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Juedische Gemeinde

BERICHT




Erinnerungen bewahren






Warum das Münchner Café Zelig als Begegnungsraum für Schoah-Überlebende von unschätzbarem Wert ist und was Alice Brauner besonders an ihrem Vater Artur Brauner schätzte, erfuhr das Publikum bei zwei Veranstaltungen im Jüdischen Gemeindezentrum in München.

Wenn die Schoah-Überlebenden gemeinsam ihre Stimmen erheben, Lieder singen, die sie an ihre Jugend, ihre Heimat und ihr Leid erinnern, sind das die besonders bewegenden Szenen in Tanja Cummings´ Dokumentarfilm „Das Zelig“, der im Jüdischen Gemeindezentrum in München vorgeführt wurde (weitere Aufführungen: 24. Oktober 2021, 11 Uhr im NS-Dokumentationszentrum sowie 27. Oktober 2021, 19 Uhr im Kino Monopol).
Der Film ist eine Hommage an das Café Zelig der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Initiator und klinischer Leiter dieses seit fünf Jahren bestehenden wunderbaren Begegnungsortes für Schoah-Überlebende ist der Psychoanalytiker Dr. Joram Ronel. Eine sozialpädagische Fachkraft kümmert sich um die Hochbetagten.
Das Wort „Zelig“ geht auf das jiddische Wort für „gesegnet“ zurück, spielt aber auch auf Gefühle von Heimat, Zugehörigkeit und Leichtigkeit an. Jede Woche kommen die Senioren im Café Zelig zusammen. Einige von ihnen erzählen von dem Schrecklichen, das ihnen einst widerfahren ist. Andere schweigen und hören zu; doch manchmal können sie es kaum ertragen vom Trauma ihrer Tischnachbarn zu erfahren. Zu den seelischen Belastungen der Überlebenden kommen häufig auch finanzielle Schwierigkeiten. Die psychischen und wirtschaftlichen Einschränkungen führen oft dazu, dass sich die Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und vereinsamen. Dem will das Café Zelig entgegenwirken.
Tanja Cummings traf ihre Protagonisten für den Dreh auch in deren Wohnungen und begleitete sie an Orte in Polen, die für ihr Leben bestimmend sind. Zudem kommen Nachkommen der Schoah-Überlebenden zu Wort. Bewegend ist der Film unter anderem auch, weil er zeigt, wie lebensbejahrend und voller Energie die Zeligs trotz ihrer dramatischen Geschichte sind: Sie lachen, feiern und tanzen zusammen.
https://www.ikg-m.de/soziales-und-integration/sozialabteilung/das-cafe-zelig/
Um Lebensfreude und tiefe Emotionen geht es auch in Alice Brauners Buch „Also dann in Berlin …. Artur und Maria Brauner – Eine Geschichte vom Überleben, von großem Kino und der Macht der Liebe“. Die Filmproduzentin stellte ihren Bestseller im Jüdischen Gemeindezentrum in München vor. Lieder, die ihre Eltern nicht nur liebten, sondern auch gern selbst sangen, präsentierten die Enkelin der Brauners sowie die Chansonsängerin Vivian Kanner, begleitet vom Akkordeonisten Maxim Shagaev.
Alice Brauners Familiengeschichte ist unter anderem eingebettet in die jüdische Geschichte und  Verfolgungsgeschichte und basiert auch auf Erlebnissen, die Alices Großvater aufgeschrieben hat. Zudem geht die Historikerin Alice Brauner auf den deutschen Wiederaufbau ein sowie auf die europäische Filmindustrie, die ihr Vater als einer der größten Filmproduzenten Europas mitprägte.
Das Publikum bekam auch mit, wie Artur und Maria die NS-Zeit überlebten, sich nach dem Krieg in Stettin kennenlernten und Artur seiner Angebeteten Maria zum Abschied „Also dann in Berlin…“ zurief.
Die Schoah wurde zum Lebensthema, das Artur Brauner immer wieder aufgriff – von seinem ersten Film „Morituri“ bis zu „Die Spaziergängerin von Sanssouci“, dem letzten Film mit Romy Schneider. Mit ihrem Buch will Alice Brauner ihren „Jahrhundert-Eltern ein Denkmal setzen“, wie sie bei der Lesung sagte. Von Artur Brauner schwärmte sie als „tollstem Vater“ 2019 starb er, Alices Film „Crescendo #makemusicnotwar“ hat er noch sehen können. Sein Urteil: „Leider gut.“ A.M.




Spaziergaenger ANKÜNDIGUNG
LITERATUR
Literarische Zimmerspaziergänge
mit Dr. Dirk Heißerer
Noch bis
Dezember 2021
In Kooperation mit dem Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern als Beitrag zu „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“

Als Veranstalter Literarischer Spaziergänge und Exkursionen (www.lit-spaz.de) zwischen München und dem Gardasee hat der Literaturwissenschaftler und Publizist Dirk Heißerer aus der Not, keine Spaziergänge mehr veranstalten zu können, eine Tugend gemacht. Erfunden wurden Literarische Zimmerspaziergänge:
https://www.youtube.com/channel/UCaXLdz5UF1LQwxO9xGf4LYg.
Seit Mai 2021 bieten die „Literarischen Zimmerspaziergänge“ jeden Monat ein Thema zu jüdischen Autoren an, das am jeweils ersten Sonntag im Monat auf Youtube online gestellt wird.

Das Jahr klingt im Dezember mit einer wundersamen Begegnung aus: Der Zeichner und Illustrator Ephraim Moses Lilien (1874–1935) trifft auf den Orientalisten und Dichter Friedrich Rückert (1788–1866) „Es ging ein Mann im Syrerland…“ – ein Gedicht verwandelt sich in eine Radierung.

 

 

 

Diagnose Judenhass
GEWINNSPIEL
BUCH
„Diagnose: Judenhass. Die Wiederkehr einer deutschen Krankheit“ von Eva Gruberová und Helmut Zeller (Verlag C.H. Beck) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Januar 2022 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

Wie erleben Juden den Antisemitismus? Wie setzen sie sich dagegen zur Wehr? Das und vieles mehr wollte das Autorenpaar Gruberová und Zeller von seinen Interviewpartnern wissen und reiste dafür landauf und -ab. Viele der Protagonisten klären Nichtjuden über jüdisches Leben auf und machen sich stark für einen interreligiösen Dialog.
Im Jüdischen Gemeindezentrum in München stellte das Autorenpaar sein nicht nur dieser Tage  wichtiges oder mehr noch unentbehrliches Buch vor.
Wer sich nicht dem Antisemitismusvorwurf aussetzen will, sucht neue Wege seinen Judenhass zu artikulieren: Nach 1945 bedeutend wurde der sekundäre oder Schuldabwehr-Antisemitismus. Diese Judenfeindschaft nicht trotz, sondern wegen Auschwitz ist so Gruberová – auch „in Schulen weit verbreitet“. Zudem befassten sich die Autoren mit dem israelbezogenen Antisemitismus. Den Vorwurf, dass ein großer Teil der deutschen Print- und elektronischen Medien einseitig über Israel und den israelisch-palästinensischen Konflikt berichte, hörten sie auf ihrer Rechercherreise immer wieder.
„Die Israelkritik ist als zentrales Problem in allen gesellschaftlichen Schichten zu finden“, konstatierte Helmut Zeller bei der Lesung und fügte hinzu: „Jüdische Schüler werden auch von Lehrern aufgefordert, sich für israelische Politik zu rechtfertigen.“ Um die Absurdität des Begriffes „Israelkritik“ zu verdeutlichen, ziehen die Autoren im Buch eine Parallele zu Deutschland: Wie wäre wohl die öffentliche Reaktion, wenn man im Zuge einer Kritik an Merkels Politik von  „Deutschlandkritik“ sprechen würde?

 

 

Juedisches Museum ANKÜNDIGUNG
AUSSTELLUNG
Jüdisches Museum München
Im Labyrinth der Zeiten
Mit Mordechai W. Bernstein durch 1700 Jahre deutsch-jüdische Geschichte (bis 13. Februar 2022
)


Mordechai W. Bernstein (1905-1966) war Mitarbeiter des „Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts“ (YIVO) in Wilna, das 1941 nach New York übersiedelte. Er erhielt den Auftrag für das YIVO Dokumente und Materialien zu suchen, die während der NS-Zeit geraubt worden waren. In den Jahren 1948 bis 1951 besuchte er rund 800 Orte auf der Suche nach Überresten deutsch-jüdischer Kultur.
Die Ausstellung zeigt 18 Objekte, die Bernstein aufgespürt hat und stellt Bernsteins Blick aus der Perspektive der unmittelbaren Nachkriegszeit dem heutigen gegenüber. Die Bandbreite der Objekte zeigt dabei die Vielfalt deutsch-jüdischer Kultur auf: Eine antike Öllampe mit Menora war lange Zentrum einer Debatte um die Anfänge jüdischen Lebens in Trier. Zu sehen sind unter anderem auch eine Tora-Krone aus Laupheim bei Ulm, deren Brandspuren von der nationalsozialistischen Zerstörungswut zeugen. Und ein Modell zeigt die Münchner Hauptsynagoge, die 1938 von den Nazis abgerissen wurde. An sie erinnert heute ein Gedenkstein (Herzog-Max-Straße).

 

 

 


 

 

 


 
 
Buch Majzlic Mut zum Protest  

GEWINNSPIEL
BUCH „Mut zum Protest. Erfahrungen von DDR-Zeitzeugen“ von Aleksandra Majzlic (zu Klampen Verlag, www.zuklampen.de) zu gewinnen. Wenn Sie sich an dem Gewinnspiel beteiligen möchten, schicken Sie bitte bis zum 9. Januar 2022 eine Mail an gewinnspiel(at)m-lifestyle.de.

Zeitzeugen erzählen von ihrer einstigen Rebellion gegen das DDR-Unrechtsregime und ihrem unermüdlichen Einsatz für die Aufarbeitung der Diktatur.


Bereits lange vor dem Mauerfall opponierten DDR-Bürger gegen die Willkür und Gewalt in ihrem Staat. Aleksandra Majzlic hat einige dieser Zeitzeugen interviewt bzw. porträtiert. Ihre Schilderungen zeugen von der Möglichkeit und vom Mut des Einzelnen, sich gegen Anpassung und Willfährigkeit zu entscheiden und Widerstand zu leisten. Die Protagonisten berichten, wie sie für ihre Überzeugungen einstanden und was sie erreicht haben. Und sie enthüllen erschütternde Details eines grausamen Überwachungs- und Unterdrückungssystems.
Die Porträtierten stehen beispielhaft für jene, die 1989 den politischen Wandel im Osten Deutschlands durchgesetzt haben. In den persönlichen Erfahrungen und Reflexionen dieser Menschen wird die DDR-Geschichte und deren Aufarbeitung konkret. Mit seinem ehemaligen Stasivernehmer, DDR-Juristen und Spitzeln setzte sich Gilbert Furian auseinander. Monika Lembke erzählt in Schulen von ihrem Kampf für ihre Ausreise. Über sein Leben als Homosexueller in der DDR und seine gescheiterte Flucht berichtete Mario Röllig in den USA und in Russland. Und die Berlinerin Katrin Behr unterstützt Menschen, die in der DDR zwangsadoptiert wurden – wie sie selbst.
„Ich finde es wichtig, dass Aleksandra Majzlic bekannte, aber vor allem auch weniger bekannte mutige Menschen in diesem Buch präsentiert. Diese Menschen boten den Oberen in der DDR die Stirn und beteiligen sich heute an der Aufarbeitung, indem sie schildern, wie die DDR wirklich war und wozu ihre Diener fähig waren", so Katrin Sass im Vorwort.



 

 

Im Weissen Roessl

BERICHT
THEATER / SINGSPIEL

 

 

Wo das Glück vor der Tür steht


„Im Weißen Rössl“ im Gärtnerplatztheater: Bei der Mitmach-Vorstellung schwenken die Zuschauer kleine Samtherzerln und Mini-Kuhglockerln. Und pandemiebedingt begnügen sie sich mit einem „geistigen Mitsingen“. 

A bisserl busserln würde der Kellner Leopold (Daniel Prohaska) gerne Josepha (Sigrid Hauser). Doch die „Rössl“-Wirtin will mit einem Piefke anbandeln, nämlich mit ihrem Stammgast Dr. Otto Siedler (Tilmann Unger). Ihre Rechnung geht jedoch nicht auf, denn der Berliner Advokat betört mit seinem Redeschwall lieber Ottilie, Tochter seines Kontrahenten. Und dann erscheint auch noch Sigismund Sülzheimer (Armin Kahl) auf der Bildfläche und lässt sich seinen schönen Kopf  von der Professoren-Tochter Klärchen verdrehen („Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist“).
Auch wenn die Zuschauer garantiert jede Zeile von „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee, dort steht das Glück vor der Tür“ auswendig kennen, dürfen sie dieses sowie kein anderes Lied mitschmettern  –  coronabedingt. „Singen Sie einfach geistig mit“, empfiehlt Josef E. Köpplinger dem Publikum. Der Staatsintendant und Regisseur übernimmt an diesem Abend die Moderation.
Ausgestattet wurden die Zuschauer vor der Vorstellung mit einer Papiertüte. Die roten Herzchen ziehen sie beispielsweise heraus, als der charmante Daniel Prohaska „Es muss was Wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden“ oder „Zuschaun kann i net“ anstimmt. Und die kleinen Kuhglocken aus der Tasche kommen in der Kuhstall-Szene zum Einsatz („Eine Kuh so wie Du“).
Die Kostüme (Dirndl, Krachlederne, Knickerbocker etc.) sind eine wahre Augenweide, ebenso wie das himmlische Bühnenbild von Rainer Sinell: Im Hintergrund bewegen sich die Wogen des Wolfgangsees und in der Regenszene baumeln Gießkannen von der Decke. Eigentlich sollen die Zuschauer die Duschhaube aufsetzen, sobald sich Regenwolken zusammenbrauen, doch einige setzen das Ding bei schönstem Sonnenschein auf. Aber egal, sie sehen in jeden Fall fesch damit aus. A.M.

„Im Weißen Rössl“. Ein Singspiel in drei Akten. Frei nach dem Lustspiel von Blumenthal und Kadelburg, von Hans Müller und Erik Charell. Musik von Ralph Benatzky, Texte der Gesänge von Robert Gilbert. Vier musikalische Einlagen von Bruno Granichstaedten, Robert Gilbert und Robert Stolz. Bühnenpraktische Rekonstruktion der Originalfassung von Matthias Grimminger und Henning Hagedorn unter Mitarbeit von Winfried Fechner.
Musikalische Leitung: Andreas Partilla; Regie und Licht: Josef E. Köpplinger; Choreografie: Karl Alfred Schreiner. Chor, Kinderchor, Ballett, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.


 

 

 

 

Amors Fest BERICHT
THEATER /
BAROCKSPEKTAKEL

 

 

Hymne an die menschliche Phantasie


Pfeilgenau trifft Karl Alfred Schreiner mit seinem „Amors Fest“ die Herzen des Publikums im Gärtnerplatztheater. Sinnesrauschzustände garantiert das amourös-amüsante Verwirrspiel mit vor Lebenslust berstender Musik von vier Barockkomponisten. Auf die Liebe, Prost!

Es ist als Trost in dramatischen Zeiten gedacht, das Weinlesefest des Weingottes und Schlossherrn Bacchus (Levente Páll). Alle sollen gut drauf sein und ordentlich einen draufmachen. Seine Gäste stehen symbolisch für die Unvernunft (Mária Celeng) und die Vernunft (Anna-Katharina Tonauer), treten als Nihilist (Ludwig Mittelhammer) oder Tod (Gyula Rab) auf. Die Unvernunft siegt über die Vernunft, die die Party mit ihrer Verdrießlichkeit zu stören droht.
Das der Daseinsfreude frönende Werk von Karl Alfred Schreiner (Regie und Choreografie) feierte im Oktober 2021 seine Uraufführung im Gärtnerplatztheater. „Wir bringen hier Musik auf die Bühne, die Menschen vor über 250 Jahren geschaffen haben, die es größtenteils auch nicht als Aufnahme gibt – und die die Zeiten überdauert hat“, so Ballettdirektor Schreiner: „Es ist ein Abend über die Liebe, auch die Liebe als Triebkraft der Kunst und eine Hymne an die menschliche Phantasie.“
Schreiner lässt die Rollen verschmelzen: So ist Bacchus auch der Schlossherr und der Diener zugleich Amor. Die vier Teile des Stückes stehen jeweils für eine Jahreszeit, auf die die tollen Kostüme (Thomas Kaiser) farblich abgestimmt sind. So präsentiert sich der Herbst beispielsweise in rotgoldenen Indian-Summer-Tönen. Ein Augenschmaus ist auch das Bühnenbild (Heiko Pfützner).
Für Belustigung im Publikum sorgen beispielsweise die grazile Pferde mimenden Tänzer sowie der vom Liebespfeil getroffene Diener (Juan Carlos Falcón): Er verknallt sich in die „coolen“ schneebenetzen Heckenskulpturen, von denen einige zum Leben erweckt werden. Doch mit solchen Mesalliancen endet „Amors Fest“ keineswegs. Ganz im Gegenteil: Schlussendlich – im Sommer, dem heißen Liebesmonat – finden die Personen zueinander, die füreinander bestimmt sind. A.M.

„Amors Fest“. Ein Barockspektakel in vier Teilen mit Gesang und Tanz. Musik von André Campra, Matthew Locke, Claudio Monteverdi und Sebastián Durón. Zusammengestellt und bearbeitet von Howard Arman. In französischer, englischer, italienischer und spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Musikalische Leitung: Howard Arman; Regie und  Choreografie: Karl Alfred Schreiner. Ballett, Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

 

 

 

 

 

 

Koepplinger

ANKÜNDIGUNG
THEATER



Mann tut was Frau kann


In der Spielzeit 2021/2022 präsentiert das Gärtnerplatztheater unter anderem „Die Fledermaus“ in der Inszenierung des Staatsintendanten Josef E. Köpplinger, die Uraufführung der Ballettoper „Amors Fest“ von Karl Alfred Schreiner sowie die Europäische Erstaufführung des Musicals „Tootsie“. 

Mit neun Premieren, darunter zwei Uraufführungen und einer europäische Erstaufführung wartet das Gärtnerplatztheater in der kommenden Spielzeit auf. Tickets für alle Vorstellungen vom 18. September bis 31. Oktober 2021 sind im vorgezogenen Vorverkauf ab 19. Juli erhältlich.
Als erste Premiere steht am 14. Oktober die Uraufführung der Ballettoper „Amors Fest“ von Karl Alfred Schreiner mit Musik von André Campra, Matthew Locke, Claudio Monteverdi und Sebastián Durón auf dem Programm. Es folgen mit „Das Medium“ von Gian Carlo Menotti und „Anna Bolena“ von Gaetano Donizetti zwei Werke, die bereits im Live-Stream ausgestrahlt wurden und nun ihre Premiere vor Publikum feiern können. Am 27. Januar wird die Premiere von Jaques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ in der Inszenierung von Allround-Künstler Stefano Poda zu sehen sein, dessen umjubelte „Tosca“ ebenfalls in dieser Spielzeit wieder auf dem Spielplan des Gärtnerplatztheaters zu finden ist.
Nach der skandalumtosten Münchner Erstaufführung im Jahr 1928 ist Ernst Kreneks „Jonny spielt auf“ in der Inszenierung von Peter Lund am 11. März wieder zurück im Gärtnerplatztheater. Der Komponist bildete in seiner „Zeitoper“ die seinerzeitige Moderne ab und protestierte gleichzeitig gegen sie. Die Operetten-Premiere „Die Fledermaus“ von Johann Strauss in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger entsteht in Kooperation mit dem Teatro del Maggio Musicale Fiorentino in Florenz und wird ab 7. April in München aufgeführt. Für die ursprünglich bereits im Mai 2020 vorgesehene Ballett-Uraufführung „Der Sturm“ konnte Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner die Choreografin Ina Christel Johannessen gewinnen. Die derzeit zu den innovativsten Tanzschaffenden Skandinaviens zählende Norwegerin hat sich zum Ziel gesetzt, Shakespeares letztes Meisterwerk „The Tempest“ in Kontrast zur heutigen Konsumgesellschaft zu setzen. Die Premiere der Kammeroper „Rita“ von Gaetano Donizetti wird im Juni 2022 in der Inszenierung von Maximilian Berling auf der Studiobühne in einer deutschen Neufassung von Kabarettist Thomas Pigor zu erleben sein.
Die letzte Premiere der Saison wird die Europäische Erstaufführung des Musicals „Tootsie“ von David Yazbek und Robert Horn sein. Die herrlich-lustige Travestiekomödie nach dem gleichnamigen, „Oscar“-prämierten Filmklassiker mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle, wird am 7. Juli in der Inszenierung von Gil Mehmert im Gärtnerplatztheater zu genießen sein.
Dieser Spaß beweist: Mann tut was Frau kann. www.gaertnerplatztheater.de


 

 

 

Schuldt
ANKÜNDIGUNG
KONZERTE
Münchener Kammerorchester
Saison 21/22 „Nachbarn“
Das MKO hat sich entschlossen, einen zweiten Blick auf das Thema „Nachbarn“ zu werfen – nicht nur, um einige wichtige Aufführungen, die durch die Pandemie verhindert wurden, nachholen zu können. Sondern auch, weil unsere Sichtweise auf unsere nächste Umgebung, in der wir notgedrungen so viel Zeit verbrachten, eine andere geworden ist. Eine thematisch wie inhaltlich „benachbarte“ Verbindungslinie führt das MKO von W.A. Mozart über Béla Bartók bis zu Bruno Maderna: Es ist die Verwendung sogenannter „Nachtmusiken“, früher als „Serenaden“ bezeichnet. Die Nacht steht für die Isolation der Finsternis, die nächtliche Serenade hingegen für ein gesellschaftliches Zeremoniell der Annäherung. Während Mozarts „Haffner“-Serenade bzw. seine daraus herausgelöste Symphonie deutlich in dieser Tradition steht, interessieren Bartók vor allem die emotionalen Zustände der Nacht: Mal aufwühlend-düster, mal sanft-beruhigend evozieren seine flirrenden Klänge Naturbilder oder Alpträume.

Auch Bruno Madernas Serenata No. 6, für eine ganz ähnliche Besetzung wie Bartóks „Musik für Saiteninstrumente“ geschrieben, spielt eher mit assoziativen Bildern und weist doch mit ihrem langen Geigensolo auf den Ursprung vieler Serenaden hin: Das Ständchen unterm Balkon der Geliebten. Dass die Dunkelheit sich aber auch mit den Trugbildern der Liebe verbündet und in die Untiefen der Selbstfindung führt, wird deutlich, wenn Alexander von Zemlinskys „Waldgespräch“ im Konzertmeister-Abonnement neben dem 2. Streichquartett seines Schülers Arnold Schönberg erklingt.
Vilde Frang, Sharon Kam, Pekka Kuusisto, Carolin Widmann, François Leleux und Steven Isserlis sind neben den Sängerinnen Gerhild Romberger, Christina Landshamer und Sarah Maria Sun Gäste in den Abonnementkonzerten. Enrico Onofri und Jonathan Stockhammer sind erstmals in der Abonnementreihe dabei. Den Einstand in der Isarphilharmonie feiert das MKO zusammen mit der Jazzrausch Bigband. Auch mit verschiedenen Aktivitäten wird das MKO im Rahmen der Kulturvermittlung im Gasteig HP8 vertreten sein.

 

 


 

 

Katrin Sass

INTERVIEW mit Katrin Sass





„Ich habe keine Angst,
in Fettnäpfchen zu treten“


Warum sie in der DDR von adidas-Klamotten lieber die Finger ließ, wie sie nun in die „Schublade von Klaus Kinski“ geriet und worauf sie am Set keine Lust mehr hat, das verrät die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin („Good Bye Lenin!, „Weissensee“) im Gespräch.

 Interview: Aleksandra Majzlic 

 

Im zweiten Teil lesen Sie, wozu Katrin Sass 1989 der Mut fehlte und was sie heute „gruselig“ findet.. >>>



 

 

Bonnie Tyler

INTERVIEW mit Bonnie Tyler

 

„Meine Stimme ist viel kräftiger, als sie es jemals war“



Interview: Aleksandra Majzlic



Wer sie inspirierte, mit wem sie gerne ein Duett singen würde und welches das glücklichste Ereignis ihres Lebens war, diese Fragen beantwortet Bonnie Tyler im Interview.

ML: Sie sind mit Opernarien im Ohr aufgewachsen. Wie war das für Sie? 
Bonnie Tyler: Fantastisch, meine Mutter liebte Opern sehr, und sie hatte eine so wunderbare Stimme. Sie wäre viel zu schüchtern gewesen, um auf einer Bühne zu stehen, aber sie sang immer Arien, während sie die Hausarbeit machte. Und Leute standen immer vor unserem Haus und hörten ihr dabei zu. 

ML: Haben sich alle Ihre Träume bereits erfüllt? 
Bonnie Tyler: Ich denke schon. Als ich ein Mädchen war, habe ich mir alles Mögliche gewünscht, wenn ich eine Münze in einen Brunnen geworfen habe.

ML: Sind Sie abergläubisch?
Bonnie Tyler: Ja, ein wenig schon. Mir wurde als Kind immer gesagt, wenn eine schwarze Katze vor Deinen Augen vorüberläuft, bringt das Glück.

ML: Gab es einen Augenblick in Ihrem Leben, der alles veränderte? 
Bonnie Tyler: Ich hatte sehr viel Glück in den Siebzigern, als ich dem Talentscout Roger Bell aus London auffiel. Zu dieser Zeit hatte ich bereits sieben Jahre lang in einem Club in Swansea gesungen. Er kam dorthin, um sich einen Sänger anzuhören. Auf dem Weg ins Obergeschoss zum Auftritt des Sängers kam er an meiner Bühne vorbei und hörte mich singen. Er flog zurück nach London und erzählte einem Songwriter von mir und dann wurde ich nach London eingeladen, um ein paar Demobänder aufzunehmen. Das war das glücklichste Ereignis meines Lebens.

ML: Sie haben „The Best“ zwei Jahre früher aufgenommen als Tina Turner … 
Bonnie Tyler: Ja, das stimmt. Aber ich muss sagen, die Version von Tina Turner ist viel besser als meine. Sie ist eine großartige Sängerin, die mich inspirierte und die ich auch schon mehrmals traf.

ML: Es gibt ein Musical über Tina Turner. Was würden Sie von einem Musical über Bonny Tyler halten?
Bonnie Tyler: Ich glaube nicht, dass es das geben wird. Aber wow, das wäre natürlich schon was! Das wäre sicherlich ein Spaß. (lacht) Übrigens wurde mir angeboten, dass ich eine Autobiografie schreiben soll, aber daran habe ich überhaupt kein Interesse.

ML: Wie beurteilen Sie Ihre bisherige Karriere?
Bonnie Tyler: Sie war von Höhen und Tiefen geprägt. Aber das hat mich nie davon abgehalten zu arbeiten. Als ich nicht in den Charts vertreten war, hat mich das nicht gestört.
Ich startete nicht im Musikbusiness, um berühmt zu werden, sondern einfach um eine Rocksängerin zu sein. Und ich werde mich nicht zur Ruhe setzen, ich werde Shows machen, bis ich nicht mehr singen kann. Vor jeder Show telefoniere ich mit meinem Stimmtrainer. Meine Stimme ist viel kräftiger als sie es jemals war. Ich liebe, was ich tue – das ist mein Erfolgsgeheimnis. Ich müsste nicht arbeiten, aber ich mache es, weil ich es so liebe. Und ich habe das Glück, einige der größten Evergreens zu haben. Ich werde nie müde „Total Eclipse Of The Heart“, „It's A Heartache“ und „Holding Out For A Hero“ zu singen. In den Siebzigern und Achtzigern habe ich jeden Tag 36.000 Tonträger verkauft, manchmal waren es sogar mehr als 50.000, an einem Tag verkaufte ich allein 52.000 Tonträger von „Total Eclipse Of The Heart“, das war wirklich unglaublich.

ML: Was macht Ihrer Meinung nach einen Song erfolgreich? 
Bonnie Tyler:
Wenn ich singe, versuche ich das Gefühl, das in den Worten steckt zu transportieren. Ich denke, „Between The Earth And The Stars“ ist das beste Album, das ich je gemacht habe. Es sind nur neue Songs darauf – und die hauen einen einfach um. 

ML: Auf Ihrem 17. Studioalbum „Between The Earth And The Stars“ präsentieren Sie drei Duette: mit Francis Rossi von Status Quo („Someone's Rockin' Your Heart“), Rod Stewart („Battle Of The Sexes“) und Cliff Richard („Taking Control“). Gibt es weitere Duett-Wunschpartner?
Bonnie Tyler: Bryan Adams und Tom Jones.

ML: Mögen Sie es, wenn Sie von Fans angesprochen werden?
Bonnie Tyler:
Sagen wir mal so: Es stört mich nicht. Aber wenn ich beispielsweise im Restaurant sitze, den Mund voll habe und dann Leute fragen „Können wir ein Selfie machen?“, dann erwidere ich schon: „Könnt Ihr vielleicht warten, bis ich mit dem Essen fertig bin?“ (lacht)

ML: Würden Sie sich als eitel bezeichnen?
Bonnie Tyler: Oh ja, das bin ich wahrscheinlich. Meine Mutter war sehr hübsch ohne Make-up. Aber ich gehe nie ungeschminkt auf die Straße. Das war auch schon so, bevor ich bekannt wurde. Ich versuche einfach so gut wie möglich auszusehen. Und das Schminken gehört einfach zu meinem Start in den Tag: Ich dusche, ziehe mich an, trage Make-up auf – und dann bin ich „ready for the World“.

 

 

Michael Sadler

INTERVIEW mit Michael Sadler von Saga




„In der Musikbranche geht es nur noch um Geld und Ruhm “



Interview: Aleksandra Majzlic



Im Gespräch erzählt er, wie er einst einen Fan in einem Plattenladen verfolgte, wie es ihm mit musikalischen Mitteln gelang, einen Mann aus dem Koma zu holen, und welche Folgen die fehlende „Menschlichkeit“ im Musikbusiness nach sich zieht.

Im zweiten Teil lesen Sie, welcher der schrecklichste Moment in seinem Leben war, was er über Kids in Talentshows denkt und was Ruhm für ihn bedeutet. >>>

 

 

 

Hannes Jaenicke

INTERVIEW mit Hannes Jaenicke



„Auf meiner Facebook-Seite wird gelegentlich gehetzt, aber das ist völlig okay“


„Wir sind das einzige Land der Welt, in dem Gutmensch ein Schimpfwort ist“, sagt der als Gutmensch titulierte Schauspieler und Umweltaktivist im Gespräch. Zudem verrät er, von wem er Hass-Post bekam, welche „unfassbar feigen Menschen“ sich nicht vor seine Kamera wagten und wer anfällig ist für die „Nörgel- und Kritiksucht“. 


Interview: Aleksandra Majzlic

  

Hannes Jaenicke fordert im Interview ein Wildtierverbot im Zirkus, spricht über die letzte Hoffnung auf Nachkommen für die letzten drei Vertreter des Nördlichen Breitmaul-Nashorns und kündigt seine nächste Doku an, in der es um den „Schweinkram“ hierzulande geht. >>>

 

 

 

 

 

 

Bille August

INTERVIEW mit Bille August

 


„Das Leben ist fast ein Wunder“


Ob er Angst vor dem Sterben hat und an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt und welchen Schmerz ihm einst sein Vater zufügte, darüber spricht der angesehene Regisseur („Silent Heart – Mein Leben gehört mir“) im Interview.

 

Interview: Aleksandra Majzlic

 

Im zweiten Teil erfahren Sie, inwiefern Bille August ein „reicher Mann“ ist, welche Belohnung er sich nach der Arbeit am Set wünscht und welche Filme er sich privat niemals anschaut. >>>