Menschheit wartet die „Italienische Reise“ in Schwarz-Weiß (Duotone) auf. Auf der Suche nach dem passenden Fotomotiv stellte sich der Fotograf Helmut Schlaiß vor, wo der berühmteste Italienreisende genau stand und was er von wo aus sehen konnte. 125 Fotografien zeigen Landschaften, Plätze, Gebäude und Kunstwerke, die seit Jahrhunderten der Inbegriff Italiens sind. Die Tour führt einmal der Länge nach durch das Land, „wo die Zitronen blühn“: zu Vicenzas steingewordener Pracht, mitten hinein in Venedigs morbiden Charme, übers stolze Florenz weiter zur Grandezza der ewigen Stadt oder in das zum Sterben schöne Neapel.
„Goethe wollte sich in Italien selbst finden und als neuer Mensch zurückkommen“, sagte Scheck: „Er suchte keinen Fun.“ Der Rezensent würdigte das Genie als „Wissensstaubsauger“: Seine Neugier machte selbst vor der Pasta-Herstellung nicht halt. A.M.

 

 

 

Drei Maenner im Schnee BERICHT
REVUEOPERETTE



„Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch“

Einfach schee, das Schlittern im Schnee: Lust auf einen weißen Winter macht „Drei Männer im Schnee“ im Gärtnerplatztheater –  nach dem Roman von Erich Kästner. Regie führt der Gärtnerplatztheater-Intendant Josef E. Köpplinger.

Der Kopf des Ingenieurs Hagedorn (Armin Kahl) ist voller toller Ideen. Mit Erfindungen wie einem schnurlosen Telefon und einem Rollenkoffer kann er aufwarten. Dennoch ist sein Konto ziemlich leer. Verzweifelt hofft der Arbeitslose auf eine Anstellung im Berliner Superduperunternehmen Tobler. Doch statt eines Jobs ergattert er den Gewinn bei einem Preisausschreiben der Firma: eine Winterwoche in einem Tiroler Luxushotel.
Dort meldet sich auch Direktor Tobler (Erwin Windegger) höchstselbst an – allerdings unter falschem Namen, will er doch einen Wirbel um seine Person vermeiden, seinen Diener (Alexander Franzen) nimmt er als Gentleman ausstaffiert mit.
Was er nicht ahnt: Seine Hausdame (Dagmar Hellberg) verrät dem Portier, dass ein inkognito reisender Millionär aufkreuzen wird. Prompt halten die Hotelangestellten den adretten Hagedorn für den Mann mit dickem Portemonnaie, stecken Tobler hingegen in eine Dachkammer und teilen ihm Hilfsarbeiten zu. Hagedorn, Tobler und dessen treuer Mitreisender genießen ihre neuen Rollen außerordentlich – bis Toblers Tochter (Julia Klotz) und die Hausdame auftauchen und der ganze Schwindel auffliegt.
Sehr gut ist die Drehbühne von Rainer Sinell, die gleichzeitig einen Blick ins Interieur des Grandhotels sowie auf die von schneebedeckten Gipfeln umsäumte Szenerie erlaubt.
„Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch“, so Erich Kästner. Der Anfängerkurs von Skilehrer Toni (Peter Neustifter) mit feschen Skihasen ist besonders spaßig. Sichtliche Freude hat das Publikum auch an der Szene in der Gondel, als die nymphomane Diva namens Calabré (Sigrid Hauser) über Hagedorn herzufallen droht.
Fazit: eine mit den besten Kästner-Sprüchen, witzigen Musiknummern („Drei Männer im Schnee“, „Fragen wir doch einfach mal den Wolkenstein“, „Komm unter die Laterne, süße kleine Subalterne“) und tollen Kostümen von Dagmar Morell aufwartende Gaudi. Die kunterbunt bekleidete und stimmstarke Truppe erntete schneestürmischen Applaus. Und dem politischen Autor Kästner, der dieses Stück 1934 schrieb und dessen Werke von den Nazis verbrannt wurden, zollt das Gärtnerplatztheater Referenz, „indem wir die bedrohliche Zeitkulisse zwar nicht zum Thema machen, aber doch nicht ganz ausblenden“, so Thomas Pigor (Buch, Liedtexte und Musik). A.M.

Revueoperette von Thomas Pigor; Musik von Konrad Koselleck,Christoph Israel, Benedikt Eichhorn und Thomas Pigor; musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz, Regie: Josef E. Köpplinger; Choreografie: Adam Cooper. Dreifach ausgezeichnet mit dem Deutschen Musical Theater Preis 2019 für „Beste Regie“, „Bester Darsteller in einer Hauptrolle“ (Armin Kahl) und „Bestes Bühnenbild.“


 

 

Erika Mann BERICHT
AUSSTELLUNG

 

 

 

Kampf für eine hellere Welt


Wahrheit, Ehre, Anstand, Freiheit und Toleranz – daran glaubte Erika Mann (1905-1969). Das vehemente Eintreten für Demokratie der gebürtigen Münchnerin steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Erika Mann: Kabarettistin – Kriegsreporterin – Politische Rednerin“ in der Monacensia (bis 30. Juni 2020).

Privilegiert wuchs die älteste Tochter von Katia und Thomas Mann in Bogenhausen auf, schaffte mit Ach und Krach das Abitur am Luisengymnasium, arbeitete als Schauspielerin. Politisch aktiv wurde sie mit dem Aufkeimen des Nationalsozialismus.
Die erstmalige Einzelausstellung über Erika Mann verknüpft ihre Entwicklung mit der Weltgeschichte und zeigt unter anderem Fotos, Briefe sowie die mit ihrem Bruder Klaus gemeinsam geschriebenen Bücher „The Other Germany“ und „Escape to Life“.
Am 1. Januar 1933 gründeten die Geschwister Erika und Klaus gemeinsam mit der Schauspielerin Therese Giehse und dem Musiker Magnus Henning das politische Kabarett „Die Pfeffermühle“ in München; Erika schrieb die Texte größtenteils selbst. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, wer immer lügt, dem wird man glauben“, heißt es in dem Song „Der Prinz von Lügenland“ aus der „Pfeffermühle“ 1934, der – dargeboten von Erika Mann – an einer der Hörstationen präsentiert wird.
Als „antifaschistisches Kabarett der ersten Stunde“ würdigte die Kuratorin Prof. Dr. Irmela von der Lühe die „Pfeffermühle“ beim Presserundgang. Über München hinaus schwappte der Ruhm des Ensembles. Im März 1933 ins Exil gezwungen, eröffnete die „Pfeffermühle“ erneut in Zürich. Bis 1936 wirkte die Truppe in der Schweiz, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, Belgien und Luxemburg in mehr als 1000 Vorstellungen als „Patrouille der Menschlichkeit entlang der Front der Bestialität“. Die Emigration in die USA bedeutete das Aus für die „Peppermill“. 
1943 sann Erika darüber nach, „wohin wir schließlich gehören“. Ihre Antwort: In eine „hellere Welt, die wir wollen, um die wir in Wahrheit kämpfen ... Eine Welt, – eine einzige, mäßig große, die Raum hat für alle, doch nicht für alles.“
In den Vereinigten Staaten startete Erika Mann eine zweite Karriere: als politische Rednerin, Buchautorin und Kriegskorrespondentin. 1945 berichtete sie beispielsweise von den Nürnberger Prozessen und sprach darüber in einem Interview mit ihrem Bruder Golo Mann, das der Besucher an einer Hörstation verfolgen kann. Aleksandra Majzlic

Der überwiegende Teil der gezeigten Exponate entstammt dem umfangreichen literarischen Nachlass von Erika Mann, der in der Monacensia im Hildebrandhaus aufbewahrt wird. Schirmherr der Ausstellung ist Erika Manns Neffe Prof. Dr. Frido Mann (Veranstaltungen mit ihm im Januar 2020), nähere Informationen zum Programm und zu den Öffnungszeiten: www.muenchner-stadtbibliothek.de/monacensia

 

 

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Bond

GEWINNSPIEL
BUCH „007. Der James Bond Atlas. 1954-2020: Filme, Schauplätze und Hintergründe“ von Siegfried Tesche (LangenMüller Verlag) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Mai 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

 




In fachkundigen 007-Kreisen beschäftigt die Frauen möglicherweise in besonderem Maße eine simple Frage: Welcher Bond-Darsteller verfügt über den größten Sex-Appeal? Ist es vielleicht Sean Connery? Einiges spricht dafür, denn in „Goldfinger“ wirkt er sogar in einem schlüpferblauen Handtuch-Anzug wahnsinnig anziehend. Normalerweise liebt es der markenbewusste Mr. Bond stylish, damit ihm sein Bond-Girl zu den in schicken Schuhen steckenden Füßen liegt. Der Bond-Experte Siegfried Tesche präsentiert in dem edel gestalteten Band alle Filme und Schauplätze. – Reich bebilderte Bond-Bibel mit 550 Fotos, detaillierten Karten, spannenden Hintergrundinformationen und einem Glossar. Sie garantiert ein ausgiebiges Lesevergnügen, denn: „Schlafen kann man, wenn man tot ist.“

 

 

 

Kirsch
GEWINNSPIEL
BUCH „Freie Verse. 99 Gedichte“ von Sarah Kirsch (Manesse Verlag) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Mai 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.



Schmucker Lyrikband zu Ehren von Sarah Kirsch (1935-2013), die im April 85 Jahre alt geworden wäre. Die Büchner-Preisträgerin lebte bis zu ihrer Ausbürgerung 1977 im Osten Berlins, siedelte dann in den Westen der Stadt über, 1981 zog sie in den Norden Deutschlands.
Nach dem Tod der Wahl-Schleswig-Holsteinerin entdeckte ihr Sohn Moritz Kirsch auf dem Dachboden einen Ordner mit achtzehn der neunzehn in diesem Band vorgestellten bislang unveröffentlichten Gedichte. Im Arbeitszimmer seiner Mutter fand er Nummer 19 mit dem Titel „Astronomie im Dezember“: „Und immer die verkehrten Leute getroffen, den falschen Vers drauf gemacht, keine Einsicht gezeigt.“ 
Diese bislang völlig unbekannten Gedichte entstanden noch in der DDR und zeigen Sarah Kirsch als eine eminent politische Stimme. In einem Interview sagte sie: „Das Leben ist eben politisch und man kann sich dem gar nicht mehr verschließen.“ So heißt es in „Oktober“: „Lustige breitmäulige Fische werden erschlagen, und ich sehe hin, zwinge mich, denke, das geschieht ähnlich mit Menschen, sie werden vorher verhört.“

 

 

Welten
GEWINNSPIEL
CD Akureyri“ von Welten (JazzLab / Brokensilence) zu gewinnen. Es werden drei Exemplare verlost. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Mai 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

Intensive Klangwelten voller emotionaler Kraft erschaffen die Welten-Musiker immer wieder. Man spürt die enge Vertrautheit, die die Bandmitglieder miteinander verbindet. 2016 schlossen sich die vier Leipziger Lukas Backs (Altflöte, Querflöte, Bassklarinette, Percussion), Laurenz Welten (Altsaxophon, Tenorsaxophon, Bassklarinette, Klarinette), Jonas Petry (Drums, Spacedrum, Tonbak, Daf, Wasserschale, Objekte,) und Valentin Mühlberger (Wurlitzer, Moog, Stimme) zusammen. Die Aufnahme von „Akureyri“ basiert auf einem besonderen Setting, einer Live- Studiosituation mit Publikum im „Laden auf Zeit“ in Leipzig. Bei drei Konzerten mit der gleichen Setlist, an drei Abenden hintereinander, verbindet sich ihre Energie mit der Aufmerksamkeit des Publikums.





Elgeti
GEWINNSPIEL
CD „Dawn Comes Quietly“ von Sarah Elgeti Quartet with Friends (Gateway music) zu gewinnen. Es werden zwei Exemplare verlost. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Mai 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

Relaxte Feel Good Music mit eindringlichen Balladen und groovigen Latin-Rhythmen von Multitalent Sarah Elgeti: Die Wahl-Dänin mit deutschen Wurzeln ist als Saxofonistin, Bass-Klarinettistin, Flötistin und Komponistin in Personalunion die Chefin des Quartetts. Sie verfügt über eine fundiere klassische Ausbildung und ein Jazz-Studium. „Dawn Comes Quietly“ ist die Essenz ihrer musikalischen Weiterentwicklung der letzten Jahre – sowohl ihr Kompositionsansatz als auch die Arrangements erfahren eine deutliche Erneuerung, beispielsweise durch den Gesang von Sidsel Storm, wo Elgeti mit zwei Titeln auch für die Lyrics verantwortlich zeichnet.


 




 


 
 
Buch Majzlic Mut zum Protest  

GEWINNSPIEL
BUCH Mut zum Protest. Erfahrungen von DDR-Zeitzeugen“ von Aleksandra Majzlic (zu Klampen Verlag, www.zuklampen.de) zu gewinnen. Es werden insgesamt zwei Exemplare verlost. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Mai 2020 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

Zeitzeugen erzählen von ihrer einstigen Rebellion gegen das DDR-Unrechtsregime und ihrem unermüdlichen Einsatz für die Aufarbeitung der Diktatur.


Bereits lange vor dem Mauerfall opponierten DDR-Bürger gegen die Willkür und Gewalt in ihrem Staat. Aleksandra Majzlic hat einige dieser Zeitzeugen interviewt bzw. porträtiert. Ihre Schilderungen zeugen von der Möglichkeit und vom Mut des Einzelnen, sich gegen Anpassung und Willfährigkeit zu entscheiden und Widerstand zu leisten. Die Protagonisten berichten, wie sie für ihre Überzeugungen einstanden und was sie erreicht haben. Und sie enthüllen erschütternde Details eines grausamen Überwachungs- und Unterdrückungssystems.
Die Porträtierten stehen beispielhaft für jene, die 1989 den politischen Wandel im Osten Deutschlands durchgesetzt haben. In den persönlichen Erfahrungen und Reflexionen dieser Menschen wird die DDR-Geschichte und deren Aufarbeitung konkret. Mit seinem ehemaligen Stasivernehmer, DDR-Juristen und Spitzeln setzte sich Gilbert Furian auseinander. Monika Lembke erzählt in Schulen von ihrem Kampf für ihre Ausreise. Über sein Leben als Homosexueller in der DDR und seine gescheiterte Flucht berichtete Mario Röllig in den USA und in Russland. Und die Berlinerin Katrin Behr unterstützt Menschen, die in der DDR zwangsadoptiert wurden – wie sie selbst.
„Ich finde es wichtig, dass Aleksandra Majzlic bekannte, aber vor allem auch weniger bekannte mutige Menschen in diesem Buch präsentiert. Diese Menschen boten den Oberen in der DDR die Stirn und beteiligen sich heute an der Aufarbeitung, indem sie schildern, wie die DDR wirklich war und wozu ihre Diener fähig waren", so Katrin Sass im Vorwort.

 

 

 

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Katrin Sass

INTERVIEW mit Katrin Sass





„Ich habe keine Angst,
in Fettnäpfchen zu treten“


Warum sie in der DDR von adidas-Klamotten lieber die Finger ließ, wie sie nun in die „Schublade von Klaus Kinski“ geriet und worauf sie am Set keine Lust mehr hat, das verrät die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin („Good Bye Lenin!, „Weissensee“) im Gespräch.

 Interview: Aleksandra Majzlic 

 

Im zweiten Teil lesen Sie, wozu Katrin Sass 1989 der Mut fehlte, was sie heute „gruselig“ findet und was nach ihrem Ausraster in der TV-Sendung von Markus Lanz passierte. Zudem erfahren Sie, warum das Konzert von Katrin Sass in der Berliner Bar jeder Vernunft 2015 „supermegaspitzenklasse“ war. >>>




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Die Welle
BERICHT
FILM



„Ich genoss meine Macht“


Bei den 11. Jüdischen Filmtagen am Jakobsplatz lief der Dokumentarfilm „The Invisible Line – Die Geschichte der Welle“ im Jüdischen Gemeindezentrum. Thema: das Experiment „Die Welle“ (1967) des Lehrers Ron Jones an einer kalifornischen Schule. Er wollte seinen Schülern demonstrieren, wie schnell sich eine totalitäre Gesinnung in den Köpfen festsetzen kann.

Mechanismen der Manipulation trugen einst zum größten Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei. Wie schnell sich der Faschismus in einer Gesellschaft ausbreiten kann, wollte Jones seinen Schülern vermitteln. Bei seinem Sozialversuch setzte er auf Disziplin, schwor die Jugendlichen in seiner Klasse auf eine Gemeinschaft ein, ordnete die Verbannung als Strafe an. Sie taten, was der allseits beliebte Pädagoge von ihnen verlangte, weil sie beispielsweise auf eine gute Note erpicht waren.
Der Schuldirektor billigte die Aktion,  auch die Eltern der 14-15-Jährigen beschwerten sich nicht. Der damals 26-jährige Geschichtslehrer scharte immer mehr Anhänger um sich. Als ein Junge vorschlug, ihm als Leibwächter zu dienen, ließ er sich das gerne gefallen. Und es kam Jones in den Sinn, Schüler als Spitzel anzuheuern. Bald denunzierten einige ihre Klassenkameraden.
„The Third Wave“ zählt zu den berühmtesten Sozialversuchen weltweit und bot Stoff für den in vielen Schulen gelesenen Bestseller von Morton Rhues. Zudem wurde „Die Welle“ mehrfach verfilmt. In seiner Dokumentation „The Invisible Line – Die Geschichte der Welle“ schildert Emanuel Rotstein erstmals den tatsächlichen Ablauf des Experiments und beleuchtet die Hintergründe. 
„Ich hätte das Experiment nie durchführen dürfen, weil ich meine Klasse in unglaubliche Gefahr gebracht habe. Ich überschritt die unsichtbare Linie und genoss meine Macht“, gestand Jones rund fünfzig Jahre später im Interview mit Rotstein. „Jeder hält sich selbst für zu schlau, um der Manipulation zu verfallen“, so Jones' ehemaliger Schüler Steve Coniglio im Gespräch für die Dokumentation: „Doch wir sind uns alle ähnlich, es kann jedem passieren.“ Und Steves damaliger Klassenkamerad Russel Mulock gelangte zu der Auffassung: „Man könnte heute das gleiche Experiment durchführen und es würde die gleichen Ergebnisse produzieren.“
Nicht alle Schüler von einst ließen sich interviewen – beispielsweise Jones' ehemaliger Bodyguard nicht. Sie schämen sich, dass sie mitgemacht haben oder wollen sich nicht daran erinnern, wie Emanuel Rotstein dem Publikum nach der Filmvorführung im Jüdischen Gemeindezentrum berichtete. Doch einige der Jugendlichen von damals sind in Jones' Fußstapfen getreten und Lehrer geworden, wie Rotstein erzählte. Andere arbeiteten am Theater und befassten sich dort mit gesellschaftskritischen Themen.
„Ron Jones' Experiment hält uns hier den Spiegel vor und zeigt, wie leicht und vor allem wie schnell wir alle verführbar sind“, konstatiert Rotstein: „Wenn wir uns den Anschlag von Halle ansehen, müssen wir leider feststellen, dass das Thema nichts an Aktualität verloren hat.“. A.M.

„The Invisible Line – Die Geschichte der Welle“, Regisseur, Produzent und Autor: Emanuel Rotstein, Programmchef von A+E Networks Germany. Der Dokumentarfilm ist die erste Eigenproduktion des Senders Crime + Investigation (unter anderem empfangbar über Sky)

 


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Clemens Schuldt

ANKÜNDIGUNG
KONZERTE





Klangvolle Wärmequellen



„Wärme“ ist das herzerwärmende Saisonmotto 2019/2020 des Münchener Kammerorchesters: Chefdirigent Clemens Schuldt will die Begeisterung des Publikums für südländische und nordische Wärme in der Musik befeuern. 

In die Tiefe der Werke vordringen, „mehr Dramatik spüren“  –  das hat sich Clemens Schuldt für die kommende Saison vorgenommen, wie er bei der Pressekonferenz mitteilte. Der „Wärme in der Musik“ will er mit seinem „Top-Kammerorchester“ nachspüren und fokussiert sich dabei beispielsweise auf die Nacht  – mit dabei: Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ als Inbegriff des spätromantischen, „warmen Streichertons“, die mit flirrenden Streicherklängen aufwartende „Elongation of Nights“ der litauischen Komponistin Justė Janulytė sowie Luigi Dallapiccolas „Piccola musica notturna“, die die warme italienische Nachtstimmung feiert. Zur Italien-Thematik im Programm zählen auch Verdis einziges Streichquartett, Romitellis „Flowing down too slow“ sowie Mendelssohns „Italienische“. 
Die Wärme als Bedrohung thematisiert das MKO ebenfalls: Als deutsche Erstaufführung präsentiert das Orchester Miroslav Srnkas „Overheating“, das unter dem Eindruck der kalifornischen Waldbrände 2018 entstand.
Fremde Klänge will Schuldt in die „Ohren der Kinder zaubern“: Das jährliche Kinderkonzert bringt eine Neuauflage der Zusammenarbeit mit dem Schlagzeugduo Double Drums, die diesmal unter dem Titel „Frostig, Feurig, Furios“ vor allem afrikanischen und südamerikanischen Rhythmen nachgeht. Begleitet wird das Kinderkonzert im Vorfeld wieder von vorbereitenden Workshops im Rahmen des umfangreichen Education- und Musikvermittlungsprogramms des MKO.
Weitere zentrale Auftrags- bzw. Ur- und Erstaufführungswerke bei den Abonnementkonzerten kommen von Johannes Maria Staud, der erstmals ein Kammerorchesterwerk für das MKO geschrieben hat, Thomas Adès (Deutsche Erstaufführung des Cellokonzerts mit Steven Isserlis) und dem Ungarn Márton Illés, dessen Violinkonzert für Patricia Kopatchinskaja nach seiner Uraufführung in Köln zum Saisonabschluss in München zu erleben sein wird.
Zu den Solisten der Abonnementreihe gehören der Geiger Christian Tetzlaff, die Pianisten Alexander Melnikow und Evgeni Bozhanov und der Bariton Georg Nigl. Als Gastdirigenten begrüßt das MKO Ilan Volkov, Joshua Weilerstein und Christian Kluxen, die alle zum ersten Mal mit dem Orchester arbeiten.
Die Nachtmusik in der Pinakothek der Moderne erlebt mit Johannes Maria Staud nicht nur ihre 50. Ausgabe, sondern davor noch eine Premiere: Erstmals ist ein Doppelporträt angesetzt, das den 2017 verstorbenen Komponisten Klaus Huber an die Seite seiner Frau Younghi Pagh-Paan stellt. Aleksandra Majzlic

 






Koepplinger
ANKÜNDIGUNG
THEATER



„Wir sind ein Gemischtwarenladen im positiven Sinne“


Spielzeit 2019/2020 im Gärtnerplatztheater: Bei der Pressekonferenz warb Staatsintendant Josef E. Köpplinger für die Vielfalt in seinem Haus, betonte die Wichtigkeit der „Repertoirepflege“ und erzählte, welche seiner Lieblingsopern ihn schon als Kind faszinierte.

Das Gärtnerplatztheater verbindet alle Genres des Musiktheaters –  und darauf ist Josef E. Köpplinger stolz: „Wir sind ein Gemischtwarenladen im positiven Sinne“. Dass die bestens gefüllten Regale ganz nach dem Gusto des Publikums bestückt sind, beweist die Gesamtauslastung der laufenden Saison von 91,9 Prozent sowie eine Abosteigerung von sechs Prozent (Stand: 10. April 2019). Der Staatsintendant betonte, dass die „Repertoirepflege“ im Hause einen hohen Stellenwert habe.
In der kommenden Spielzeit präsentiert das Gärtnerplatztheater einen „kleinen Italien-Schwerpunkt“  –  mit zwei Opern-Premieren unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall: Verdis „Rigoletto“ (Inszenierung von Herbert Föttinger) und Puccinis „Tosca“ (Inszenierung von Stefano Poda). „Tosca ist eine meiner Lieblingsopern“, erzählte Josef E. Köpplinger den Journalisten, schon als Kind habe er das Werk gesehen und „die Weltsprache der Musik verstanden.“ In den kommenden Jahren werde es einen französischen und einen slawischen Schwerpunkt geben, kündigte der Hausherr an.
Als Eröffnungspremieren zeigt das Gärtnerplatztheater Carl Orffs Oper „Die Kluge“ und eine der berühmtesten geistlichen Kompositionen der Welt, das Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel. Regisseur Torsten Fischer und Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner bringen den sinnlichen und gleichsam nachdenklichen Abend in Musik und Tanz auf die Bühne, die musikalische Leitung hat Chefdirigent Anthony Bramall.
Im Auftrag des Gärtnerplatztheaters hat Johanna Doderer nach der erfolgreichen Uraufführung ihrer Oper „Liliom“ die Oper „Schuberts Reise nach Atzenbrugg“ komponiert. Gemeinsam mit dem berühmten österreichischen Dichter Peter Turrini ist ein zartes, sinnliches Werk über ein Künstlerdasein entstanden – heiter, abgründig und im Schubert’schen Sinne melancholisch. Staatsintendant Josef E. Köpplinger inszeniert die Uraufführung, die musikalische Leitung hat Michael Brandstätter.
Das Theaterstück für Sänger, Tänzer und Musiker „Mass“ von Leonard Bernstein erarbeitet Regisseur und Choreograf Adam Cooper, die musikalische Leitung hat Rubén Dubrovsky. Für die Ballett-Uraufführung „Salome Tanz“ konnte Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner den israelischen Choreografen Eyal Dadon gewinnen. Er erarbeitet diese physische und ekstatische Geschichte über den Mythos der gleißend-hemmungslosen Salome mit dem Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
Das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der musikalischen Leitung von Chefdirigent Anthony Bramall setzt die Reihe „Sinfonische Lyrik“ mit der „Manfred- Sinfonie“ von Peter I. Tschaikowsky und der „Sinfonie Nr. 5“ von Dmitri Schostakowitsch fort. Es rezitieren Cornelia Froboess und Julia Stemberger. Und auf dem Programm des Neujahrskonzerts 2020 „Happy New Year in Hollywood“ steht Bekanntes und Unbekanntes aus der flimmernden Welt des amerikanischen Kinos, verbunden durch die launigen Moderationen von Anthony Bramall. Aleksandra Majzlic






Beck ANKÜNDIGUNG
THEATER


„Wir müssen das Theater literarisch von uns aus betrachten“


In der ersten Spielzeit der Intendanz von Andreas Beck wartet das Residenztheater mit  „literarischen Neuzugriffen“, lokalspezifischen Stoffen und einem großen Ensemble auf. Und aus dem „Jungen Resi“ wird in der Spielzeit 2019/2020 das „Resi für alle“.


In den Neunzigerjahren hatte Andreas Beck seine erste Dramaturgenstelle am Residenztheater. Gerne denkt er an diese „glückliche Zeit“ zurück. Seine Rückkehr habe für ihn daher „eine emotionale Komponente“, verriet der designierte Intendant bei der Pressekonferenz zur kommenden Spielzeit (Foto). Er wird den Posten von Martin Kušej übernehmen, der mit Beginn der Spielzeit 2019/2020 Intendant am Wiener Burgtheater wird. Derzeit ist Beck noch Intendant und Schauspieldirektor des Theaters Basel.
Als Dramaturg in München habe er sich damals für das Stück „Engel in Amerika“ eingesetzt, es aber nicht durchsetzen können, erzählte Beck den Journalisten. Tony Kushners Theaterepos inszeniert nun Simon Stone, mit dem Beck schon oft zusammengearbeit hat. 
Was ist der Mensch? Wir verhalten wir uns alleine und wie interagieren wir? Was ist – brutal gefragt – der Wert oder der „Preis des Menschen“? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm. Beck geht es um „literarische Neuzugriffe“, wie er betonte: „Wir müssen das Theater literarisch von uns aus betrachten.“ 28 Premieren stehen auf dem Programm – darunter 11 Uraufführungen, fast alle sind Auftragswerke. 
„Für mich ist Theater etwas Lokales“, erläuterte Beck und macht die Bühne frei für Marieluise Fleißer („Der starke Stamm“), Franz Xaver Kroetz („Der Drang“), Frank Wedekind („Lulu“) oder auch Georg Ringsgwandl („Lola M“).
Große Gesellschaftspanoramen beschreiben die Menschen in Zeitenwenden („Sommergäste“, „Anna Karenina“, „Spiel des Lebens“, „Graf Öderland“ oder „Dantons Tod“). Und mit „Dantons Tod“, „Leonce und Lena“ und „Woyzeck“ beschenkt Beck das Publikum mit dem gesamten dramatischen Werk Georg Büchners. 
Viele Stücke werden von Frauen inszeniert – wie beispielsweise von den Hausregisseurinnen Nora Schlocker („Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer nach Gerhard Hauptmann) und Julia Hölscher („Amphitryon“ von Kleist nach Molière).
Das „Junge Resi“ erfährt eine wunderbare Verwandlung: Denn das neue „Resi für alle“ richtet sich mit Spielklubs etc. nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern auch an Erwachsene. Daniela Kranz, Leiterin des neuen „Resi für alle“ (Foto), bietet mit „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren einen familientauglichen Klassiker. Für die Räuber-Rollen sollen erwachsene Münchner gecastet werden.
Im Programmheft entdecken die Münchnerinnen und Münchner bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Juliane Köhler, Brigitte Hobmeier, Sophie von Kessel, Sibylle Canonica, Oliver Nägele und Oliver Stokowski.  Aleksandra Majzlic

Ab der Spielzeit 2019/2020 beginnt der Vorverkauf jeweils am 1. eines Monats für den gesamten Folgemonat.

 

 

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Bonnie Tyler

INTERVIEW mit Bonnie Tyler

 

„Meine Stimme ist viel kräftiger, als sie es jemals war“



Interview: Aleksandra Majzlic



Ihr 50. Bühnenjubiläum 2019 feierte Bonnie Tyler („Total Eclipse Of The Heart“) mit einer Tour sowie mit ihrer CD „Between The Earth And The Stars“. Im Gespräch erzählt sie, wer sie inspirierte, mit wem sie gerne ein Duett singen würde und welches das glücklichste Ereignis ihres Lebens war.

ML: Sie sind mit Opernarien im Ohr aufgewachsen. Wie war das für Sie? 
Bonnie Tyler: Fantastisch, meine Mutter liebte Opern sehr, und sie hatte eine so wunderbare Stimme. Sie wäre viel zu schüchtern gewesen, um auf einer Bühne zu stehen, aber sie sang immer Arien, während sie die Hausarbeit machte. Und Leute standen immer vor unserem Haus und hörten ihr dabei zu. 

ML: Haben sich alle Ihre Träume bereits erfüllt? 
Bonnie Tyler: Ich denke schon. Als ich ein Mädchen war, habe ich mir alles Mögliche gewünscht, wenn ich eine Münze in einen Brunnen geworfen habe.

ML: Sind Sie abergläubisch?
Bonnie Tyler: Ja, ein wenig schon. Mir wurde als Kind immer gesagt, wenn eine schwarze Katze vor Deinen Augen vorüberläuft, bringt das Glück.

ML: Gab es einen Augenblick in Ihrem Leben, der alles veränderte? 
Bonnie Tyler: Ich hatte sehr viel Glück in den Siebzigern, als ich dem Talentscout Roger Bell aus London auffiel. Zu dieser Zeit hatte ich bereits sieben Jahre lang in einem Club in Swansea gesungen. Er kam dorthin, um sich einen Sänger anzuhören. Auf dem Weg ins Obergeschoss zum Auftritt des Sängers kam er an meiner Bühne vorbei und hörte mich singen. Er flog zurück nach London und erzählte einem Songwriter von mir und dann wurde ich nach London eingeladen, um ein paar Demobänder aufzunehmen. Das war das glücklichste Ereignis meines Lebens.

ML: Sie haben „The Best“ zwei Jahre früher aufgenommen als Tina Turner … 
Bonnie Tyler: Ja, das stimmt. Aber ich muss sagen, die Version von Tina Turner ist viel besser als meine. Sie ist eine großartige Sängerin, die mich inspirierte und die ich auch schon mehrmals traf.

ML: Ab März 2019 läuft ein Musical über Tina Turner in Hamburg. Was würden Sie von einem Musical über Bonny Tyler halten?
Bonnie Tyler: Ich glaube nicht, dass es das geben wird. Aber wow, das wäre natürlich schon was! Das wäre sicherlich ein Spaß. (lacht) Übrigens wurde mir angeboten, dass ich eine Autobiografie schreiben soll, aber daran habe ich überhaupt kein Interesse.

ML: Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Karriere?
Bonnie Tyler: Sie war von Höhen und Tiefen geprägt. Aber das hat mich nie davon abgehalten zu arbeiten. Als ich nicht in den Charts vertreten war, hat mich das nicht gestört.
Ich startete nicht im Musikbusiness, um berühmt zu werden, sondern einfach um eine Rocksängerin zu sein. Und ich werde mich nicht zur Ruhe setzen, ich werde Shows machen, bis ich nicht mehr singen kann. Vor jeder Show telefoniere ich mit meinem Stimmtrainer. Meine Stimme ist viel kräftiger als sie es jemals war. Ich liebe, was ich tue – das ist mein Erfolgsgeheimnis. Ich müsste nicht arbeiten, aber ich mache es, weil ich es so liebe. Und ich habe das Glück, einige der größten Evergreens zu haben. Ich werde nie müde „Total Eclipse Of The Heart“, „It's A Heartache“ und „Holding Out For A Hero“ zu singen. In den Siebzigern und Achtzigern habe ich jeden Tag 36.000 Tonträger verkauft, manchmal waren es sogar mehr als 50.000, an einem Tag verkaufte ich allein 52.000 Tonträger von „Total Eclipse Of The Heart“, das war wirklich unglaublich.

ML: Was macht Ihrer Meinung nach einen Song erfolgreich? 
Bonnie Tyler:
Wenn ich singe, versuche ich das Gefühl, das in den Worten steckt zu transportieren. Ich denke, „Between The Earth And The Stars“ ist das beste Album, das ich je gemacht habe. Es sind nur neue Songs darauf – und die hauen einen einfach um. 

ML: Auf Ihrem 17. Studioalbum „Between The Earth And The Stars“ präsentieren Sie drei Duette: mit Francis Rossi von Status Quo („Someone's Rockin' Your Heart“), Rod Stewart („Battle Of The Sexes“) und Cliff Richard („Taking Control“). Gibt es weitere Duett-Wunschpartner?
Bonnie Tyler: Bryan Adams und Tom Jones.

ML: Mögen Sie es, wenn Sie von Fans angesprochen werden?
Bonnie Tyler:
Sagen wir mal so: Es stört mich nicht. Aber wenn ich beispielsweise im Restaurant sitze, den Mund voll habe und dann Leute fragen „Können wir ein Selfie machen?“, dann erwidere ich schon: „Könnt Ihr vielleicht warten, bis ich mit dem Essen fertig bin?“ (lacht)

ML: Würden Sie sich als eitel bezeichnen?
Bonnie Tyler: Oh ja, das bin ich wahrscheinlich. Meine Mutter war sehr hübsch ohne Make-up. Aber ich gehe nie ungeschminkt auf die Straße. Das war auch schon so, bevor ich bekannt wurde. Ich versuche einfach so gut wie möglich auszusehen. Und das Schminken gehört einfach zu meinem Start in den Tag: Ich dusche, ziehe mich an, trage Make-up auf – und dann bin ich „ready for the World“.

 

 

Michael Sadler

INTERVIEW mit Michael Sadler von Saga




„In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm “



Interview: Aleksandra Majzlic



Im Gespräch erzählt er, wie er einst einen Fan in einem Plattenladen verfolgte, wie es ihm mit musikalischen Mitteln gelang, einen Mann aus dem Koma zu holen, und welche Folgen die fehlende „Menschlichkeit“ im Musikbusiness nach sich zieht.

Im zweiten Teil lesen Sie, welcher der schrecklichste Moment in seinem Leben war, was er über Kids in Talentshows denkt und was Ruhm für ihn bedeutet. >>>

 

 

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Hannes Jaenicke

INTERVIEW mit Hannes Jaenicke



„Auf meiner Facebook-Seite wird gelegentlich gehetzt, aber das ist völlig okay“


„Wir sind das einzige Land der Welt, in dem Gutmensch ein Schimpfwort ist“, sagt der als Gutmensch titulierte Schauspieler und Umweltaktivist im Gespräch. Zudem verrät er, von wem er Hass-Post bekam, welche „unfassbar feigen Menschen“ sich nicht vor seine Kamera wagten und wer anfällig ist für die „Nörgel- und Kritiksucht“. 


Interview: Aleksandra Majzlic

 

 

  

Hannes Jaenicke fordert im Interview ein Wildtierverbot im Zirkus, spricht über die letzte Hoffnung auf Nachkommen für die letzten drei Vertreter des Nördlichen Breitmaul-Nashorns und kündigt seine nächste Doku an, in der es um den „Schweinkram“ hierzulande geht. >>>

 

 

Bille August

INTERVIEW mit Bille August

 


„Das Leben ist fast ein Wunder“


Ob er Angst vor dem Sterben hat und an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt und welchen Schmerz ihm einst sein Vater zufügte, das erzählt der angesehene Regisseur („Silent Heart – Mein Leben gehört mir“) im Gespräch.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, inwiefern Bille August ein „reicher Mann“ ist, welche Belohnung er sich nach der Arbeit am Set wünscht und welche Filme er sich privat niemals anschaut. >>>